Frage von erdbeereNRW, 38

Handelsvertreter- Provision nur für Material oder auch die Dienstleistung?

Ich habe ein Angebot bekommen als Handelsvertreter tätig zu sein. Wir sind in der Vertragsgestaltung. Der Unternehmer verbaut spezielle Teile an Schiffen. Nun soll meine Provision nur aus der GewinnMarge des verbauten Materials bestehen, nicht jedoch prozentual auf die erbrachten Dienstleistungen - vor allem: Einbau und zB auch Wartung. Der Gewinn an den verbauten Teilen ist relativ gering. Der Einbau hingegen sehr aufwendig und teuer! Bin ich da zu gierig, wenn ich eine Provision auf den gesamten Gewinn (bzw. Umsatz?) verlange, also Verkauf der Teile und EInbau +evtl Wartung? BEISPIEL spezielle Dichtung: Einkauf 20,- Verkauf 25,-, EInbau 350,- Meine Provision wären also nur die 5 Euro Differenz 20/25. Bei den 350,- Würde ich komplett leer ausgehen. Ich bitte Sie um Vorschläge, Anregungen und -wenn es das gibt- die sog. "übliche Art" der Provison in solchem oder öhnlichem Fall. Vielen Dank!

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Antwort
von Juergen010, 22

Die grundsätzliche Frage ist doch, was Du als Handelsvertreter verkaufst?

Kauft der Kunde nur die Dichtung und baut sie selbst ein, besteht natürlich nur Provisionsanspruch auf das verkaufte Teil. Verkaufst Du aber auch den Einbau mit, besteht auch dafür Provisionsanspruch - selbst wenn der Kunde erst später den Einbau beauftragt, weil er z.B. feststellte, dass er das mit Eigenmitteln selbst nicht leisten kann.

Im Übrigen würde ich niemals einen margenabhängigen Provisionsvertrag akzeptieren. Da ist die Maxime "Vogel friss oder stirb" schon vorprogrammiert.

Ergo: HV-Vertrag auf alle Umsätze, die von Dir beim Kunden generiert wurden. Im Übrigen auch auf Umsätze, die damit mittelbar im Zusammenhang stehen, wie z.B. notwendige Planungsleistungen. Faktisch also alle Umsätze, die durch den Unternehmer bei dem Kunden fakturiert werden.

Möchte der Unternehmer, dass Du zusätzlich auf die Gewinnmarge achtest, kann er das relativ einfach dadurch erreichen, dass er Dir bei Erreichen bestimmter Margenziele einen Bonus bezahlt.

Natürlich seit ihr in der Vertragsgestaltung frei. Trotzdem noch ein Hinweis darauf, dass selbst nach der Beendigung des HV-Vertrags ein Provisionsanspruch auf Verkäufe mit dem Kunden besteht, obwohl Du daran gar nicht mehr beteiltigt warst.

Schau mal hier: http://www.vertriebsrecht.net/vertriebsrecht/provisionsanspruch/index.php



Antwort
von hildefeuer, 13

"Nun soll meine Provision nur aus der Gewinn Marge des verbauten Materials"

Dir ist klar, das die Gewinnmarge sich jederzeit ändern kann. Auch kann der Hersteller die Gewinnmarge klein rechnen, auch nachträglich und die Provision zurückverlangen, insbesondere dann wenn der Firmeneigentümer wechselt oder andere Firmen zugekauft werden oder Fusioniert wird.

Das kann für Dich bedeuten das Du keine Provision erhältst, bzw. diese nachträglich zurückzahlen musst. Wenn das alles im anderen Steuerjahr geschieht wäre das ein Fiasko, da Du versteuerte Provision zurückzahlen müsstest und die Steuern nicht zurückbekommen könntest.

Finger weg.

Aber die Steuerlage und Risiken bei Inhaberwechsel, Fusion sind ein Argument zum Verhandeln. Da Du ja die Einbauarbeiten mit vermittelst, würde ich dafür auch die Provision aushandeln.

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