Frage von nutzermame, 541

halbe Stelle (Festanstellung) + Mini-Job / Gewerbeschein? Steuern und Versicherung?

Ich habe eine halbe Stelle (20 Std. pro Woche; ca. 1100€ netto) als Festanstellung, die logischerweise sozialversicherungspflichtig ist. Nun möchte ich gerne zusätzlich einem Nebenjob nachgehen (ca. 28 h / Monat) mit einer Vergütung von ca. 200 Euro pro Monat. Nun ist die Frage, ob es rein steuerrechtlich günstiger ist, den Nebenjob als Mini-Job abzurechnen oder auf Gewerbeschein. Muss mein Arbeitgeber vom Nebenjob Abgaben für mich leisten, wenn ich es als Mini-Job mache? Der Mini-Job läuft ja nicht über Lohnsteuerkarte, sehe ich das richtig? Muss ich mich in beiden Fällen zusätzlich versichern, obwohl ich ja bereits über die Festanstellung versichert bin? Weiß jemand Rat? Danke im Voraus.

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Antwort
von Kevin1905, 541

Minijobs sind für den Arbeitnehmer abgabenfrei, mit Ausnahme der 3,9% für die Rentenversicherung. Hiervon kann man sich schriftlich befreien lassen.

Muss mein Arbeitgeber vom Nebenjob Abgaben für mich leisten, wenn ich es als Mini-Job mache?

Ja. 15% RV-Pauschale, 13% KV-Pauschale, 2% pauschale Lohnsteuer (wenn du nicht so schlau bist ihm deine Abzugsmerkmale für den individuellen Abzug zu geben, womit der Minijob dann zwangsweise über die LStKl. VI abgerechnet würde), und eine kleine Umlage.

Der Mini-Job läuft ja nicht über Lohnsteuerkarte, sehe ich das richtig?

Normal nicht, es sei denn du gibst dem AG eine Lohnsteuerabzugsmerkmale. Aber auch bei pauschaler Versteuerung darf er die 2% Lohnsteuer abwälzen auf dich.


Wenn Leute fragen ob eine exakt gleiche Tätigkeit entweder als Minijob oder als nebenberufliche Selbständigkeit ausgeübt werden kann, bin ich immer versucht dazwischen zu hauen. Oft ist es so, dass manche Arbeitgeber versuchen sich auf diese Weise die SV-Pauschalen zu sparen aber dennoch die Rolle eines Arbeitgebers und nicht eines Auftraggebers einnehmen.

Schlagworte in dem Zusammenhang wären "Schwarzarbeit" und "Scheinselbständigkeit". Sowas ist mit Vorsicht zu genießen.

Antwort
von barmer, 440

Hallo, der Minijob ist für Dich stressfreier.

Der Arbeitgeber zahlt Pauschalen mit/ohne ohne Lohnsteuern. Nur wenn ohne Steuern, muss eine Lohnsteuekarte/bescheinigung her. Der Minijob würde dann vorab mit Klasse 6 angerechnet.

In der dargestellten Relation werden auch in der Selbstständigkeit keine zusätzlichen KV-Beiträge fällig, die anderen Sozialversicherungen ohnehin nicht. Anfang 2014 werden vermutlich ein paar EUR Einkommensteuer nachzuzahlen sein.

Antwort
von Rentenfrau, 400

Hallo nutzername, wenn Du den Nebenjob als geringfügige Beschäftigung (also als 450-Euro-Job, auch wenn es nur 200 Euro sind) ausübst, ist es für Dich einfacher und kostengünstiger, denn hier kann der Nebenjobarbeitgeber die pauschale Versteuerung mit 2 % nehmen, meist zahlt der Arbeitgeber aus Kulanz diese 2 % (sind bei Dir dann nur 4 Euro Lohnsteuer im Monat. Der Chef muß aus dem Nebenjob noch pauschale Abgaben zur Renten- und Krankenversicherung zahlen, seit 1.1.13 besteht auch im Nebenjob Rentenversicherungspflicht, so daß hier noch 3,9 % für Rentenbeiträge von Deinem Gehalt abgezogen werden. Wenn Du den Nebenjob selbständig machst, mußt Du Steuererklärung machen und alles selber klären, da würden, meine ich, auch im Nachhinein noch einige Euro an Einkommensteuer zu zahlen sein, außerdem brauchst dann auch eine Gewerbeanmeldung.

Antwort
von Frei123, 345

günstiger ist für dich, wenn der Nebenjob als Minijob läuft. Der Arbeitgeber hat Abgaben auf den Minijob.

Wenn der Nebenjob nicht mehr als 200 Euro bringt, halte ich eine Gewerbeanmeldung dafür nicht passend. Wenn das Gewerbe grösser werden könnte, dann vielleicht.

Kommentar von Kevin1905 ,

Wenn es ein Minijob ist, ist es kein Gewerbe...

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