Frage von Kikki, 52

Haftung Steuerberater nach Falschaussage

Seit 2001 arbeite ich Freiberuflich als Masseur med. Bademeister. Durch ein Grundsatzurteil in München wollte die Praxisinhaberin gern bei der Clairingstelle der Rentenversicherung meinen Status feststellen lassen wegen "Scheinselbständigkeit". Es wurde mir mitgeteilt das ich nicht Scheinselbständig bin aber in die Gesetzliche Rente hätte einzahlen mussen. Meinen Steuerberater habe ich auch seit2001 und zu Beginn sagte er mir auf meine Frage ob ich Rentenversicherungspflichtig bin ganz klar das ich als Selbständige nicht in die Rente einzahlen müsse. Die Rentenversicherung verlangt jetzt 10,11,12und 2013 nach dazu kommt noch 2014 da es in diesem Jahr festgestellt wurde. Ich muß den vollen Regelsatz also 348€ monatlich nachzahlen also für 60 Monate mal 348€. Ich habe meinen Steuerberater eine Mail geschickt ob er nicht der Meinung ist mich falsch Beraten zu haben das ist fast ne Woche her aber er meldet sich nicht wer weiß Rat?

Antwort
von heinerbumm, 52

Das Problem ist, das ein Steuerberater nur auf dem Gebiet des Steuerrechts und anderen Rechtsgebieten mit Bezug zum Steuerrecht beraten darf. Das ist Sozialversicherungsrecht. Ein Steuerberater darf das nicht, dafür zahlt auch seine Versicherung nicht, da er ja keine versicherte Tätigkeit erbracht hat. Ein Rentenberater wäre hier sinnvoll (die findet man unter www.rentenberater.de) Die DRV hätte den Steuerberater auch als Vertreter zurückweisen müssen (hier könnte es vielleicht einen Ansatzpunkt geben). Aber was ist der Schaden? Auch bei einer korrekten Beratung hättest Du ja zahlen müssen. Freie Physiotherapeuten sind meist versicherungspflichtig. Entweder es handelt sich um eine in Wirklichkeit angestellte Tätigkeit (also scheinselbständig) oder aber weil das Gesetz für selbst. Physiotherapeuten die Versicherungspflicht vorsieht, sofern sie keinen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen oder überwiegend auf Grund ärztl Verordnung behandeln. Ob das mit dem Regelsatz so rechtens ist, kommt auf das Einkommen aus den betreffenden Jahren an. Ich würde höchtsvorsorglich Klage erheben zur Fristwahrung. P. S. in § 2 SGB VI findest Du die versicherungspflichtigen Selbständigen.

Antwort
von Carabella, 40

Die Rentenversicherung hat schon recht, denn Physiotherapeuten gelten als weisungsabhängig und sind damit rentenversicherungspflichtig, weil die Patienten von einem Arzt überwiesen werden.

Meiner Meinung nach ist man mit Eigeninitiative klar im Vorteil und sollte sich schon selbst erkundigen, wie die Sache läuft und sich nicht auf die Aussage des Steuerberaters verlassen.

Dieser Fall ist der beste Beweis dafür, was dabei herauskommen kann.

Antwort
von EnnoBecker, 36
das ich nicht Scheinselbständig bin aber in die Gesetzliche Rente hätte einzahlen mussen.

Gut, also als Deutschlehrerin würdest du nicht durchgehen.

Gleichwohl würde ich aber gern den Widerspruch aufgelöst bekommen.

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