Frage von ET0013, 16

Haftung bei missglückter Kreditkartensperrung?

Mir wurde im Urlaub die Kreditkarte gestohlen. Innerhalb einer Stunde war ich bei der Polizei, um Anzeige zu erstatten. Vom Telefon der Polizei habe ich die Sperrung der Karte über die Nummer des Visa Global Customer Assistance veranlasst. Die Nummer wurde mir von der Polizei gegeben. Der GCAS hat aber den Sperrauftrag an den falschen Kreditkartenverwalter weitergeleitet, die Karte wurde nicht sofort gesperrt. Ich wurde erst am nächsten Tag vom GCAS darüber unterrichtet. Daraufhin habe ich die Karte umgehend über die Notfallnummer 116 116 sperren lassen. In der Zwischenzeit wurde aber die gestohlene Karte missbräuchlich belastet. Der Kreditkartenverwalter behauptet nun, dass ich für den Schaden haften müsse, da ich nicht sofort über die Notfallnummer 116 116 gesperrt habe. Dass der GCAS einen Fehler gemacht hat, habe ich selbst mühsam recherchiert, da mir niemand wirklich Auskunft geben will. Es soll wohl vertuscht werden. Bin ich wirklich haftbar? Ich habe doch alles in meiner Macht stehende getan, um die Karte rechtzeitig sperren zu lassen!

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Rechtsfrage. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Privatier59, 9

Der Kreditkartenverwalter

Wen meinst damit ? Visa oder Deine Hausbank? Ich vermute, Deine Hausbank und da würde mich interessieren, was denn in den Bedingungen der Hausbank steht. Ich kenne es nämlich nur so, dass der Anruf bei der Notfallnummer 116 116 angeraten und vereinbart wird und kann mich nicht erinnern, bei einer meiner Visa-Karten dazu die Meldung an Visa Global Customer Assistance als Alternative genannt bekommen zu haben. Das bringt Dich in die recht heikle Lage, dass Du möglicherweise gegen die Bedingungen der Hausbank verstoßen hast und zwar recht eindeutig. Ob Dir da eventuelle Schadensersatzansprüche gegen den Visa-Service weiter helfen, weiß ich nicht: Spontan fällt mir dazu ein, dass der sicher keinen Gerichtsstand in Deutschland haben dürfte.

Antwort
von kkartenmall, Business, 6

Hallo ET0013,

um es kurz zu fassen. Der Karteninhaber haftet grundsätzlich nicht für Umsätze die er nicht selber zu verantwortet hat. Eine Sperrung, Anzeige, usw. dient zur Schadensbegrenzung für die Kreditkartengesellschaft.

Mittlerweile werden ohnehin die MeistenTransaktionen mit PIN verarbeitet. Bei Einsätzen im Internet oder mit Unterschrift liegt das Risiko ohnehin bei dem Händler.

Was ist jetzt zu tun ? Sobald die Abrechnung der Kartengesellschaft vorliegt müssen alle "falschen" Umsätze an die Gesellschaft zurückgegeben werden. Dies erfolgt in der Regel schriftlich. Leider wird die Belastung erst bei der nächsten Abrechnung zurückerstattet.

Die Kreditkartengesellschaft wird den Fall intern an die Betrugsabteilung angeben und diese wird jede Transaktionen nachvollziehen um entweder den Täter zu entlarven oder (passiert auch immer wieder) den Kunden nachweisen dass er selber der Täter war.

In jedem Fall gilt das der Karteninhaber nicht für den Missbrauch haftet, es sei denn dass er grob fahrlässig gehandelt hat. Dies wäre der Fall wenn die PIN dem Täter auch bekannt war. Dann wird's knifflig !

Hier muss dann bewiesen werden dass die PIN sicher aufbewahrt wurde und der Täter diese ebenso nur durch eine Straftat erlangt hat.

In der Regel sollte es aber kein Problem sein. Wichtig ist nur dran zu bleiben. Sollte der Betrag nicht erstattet werden dann muss ein Anwalt hinzugezogen werden den Druck zu erhöhen. Sobald ein Anwalt im Spiel ist können Verzugszinsen gegen die Kreditkartengesellschaft geltend gemacht werden.

Das tragische ist nur, das in schlimmen Fällen der Karteninhaber für einige Wochen den Schaden erst Mal auf seinem Konto hat und dies kann schon bedrohlich sein.

Falls das Girokonto deswegen ins Minus geht oder gar die genehmigte Dispolinie überschreitet sollte man unbedingt mit seiner Hausbank offen reden um weitere Konsequenzen zu vermeiden.

Sollte die Hausbank die Kreditkartenabrechnung nicht ausgleichen kann es auch noch zu Kündigung der Kreditkarte kommen und Einträgen bei der SCHUFA.

Also, bitte nicht abwarten sondern aktiv den Fall in die Hand nehmen.

Ich hoffe geholfen zu haben.

Michael Schuster Werbung durch Support gelöscht

Kommentar von ffsupport ,

Lieber Kkartenmal,

Wir möchten dich bitten in Zukunft auf Werbung zu verzichten.

Gerne kannst du dies auch nochmals in unseren Richtlinien nachlesen: http://www.finanzfrage.net/policy

Freundliche Grüße,

Jürgen vom finanzfrage.net Supportteam.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community