Frage von herrhofmann,

Haftpflichtversicherung mit Eigenbeteiligung, war würdet Ihr raten?

Hallo, ich habe einen Preisvergleich bei Jahresbeiträgen von Haftpflichtversicherungen gemacht. Wenn man eine Eigebeteiligung wählt, dann lässt sich der Beitrag um 50% reduzieren. Wie seht Ihr das? In den letzten Jahren hatte ich nie einen Haftpflichtfall. Dann wäre es wohl sinnvoll, einen Vertrag mit 150 Euro Eigenbeteiligung zu wählen. Was meint Ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus,

Meine Familien - Haftpflichtversicherung, für die ich ca. 70 € jährlich zahle, tritt auch bei Gefälligkeitsschäden ein.

Man tut seinem Freund, dem Nachbarn oder Arbeitskollegen einen Gefallen und leider geht dabei etwas kaputt.

Das würde bei Dir einer Selbstbeteiligung schon mal 150€ kosten und würde sich bei dem niedrigen Beitragssatz nicht lohnen.

Du kannst solche Schäden der Versicherung zwar nicht endlos melden - wenn Du dort weiter versichert sein möchtest - aber bei einem Schaden, der über 150€ liegt, hast Du schon 2 Jahresbeiträge wieder raus.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/recht/versicherungen/haftpflichtversicherung-gefaelligke...

Antwort
von Kevin1905,

Also man kriegt eine gute Haftpflicht mit allem drum und dran (Forderungsausfalldeckung, Gefälligkeitshandlung, geliehene Sachen, Mietsachen) ohne SB für 60-65 € im Jahr.

Da durch eine SB etwas sparen zu wollen ist meist sinnlos. Die meisten HPV-Schäden die abgewickelt werden, liegen unterhalb des Selbstbehaltes. Rechnet sich nicht.

Antwort
von LittleArrow,

Wenn man eine Eigenbeteiligung wählt, dann lässt sich der Beitrag um 50% reduzieren. Wie seht Ihr das?

Ich möchte darauf hinweisen, dass eine Prämiensenkung von 50 % bei einem ungenannten Prämienbetrag eine Nonsensinformation ist und keinen Wert an sich hat!

Ob € 150 oder € 300 Selbstbehalt angeboten werden und damit die jährliche Prämie von - sagen wir - € 100 auf € 50 gesenkt werden kann, ist in meinen Augen als "Peanuts" und völlig irrelevant. Auch wenn es um den kleinen Gefälligkeitsschaden, das heruntergefallene Smartphone oder die altmodische Gleitsichtbrille geht. Bei diesen Kavaliersschäden spiele ich sowieso nicht mit und risikiere nicht deshalb meinen bestehenden und künftigen Versicherungsschutz. Für kleinere, selbst verursachte Schäden muss ich halt an meinen Notgroschen. Wer mit einigen Vorschäden eine neue Versicherung sucht bzw. wegen Kündigung suchen muss, wird möglicherweise keine oder nur eine teure finden.

Wichtiger für mich ist ein dauerhafter, ausreichend hoher Schutz gegen für mich existenzgefährdende Schäden, die mir meine Ersparnisse, mein Einkommen und meine Zukunft rauben würden. Bei diesem Schutz kommt es im wesentlichen auf die versicherten Schadensmöglichkeiten (Risiken) an, vielleicht sogar mit einer Forderungsausfallversicherung für selbst erlittene Schäden, wenn der Schädiger meinen Schaden nicht zahlen kann. Daher sollte man unbedingt die Vertragsbedingungen genau studieren und den Versicherungsumfang unterscheiden lernen. Hierzu sind die detaillierten Fragen und Vergleichslisten bei z. B. transparo.de oder mr-money.de ein guter Ausgangspunkt. Vielleicht erspart man sich sogar noch die eine oder andere Zusatzhaftpflichtversicherung, weil der "normale" Versicherungsumfang jenes Risiko einschließt.

Kommentar von GAFIB ,

..."Für kleinere, selbst verursachte Schäden muss ich halt an meinen Notgroschen."...

Kann man machen, aber ist es bei den allermeisten Versicherten nicht doch so, dass man ohnehin nur alle paar Jahre (vllt. alle 5 Jahre) mal einen kleineren Haftpflichtschaden hat? Und da habe ich noch nie Probelme mit einer PHV erlebt, insofern sehe ich das Risiko des "gekündigt werdens" eher gelassen.

Der letzte Absatz ist natürlich völlig korrekt, gute Bedingungen sind wichtig - und kosten erfreulicherweise nur unwesentlich mehr.

Antwort
von Schmitti,

ICh würde von einer Eigenbeteilgung eigentlich immer abraten, weil ein üblicher Schadensfall eigentlich immer bei etwa dieser Höhe liegt. Ein so klare Ersparnis sehe ich nicht.

Antwort
von billy,

Das kommt auf die Beitragssumme an, mir erscheinen die 150 € als zu hoch. Allerdings wenn man häufiger Schäden an seinen Versicherer meldet kann es schon Sinn machen.

Kommentar von Primus ,

häufiger Schäden an seinen Versicherer meldet

Bei den meisten Versicherungen hast Du keine Chance" häufiger zu melden."....

Du bekommst die Kündigung schneller als Du denkst.

Antwort
von gammoncrack,

Das ist ja ein reines Rechenexempel.

Wenn Dein Beitrag so um die 120.- Euro liegt und Du mit einer SB 50% sparst, kannst Du Dir alle 3 Jahre einen Schaden erlauben und zahlst nichts drauf.

Ich würde das bei diesem Unterschied auf jeden Fall machen.

Bei dem Beispiel von Gafib würde ich das aber nicht machen.

Antwort
von qtbasket,

Haftpflichtversicherung mit Eigenbeteiligung bedeutet, dass man ggf. kleinere Ansprüche aus der eigenen Tasche bezahlt - das honoriert der Versicherer mit niedrigen Jahresbeiträgen.

  • In den letzten Jahren hatte ich nie einen Haftpflichtfall

Da würde ich mich nicht darauf berufen, toi,toi, toi... - denn das kann manchmal sehr schnell gehen. ( pink: I had a shit day, you had a shit day - das gibt es öfters, als man meint)

Also im Prinzip ist deine Entscheidung vom Grundsatz her richtig, nur muss das nicht bedeuten, dass du die günstigste Versicherung ausgewählt hast, das ist dann schon ein ziemlicher Aufwand.

Kommentar von LittleArrow ,

Aber besteht nicht generell für den Versicherten das Risiko, dass der Versicherer nach - sagen wir - den ersten drei Schäden (im Jahr?) den Vertrag aufkündigt?

Da macht der Selbstbehalt doch keinen wesentlichen Unterschied oder?

Antwort
von alfalfa,

Das kann Sinn geben. Ich weiß nicht wie hoch Dein Betrag ist, wir liegen mit einer Familienhaftpflicht ohne SB bei knapp 65 € im Jahr. Da hätte eine SB nicht mehr viel Sinn gegeben.

Kommentar von GAFIB ,

Vorsicht mit Selbstbehalt bei Privat-HV - das lohnt meist nicht!

(Vermutlich ist das vorliegende Basis-Angebot zu teuer, vgl. z.B. im Link):

Lasst uns mal rechnen: Ohne SB ergibt ca. 42 € p.a. (Single, 10 Mio) und 35 € mit 150 € SB. Sagen wir ruhig 10 € Differenz, dann darf mir 15 Jahre lang nichts passieren, nicht mal ein kleiner Brillenschaden...

https://www.transparo.de/versicherungen/haftpflichtversicherung/#angaben

Antwort
von althaus,

So ein Unsinn auch. Bei einem Beitrag über 70 Euro/Jahr ohne SB würde ich doch nicht mehr lange nachdenken. Da spart man am falschen Eck.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community