Frage von Didiere, 4

Haftet der Versicherer wenn man keine steuerliche Förderung bei Rürup bekommt?

Wenn man eine Rürup Versicherung abschließt aber bei Abschluss eigentlich nicht die Voraussetzungen für die steuerliche Förderung erfüllt, hat man dann Anspruch auf Entschädigung vom Versicherer? Die Rürup Rente wär ja somit dann ja unattraktiv.

Antwort
von imager761, 3

Als Versicherter darf man auch unattraktive Versicherungen abschliessen.

Bestes Beispiel: Wer als Rentner noch den Pflege-Bahr abschliesst, bekommt bei durschnittlichem Pflegeverlauf von PS I-III und 58 Monaten Pflegeheimaufenthalt bei beitragspflichtiger, aber leistungsfreier 5-jähriger Wartezeit nicht mehr raus, als er einzahlte - und im Leistungsfall immer noch weiter einzahlen muss. Trotzdem verkauft der sich wie geschnitten Brot, weil man das Geschenk des Staates von 5 EUR (!) nicht ausschlagen möchte :-(

Wenn der Vermittler alle Unterlagen ausgehändigt hat, bleibt mit der Erkenntnis nur der Widerruf oder die vertragsgemäße Kündigung. Auf die Nachteile muss er weder hinweisen noch wäre eine Falschberatung bei anderslautender Beratungsdokumentation kaum beweislich, wenn der Kunde vehement mit Vetragsabschluss und Provision droht :-)

G imager761

Kommentar von alfalfa ,

Ich schätze Deine Kommentare, doch bei Personen, die ein Gesundheitsrisiko haben kann durchaus pflege bahr eine Option sein. Und um Rendite geht es hier gar nicht, sondern Pflege Bahr ist nach Art der Schadensversicherung. Zum Thema gierige Vermittler: Der Pflege Bahr ist auf zwei Monatsbeiträge gedeckelt. Tipp: Bitte fachlich informieren, bevor man postet. Danke

Antwort
von Niklaus, 3

Die Versicherung haftet auf keinem Fall. Sie kennt weder dein Einkommen, noch deine Steuermöglichkeiten. Wenn vielleicht jemand haften könnte, dann der Vermittler. Der sollte vor dem Abschluss schon mal ausrechnen, welchen steuerlichen Vorteil der Abschluss einer Rüruprente bringt.

Ich predige es hier schon seit mehreren Jahren. Ohne Schichtenvergleich sollte keine Altersvorsorge abgeschlossen werden.


Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds
Antwort
von LinusS, 3

Wenn eine Falschberatung vorlag und Du das beweisen kannst, dann hast Du Chancen auf Entschädigung. Wende Dich mal an die Verbraucherzentrale.

Kommentar von alfalfa ,

Und die Verbraucherzentrale macht bitte genau was? Richtig! Nix. Ab zum Anwalt oder Versicherungsberater muss es heissen...

Antwort
von GeorgeAvard, 3

da eine Rürup Rente ohne die Förderung unatrraktiv wäre, sollte die Eignung positiv geprüft werden, sonst muss der Versicherer haften.

Kommentar von alfalfa ,

Nicht der Versicherer sondern der Vermittler. Wie kann jemand haften für eine Steuererklärung? Quellen bitte!

Antwort
von Privatier59, 2

Die Fragen sind: Bist Du ausreichend aufgeklärt worden vor Vertragsabschluß und, hast Du vollständige und wahrheitsgemäße Angaben gemacht. Statt Schadensersatz erscheint eine außerordentliche Kündigung ratsamer.

Kommentar von alfalfa ,

Pardon, mit Verlaub: Ausserordentliche Kündigung auf welcher Basis bitte? Achtung: VVG beachten! Und auch BGB AT Schuldrecht neue Fassung?

Kommentar von Niklaus ,

Eine Rürup -Rente ist nicht kündbar.

Antwort
von alfalfa, 2

Nun, ich frage mich grade, wer nicht die Voraussetzungen für die steuerliche Berücksichtigung eines Rürup erfüllt? Oder meinst Du Riester? Für Deine Einkommensteuererklärung haftet kein Versicherer. Höchstens der Vermittler (doof ist wenn man online abschliesst, denn dann haftet keiner). Der Vermittler auch nur dann, wenn es im Beratungsprotokoll steht und Deine Situation es im Anschrinsbeweis hergibt. Nun, Du bist schon selbst verantwortlich für das was Du unterschreibst...

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