Frage von baakbb,

Hätte man hier eine Möglichkeit der Einkommensglättung in Bezug der Selbständigkeit?

Hallo, ich bin zwar durch einen Steuerberater betreut, dennoch interessiert mich als selbständig Tätiger, ob man in Bezug auf das Einkommen nicht irgend welche gestalterischen Handlungsmöglichkeiten gehabt hätte.

Dazu mal ein paar Daten des jährlichen Gewinns: 2009 -ca. 10.000 Euro 2010 -ca. 15.000 Euro 2011 -ca. 40.000 Euro 2012 -ca. 40.000 Euro

Für dieses Jahr aber leider nur Erwartung von ca. 5.-10.000 Euro Gewinn.

Die Vorsteueranmeldungen werden monatlich abgegeben. Die Gewinnermittlung erfolgt über die Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Aufgrund der Steigerung in 2011 wurde dann mit der Jahressteuererklärung, da über 24.500 Euro auch Gewerbesteuer und Einkommenssteuer fällig. Somit also Nachzahlung und Vorauszahlung.

Auch aufgrund der höheren Umsätze, insbesondere Jahr 2011 und 2012 höhere Umsatzsteuer-Vorauszahlungen.

Jetzt ist meine Frage, ob es nicht andere Möglichkeiten gegeben hätte, um hier enstprechend Steuern sparen zu können? Ich frage deshalb, da mein Steuerberater hier auf solche Dinge erst gar nicht hingewiesen hat. Dann habe ich auch noch zufällig festgestellt, dass es Buchungen in den Jahren 2011 und 2012 darunter waren, die Betriebsausgaben waren, aber auf privat gebucht worden sind. Wenn zwar nicht ein Großteil, aber selbst wenn es ab und zu passiert, dann stimmen die Zahlen ja auch nicht.

Ich hoffe, hier gibt es ein paar Leute, die sich mit der Finanzbuchhaltung auskennen und mir mehr dazu sagen können, bevor ich mich jetzt an einen anderen Steuerberater wende.

Danke im voraus.

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von jowaku,

nur Erwartung von ca. 5.-10.000 Euro Gewinn. ... Vorauszahlungen

Wenn man es entsprechend begründen kann, könnte man beantragen, dass für das laufende Jahr die Einkommensteuervorauszahlungen auf eine Sinnvolle Höhe gesetzt werden.

Die USt-Voranmeldungen sind unproblematisch, da sie ja monatsaktuell sind.

Dann habe ich auch noch zufällig festgestellt, dass es Buchungen in den Jahren 2011 und 2012 darunter waren, die Betriebsausgaben waren, aber auf privat gebucht worden sind.

Passiert dem "Steuerberater" öfter? Hmmmm. ....


Einkommensglättung

Wird zur Zeit noch mit einer EÜR gearbeitet, oder wird bilanziert?

Bei einer EÜR gilt das Zu- und Abflussprinzip. Entscheidend ist hier der Tag des Zu- oder Abgangs des Geldes - also nicht das Rechnungsdatum.

Bei der EÜR passiert Entscheidendes für den jählichen Gewinn nur am Jahreswechsel. Wenn eine 10.000€ Rechnung vom Kunden noch dieses Jahr gezahlt wird, erhöht sich der Gewinn für dieses Jahr. Wenn er erst im nächsten Jahr zahlt, erhöht sich der Gewinn im nächsten Jahr. ...

Kommentar von baakbb ,
Wenn man es entsprechend begründen kann, könnte man beantragen, dass für das laufende Jahr die Einkommensteuervorauszahlungen auf eine Sinnvolle Höhe gesetzt werden.

Wenn nun im Januar und Februar Verluste sind, wo die BWAS bedingt durch die Dauerfristverlängerung aber erst gut 2-3 Monate später vorliegen, wie kann man dies dann begründen?

Dann habe ich auch noch zufällig festgestellt, dass es Buchungen in den Jahren 2011 und 2012 darunter waren, die Betriebsausgaben waren, aber auf privat gebucht worden sind. 

Hier sind leider bisher diese Privatbuchungen noch nicht umgebucht worden, dann stimmt doch meines Erachtens auch nicht mehr die festgesetzte Einkommenssteuer-Vorauszahlung und auch die zu zahlende Umsatzsteuer-Vorauszahlung, oder?

Wird zur Zeit noch mit einer EÜR gearbeitet, oder wird bilanziert?

Es wird nicht bilanziert, sondern eine EÜR erstellt. Dann ist es noch so, dass der Ehegatte im Betrieb auf 400 Euro-Basis mitarbeitet. Ich habe noch diese Woche von meiner Sparkasse erfahren, dass es hier steuerliche Möglichkeiten gibt, wo der Ehegatte, dann renten/-krankenversichert ist und man diesen Beitrag noch voll absetzen kann.

Auf solche Dinge hat mich mein Steuerberater noch nicht mal hingewiesen. Auch im Netz lese ich von Steuersparmodellen, hier gibt es sicherlich auch Gestaltungsmöglichkeiten, um die Steuer zu drücken (z.B. Anschaffungen, Abschreibung usw.). Im Detail weiß ich ja nicht, was man alles für Möglichkeiten hat.

Aber vielleicht sagt man mir noch mehr zu diesen Sachen bzw. zu meinen Ergänzungen. Danke im voraus.

Kommentar von jowaku ,

Was ist mit BWAS gemeint?

wie kann man dies dann begründen?

Wenn z. B. aus den Vorjahren bekannt ist, dass Januar bis März allein 50% des Gewinns liefern, und jetzt aber nur ein kleiner Teil der sonst üblichen Gewinns eingekommen ist, wäre das schon ein starkes Argument. ...

Privatbuchungen

Hier scheint es aber um 2011 und 2012 zu gehen und nich um 2013? Da müssten dann Umsatzsteuer und Einkommensteuererklärungen der betroffenen Jahre korrigiert werden.

Wer hat hier eigentlich das Durcheinander verursacht? Du, der StB, Beide? Wenn es nur der StB war, und das beweisbar ist, haftet er für dadurch entstandene Kosten.

dass es hier steuerliche Möglichkeiten gibt, wo der Ehegatte, dann renten/-krankenversichert ist

Rentenversichert geht auch bei einem 450€ Job. (450 ab 2013)

Aber Krankenversicherung zahlen und davon nur einen Teil über die Steuer wiederzubekommen, ist ein Verlustgeschäft. Da sollte sie schon deulich über 450€ verdienen, damit das Sinn macht.


Der StB scheint nicht viel zu beraten. Wie man Gewinn bei einer EÜR am Jahresende etwas schieben kann, ist ja oben beschrieben. "Mikkey" und "EnnoBecker" haben auf Alternativen hingewiesen, die aber bei einem Gewinn zwischen 10 k€ und 40 k€ zu kostspielig sein könnten.

Kommentar von baakbb ,

Danke erst Mal. Ich werde wohl doch in den nächsten Tagen mich bei einem anderen Steuerberater informieren, da ich hier bei dem aktuellen ohnehin nicht so gut beraten bin. Die Privatbuchungen sind zum Teil ein Fehler vom Steuerberater. Nur als Beispiel, wenn ein Betrag nicht explizit gewerblich gekennzeichnet ist bzw. dazu keine Rechnung beigefügt ist, dann bucht die Steuergehilfin den Betrag einfach mal so auf privat ohne nachzufragen. Es gab aber genauso Fälle wo explizit eine Rechnung über Betriebsausgaben dabei war und dennoch als privat gebucht wurde und ich habe das eben selbst hinterher bei einer Zufallskontrolle festgestellt. Vor ein paar Jahren hatte ich noch einen anderen Steuerberater, aber bedingt durch Umzug bin ich nicht mehr bei dem, aber da wurde bei Buchungen schon hin- und wieder auch mal nachgefragt, wenn was unklar war.

Kommentar von jowaku ,

Das Mädel scheint wohl nicht sehr konzentriert zu arbeiten. :-(

Sie können auch zur erhöhten Sicherheit (bei egal welchen Stuerberater) beitragen, und dabei auch gleich nochmal die Rechtmäßigkeit der an Sie gestellten Rechnungen checken, wenn Sie sich ab sofort angwöhnen, die Rechnungen deutlich (z. B. mit blauem Filzstift) mit "G" oder "P" zu kennzeichnen.

Damit könnten sogar die Fälle sauber getrennt werden, in dennen (hoffentlich nicht zu oft) mal was Privates von einem ansonsten geschäftlichen Lieferanten gekauft und aus dem Gewerbe in den Privatbesitz entnommen wird: Dann sind halt in einer Rechnung Gs und Ps zu finden, aber allen ist auf Dauer eindeutig klar, was wohin gehört..

Ich werde wohl doch in den nächsten Tagen mich bei einem anderen Steuerberater informieren, ...

Es gibt auch selbstständige Buchhalter. Die arbeiten preiswert, dürfen alles bis einschließlich der USt-Voranmeldung machen, und man könnte so die Funktionen "Buchhalten" und "Steuerberaten" sauber trennen.

Antwort
von Mikkey,

Eine andere Möglichkeit geht noch etwas weiter. Du kannst eine Kapitalgesellschaft gründen und Dir daraus ein regelmäßiges Gehalt zahlen.

GuV und Bilanz sind dann natürlich erst recht erforderlich, und Lohnbuchhaltung außerdem.

Antwort
von EnnoBecker,

Abgesehen von der zutreffenden Erfassung der richtigen Ausgaben und der Nutzung von Spezialvorschriften wie beispielsweise § 7g EStG könnte aus buchhalterischer Sicht der Umstieg auf die Bilanzierung eine Möglichkeit sein.

Das ist allerdings insofern problematisch, als eine Bilanz nebst GuV meist teurer ist als eine EÜR und der Totalgewinn über alle Perioden derselbe ist - man kann nur ein wenig besser hin- und herschieben.

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