Frage von zafira, 77

Sind Gutachten heutzutage nicht mehr bindend?

Mein Mann hatte vor 3 Wochen einen Unfall, woran er nicht Schuld war. Die Werkstatt hat den Schaden auf ca 3000€ gesetzt, womit die gegnerische Versicherung anscheinend nicht einverstanden war. Diese hat dann, vor gut 2 Wochen, einen Gutachter beauftragt, der den Schaden beagutachten soll. Leider hat der Gutachter den Schaden weitaus höher angesetzt, kurz vor einem wirtschaftlichen Totalschaden. Denn in dieses Gutachten sind viele Reperaturen aufgeführt, welche vor kurzem an dem Wagen vorgenommen wurden inkl. neuem TÜV. Nun haben wir ein Schreiben der Versicherung bekommen, in dem wir aufgefordert werden bessere Bilder in Farbe an sie zu senden. Es wurden Fotos von der Polizei, meinem Mann, der Werkstatt und dem Gutachter aufgenommen und natürlich auch vorgelegt. Vorher werde kein Geld ausgezahlt. Nun zu meiner Frage. Was darf diese Verscherung noch verlangen, bevor die das Geld an uns zahlen um den Schaden endlich reparieren zu können? Ist dieses Gutachen nicht bindend?

Antwort
von Privatier59, 59

Die Versicherung will das Gutachten des von ihr selber beauftragten Sachverständigen nicht anerkennen? Das ist dann allerdings schon sehr überraschend.

Die dann folgende Reaktion der Versicherung ist dann allerdings nicht mehr überraschend. Das ist die übliche Taktik um die Gegenseite mürbe zu machen.

Offenbar seid Ihr nicht anwaltlich vertreten. Das könnte sich als Fehler erweisen. In solchen Fällen ziehen gerade in Verkehrsunfallsachen Versicherungen die Schadensregulierung gerne in die Länge. Ein probates Mittel dagegen ist immer, wenn man eine Frist setzt und Klageerhebung nach fruchtlosem Fristablauf androht. Das sollte man einem Anwalt überlassen damit die Versicherung die Sache auch ernst nimmt.

Anwaltskosten sind im übrigen von der Versicherung des Unfallverursachers zu erstatten.

Kommentar von EnnoWarMal ,

So sehe ich das auch.

Mit einer Einschränkung: Gutachten sind selbstverständlich nicht bindend. Die Gegenseite kann ja ebenfalls einen Gutachter schicken.

Deswegen gibt es ja Zivilgerichte.

Antwort
von benjaminstiess, 52

Entschuldigung, aber die Antwort von Privatier59 ist nicht gerade hilfreich und enthält ausschliesslich nutzlose Informationen.Ich hoffe ich mache es besser.Ich gehe hoffentlich ausführlich genug auf Ihre Fragestellung ein.Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die Schuldfrage und damit auch die Haftungsfrage klar und nicht bestritten vom Unfallgegner.Zur Schadensabwicklung: 1.haben Sie eine klare Mitwirkungspflicht.Ein Anwalt ist hierzu nicht notwendig, denn die Rechtslage ist ja eindeutig.Eine Kfz-Werkstatt kann zwar einen Kostenvoranschlag machen, was jedoch keinem Gutachten eines vereidigten Sachverständigen entspricht.Es ist in erster Linie völlig normal, dass hier die gegnerische Versicherung mehr Informationen wie Unfallbericht und/oder Bilder einfordert.Wenn man diese Angaben bereits gemacht hat, ist man seiner Mitwirkungspflicht ja nachgekommen.Man selbst ist nicht verpflichtet weitergehende Angaben zu machen oder es ist nicht statthaft diese einzufordern.Wenn die gegnerische Versicherung einen vereidigten Gutachter beauftragt um die Schadenshöhe festzustellen, ist das ein normaler Vorgang.Man selbst MUSS keinen Gutachter stellen und die Werkstatt hat auch Ihnen sicherlich nur eine ungefähre Schätzung abgegeben in Form eines KVA.Es bleibt für Sie nur abzuwarten, wie die Bewertung des gegnerischen Gutachters ausfällt.Eine Auszahlung direkt an Sie ist nur unter Vorlage eines Kostenvoranschlages und unter Abzug der MwSt möglich und branchenüblich.Üblich ist eine Abtretungserklärung an die Werkstatt, sprich die Werkstatt rechnet direkt mit der Versicherung ab.Man selbst hat keinen Ärger mit der Werkstatt, wenns ums Bezahlen geht.Die gegnerische Versicherung gibt meist spätestens nach 1 Woche(üblicher Ablauf!) eine Reparaturfreigabe, wenn Gutachten und Unterlagen wie Bilder vollständig vorliegen an die beauftragte Werkstatt.Die Werkstatt dürfen Sie hierbei als Geschädigter frei wählen.Z.B. die Fachwerkstatt des Fahrzeugherstellers oder Ihres Vertrauens.Wenn man die Totalschadenregelung (geht auch bei Beträgen die knapp darunter liegen!-man muss nur gut verhandeln können)in Anspruch nehmen möchte, geht das Fzg in den Besitz des Versicherers über und man bekommt entweder ein gleichwertiges Ersatzfzg (gleiche Art und Güte!)oder die entsprechende begutachtete Summe direkt ausbezahlt für eine Beschaffung eines anderen Fzg.Wenn man die obigen Punkte beachtet muss man nicht gleich zum Anwalt rennen, sondern kann sich ohne Ärger und Probleme über ein schnell repariertes Auto freuen.Ein freundliches Telefongespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter hilft oft mehr, als sinnlose Beiträge klagefreudiger Menschen ohne wirkliche Kenntnisse der Branche.Mit freundlichen Grüßen,Benjamin StießVersicherungsfachmann IHK

Kommentar von Privatier59 ,

Im Gegensatz zu Dir habe ich schon Verkehrsunfallsachen anwaltlich bearbeitet und erlaube mir das Urteil, daß Deine Tipps weitgehend wertlos sind. Wer sich auf ein "freundliches" Gespräch mit der Versicherung des Gegners einläßt hat schon verloren. Er wird in der Folge erleben müssen, nur noch mehr über den Tisch gezogen zu werden.Aber Du als Versicherungsfachmann weißt das ja am besten.

Kommentar von Snooopy155 ,

Benjaminstiess, Du hast zwar viel geschrieben, aber das ist nicht wirklich hilfreich.

Die gegenerische Vesischerung hat einen selbst einen Gutachter beauftragt und nun erkennt sie dessen Gutachten nicht an und stellt weitere Forderungen an den Geschädigten. Für aussagekräfige Bilder hat sie sich an die Polizei zu wenden, die den Unfall aufgenommen hat oder an ihren Gutachter. Um die Versicherung zur Schadensregulierung zu bewegen hiflt nur ihr eine Frist zu setzen und danach zu klagen.

Kommentar von LittleArrow ,

.Ich hoffe ich mache es besser.

Nein, absolut nicht!

Lieber benjamienstiess:

Dein Text ist sehr schwer zu lesen. Vielleicht kannst Du mal Absätze oder Ähnliches einarbeiten.

Im Übrigen sollten Sie vielleicht doch vor einer Beantwortung nochmal die Frage und die übrigen Antworten lesen:


Diese (gegnerische Versicherung) hat dann, vor gut 2 Wochen, einen Gutachter beauftragt, der den Schaden beagutachten soll. Leider hat der Gutachter den Schaden weitaus höher angesetzt, kurz vor einem wirtschaftlichen Totalschaden.

Kommentar von Privatier59 ,

Was benjamienstiess uns hier präsentiert ist das seit geraumer Zeit von der Versicherungswirtschaft praktizierte Schadensmanagement:

Gleich nach einem Unfall versuchen psychologisch geschulte Versicherungsmitarbeiter den Geschädigten am Telefon davon zu überzeugen, daß alles viel schneller und besser laufe wenn er auf anwaltliche Vertretung verzichtet.

Dadurch spart die Versicherung die Erstattung der Anwaltskosten.

Die von der Versicherung beauftragten Gutachter werden mit Sicherheit weniger berechnen als ein unmittelbar vom Geschädigten beauftragter Gutachter. Schon wieder gespart.

Es gibt zahlreiche Stellschrauben bei der Schadensberechnung. Man kann beispielsweise einen Kratzer am Stoßfänger für einige hundert Euro unkenntlich machen oder aber den Stoßfänger für 1000 Euro und mehr austauschen. Man rate mal, was der Versicherungsgutachter als Schadensbeseitigungsaufwand ansetzen wird. Schon wieder hat die Versicherung gespart.

Das kann man munter so fortsetzen.

Hier hat sich die Versicherung ein Eigentor geschossen. Das Gutachten ihres eigenen Gutachters fiel für sie überraschend schlecht aus. Statt sich als fairer Verlierer zu geben macht sie etwas, wofür es auf dem Fußballplatz die rote Karte gibt: Nachtreten. So was sollte man sich als Geschädigter nicht gefallen lassen.

Kommentar von Juergen010 ,

Wenn man sich Ihre Textwüste so durchliest, Herr Stieß, kommt man nicht umhin anzunehmen, dass Sie entweder von der Versicherungsbranche und den dort tatsächlich herrschenden Regulierungsvermeidungstaktiken, absolut keine Ahnung haben oder hoffen mit ihrem Pro-Versicherungs-Plädoyer Punkte zu sammeln.

Bitte schauen Sie mal an sich herunter:

Wenn kein Seil um Ihre Füsse gewickelt ist, stehen die Chancen schlecht, Sie wieder aus dem A.... der Versicherungswirtschaft herausziehen zu können.

Offensichtlich haben Sie in Ihrem Übereifer übersehen, was selbst der Fragestellerin schon aufgefallen ist: Nämlich, dass die Versicherung ihrem eigenem Gutachten entgegentritt.

Der einzige Grund, der mir dazu einfällt ist doch wohl, dass das eigene Gutachten einen höheren Schaden festgestellt hat, als der KVA der Werkstatt.

Landläufig nennt man so etwas den klassischen Schuß ins Knie. ..;-)

Der Fragestellerin sei abschließend anzuraten, genauso wie es Privatier59 schon beschrieben hat zu verfahren und schleunigst einen Anwalt zu beauftragen.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Wer soll denn so eien Buchstabensuppe entziffern?

Nach der ersten Zeile hab ich aufgehört zu lesen.

Lernt man heutzutage nicht mal mehr Schreiben in der Schule?

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