Frage von mirok, 5

Günstigere KFZ-Versicherung durch elektronisches Überwachungsgerät - was haltet ihr davon?

Ein Versicherungskonzern in den USA denkt darüber nach günstigere KFZ-Versicherungen anzubieten, wenn man ein elektronisches Überwachungsgerät mitführt, dass sämtliche Daten zu der Fahrweise aufzeichnet und übermittelt. Was haltet ihr davon? Würdet ihr ein solches Angebot nutzen?

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kfz-versicherung-von-aig-und-vodafone-mit-tot...

Antwort
von namoe, 5

Der Versicherungskonzern kann dadurch bestimmt wichtige Informationen erhalten. Aber was bringt es letztendlich dem Kunden. Klar einen günstigeren Versicherungsbeitrag. Langfristig gesehen kann es aber auch negative Auswirkungen haben. Zieht das Versicherungsunternehmen nämlich in die Berechnung der Beiträge mit ein, versucht man als Autofahrer wahrscheinlich sich an die gewünschte Fahrweise der Versicherung anzupassen. Ich würde mich beobachtet und nicht mehr frei beim Fahren fühlen. Also erst gar nicht mit so etwas anfangen.

Antwort
von RatsucherZYX,

Den Anlauf hatten wir vor 20 Jahren schon einmal mit den UDS = Unfalldatenspeicher, der von der Industrie angeboten wurde. Auch damals gab es in Deutschland schon Versicherungen, die darauf 10 - 15 % Rabatt auf die Haftpflkichtversicherung angeboten haben.

Der UDS hat sich in Deutschland aber nicht durchgesetzt, da sich die Autofahrer nicht überwachen lassen wollten. Diejenigen, die vor einer objektiven Aufklärung des Unfallgeschehens keine Angst hatten, waren in der Minderzahl.

Wer macht derzeit ein solches Angebot?

Antwort
von Kalli77,

Es kommt halt auch auf die Ersparnis an. Wenn die groß genug ist, könnte ich mir das schon vorstellen. Allerdings muss auch sichergestellt sein, dass die Daten sicher sind und nicht irgendwie weitergeleitet oder weitergenutzt werden...

Antwort
von neckholder,

kommt auf den Preis an fürs Gerät, grundsätzlich ist nicht alles gut, was von den USA zu uns kommt. Bin skeptisch

Antwort
von gammoncrack,

Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Blackbox. Das System wurde auch schon von einigen deutschen Versicherern in Tarifierungsüberlegungen einbezogen, kommt aber noch nicht zur Anwendung. Problematisch ist vor allen Dingen der Datenschutz.

Möglichkeiten zur Tarifgestaltung ergeben sich hieraus schon.

So könnte man z. B. das Fahrverhalten sehr stark berücksichtigen. Wieviel wird in der Stadt, auf der Landstraße und auf der Autobahn gefahren. Die Versicherer könnten hier beispielsweise einen bestimmten Cent-Betrag für jeden gefahrenen Kilometer erheben, wobei die Landstraße am teuersten wäre, die Autobahn am günstigsten. Mehrmalige Geschwindigkeitsüberschreitungen würden für Beitragszuschläge sorgen. Usw., usw.

Ich persönlich habe immer gesagt, dass diese Blackbox nur Sinn macht, wenn der Gesetzgeber sie verbindlich für jedes Auto vorschreibt. Der freiwillige Einbau bringt nicht viel, da der "Verkehrschaot" es eben nicht machen würde.

Mein Satz: "Fragt die Kunden, wer sich eine Blackbox einbauen lassen würde und gebt denjenigen, die zustimmen einen Beitragsnachlass. Auf den Einbau können wir verzichten."

Antwort
von Sobeyda,

Ich würde lieber eine erhöhte Versicherungsprämie zahlen, als dass die Versicherung haarklein weiß, wann mein Auto wo gefahren ist. Das weckt nur Begehrlichkeiten, siehe LKW-Maut.

Aber da ich mein Autoo verkauft habe, sind das eher theoretische Überlegungen.

Antwort
von freelance,

was soll denn noch alles protokolliert, überwacht werden?

Es gab mal den Roman/ Film 1984. Das was damals skizziert wurde, dürften wir lange überschritten haben.

Letztendlich wird der Preisvorteil entscheiden, was ich davon halte. Spontan würde ich sagen: nur wenn die Versicherung geschenkt ist, dann würde ich es machen.

Drehen wir mal das Problem um: alles wird protokolliert. Dann stellen die fest, dass ich nicht in das Schema passe. Und dann? Soll ich dann mehr zahlen?

Oder noch ein Fall: es kommt zu einem Unfall. Dann hat die Versicherung mglw. den Beweis, dass sie den Schaden nicht zahlen muss, weil ich 1,5 km/h zu schnell gefahren bin.

Oder sie stellen fest, dass ich immer in einer Gegend parke, die riskant ist. Und dann?

Ich würde es - never ever - nutzen!

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