Frage von attlok1000, 1.815

grundsicherung im alter wieviel kann ich anrechnungsfrei dazuverdienen

Ich bekomme 541,03 EUR Rente + 251,37 EUR Grundsicherung vom Sozialamt, davon muß ich 159,25 EUR AOK+Pflegeversicherung selbst bezahlen. Meine Frage: wieviel darf ich Anrechnungsfrei dazuverdienen ? Danke und viele Grüße!

Antwort
von billy, 1.672

Das dürfen Sie hinzuverdienen Egal ob Sie eine Grundsicherung erhalten, weil Ihr eigenes Einkommen nicht ausreicht, oder ob Sie über gar keinen Verdienst verfügen und einen Job annehmen wollen, die Berechnung ist in beiden Fällen die gleiche. Sie können Geld hinzuverdienen, das Ihnen nicht oder nur zum Teil angerechnet wird. Als sogenannter Freibetrag werden 100 Euro nicht an die Sozialleistung angerechnet. Dieser Betrag bleibt Ihnen also zusätzlich ohne Abzüge. Wenn Sie zwischen 100 Euro und 1000 Euro hinzuverdienen, bleiben 20% ohne Anrechnung. Falls Sie alleinstehend und ohne Kinder sind, bleiben Ihnen von einem Verdienst zwischen 1000 und 1200 Euro weitere 10%. Die Obergrenze erhöht sich auf 1500 Euro, falls Sie Kinder haben. http://www.helpster.de/zur-grundsicherung-hinzuverdienen-das-sollten-sie-beachte...

Kommentar von cyracus ,

Hallo billy, DEINE ANTWORT IST FALSCH!

Du verwechselst hier Grundsicherung im Alter mit Hartz IV / ALG II. - Die Freibeträge beim Zuverdienst dieser beiden Arten von Grundsicherung sind verschieden.

Bei Grundsicherung im Alter darf ab dem 1. Eurolein nur 30% behalten werden, und dieser Freibetrag ist zudem auch noch gedeckelt. Wenn 50% des Regelsatzes erreicht ist, kassiert alles weitere das Grundsicherungsamt.

Einen Sockelfreibetrag von 100 Euro wie bei Hartz IV gibt es bei Grundsicherung im Alter nicht (ist ungerecht und fies, aber so wollen es die selbst am Hunger leidenden für die Gesetze zuständigen Politiker).

Nur sehr wenige Ausnahmen gibt es:

Bei bestimmten steuerfreien Tätigkeiten, wie zum Beispiel einem Ehrenamt, werden bis zu 175 Euro monatlich nicht als Einkommen berücksichtigt.

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Bitte gib bei Grundsicherung im Alter und bei Grundsicherung wegen Erwerbsunfähigkeit immer nur diese Auskunft zum Freibetrag bei Zuverdienst.

Antwort
von cyracus, 1.569

Hallo attlok, unter der Antwort von billy habe ich ja Deine Frage schon beantwortet. - Hier habe ich mit Rechenbeispielen aufgelistet, wie "hoch" der Freibetrag beim Zuverdienst ist:

http://www.finanzfrage.net/frage/im-rentenalter-arbeiten-wenn-man-grundsicherung...

Weil inzwischen der Regelsatz etwas höher ist als in meinem Beispiel, ist auch die Deckelung etwas höher.

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Ich verstehe nicht, wieso Du Deine Kranken- und Pflegeversicherung aus Deinem Regelsatz bezahlen musst. Bei der aufstockenden Grundsicherung im Alter wird es doch so berechnet:

Regelsatz + (angemessene) Wohnunterkunftskosten + Kranken-/Pflegeversicherung, minus eigene Rente, und die Differenz ist dann die Grundsicherung, die auf Dein Konto überwiesen wird.

Ich empfehle Dir, hole Dir vorsichtshalber auch Rat bei einer Sozialberatung (google so und füge Deinen Wohnort hinzu oder den nächstgrößeren, falls Deiner klein ist).

Kommentar von cyracus ,

Vorsorglich auch diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger behandelt.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Es gibt auch ehrenamtliche Behördenbegleiter. - Google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Zum Amt mit einer erfahrenen Begleitpersonen zu gehen ist in diesem Fall sehr empfehlenswert.

Lass Dich nicht irritieren, dass auch auf "Hartz IV" Bezug genommen wird. - Manchmal bekommt man auf diese Weise auch für Grundsicherung im Alter und bei Erwebsunfähigkeit wichtige Infos (wie hier zu den Beiständen).

Antwort
von MadRampage, 997

Details stehen hier: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_re...

  • Nur bei bestimmten steuerfreien Tätigkeiten (Ehrenamt) werden bis zu 175 Euro monatlich nicht als Einkommen berücksichtigt.

  • Alle andern Einkommen wie Rente, Nebenjob, Zinsen, Miete usw. werden als Einkommen bei der Grundsicherung berücksichtigt, das heißt fast alle Einkommen werden auf die Grundsicherung angerechnet.

Kommentar von cyracus ,

Deine Antwort ist teilweise richtig. Beim Zuverdienst gibt es einen Freibetrag von 30% ab dem 1. Euro, der gedeckelt ist bis 50% des Regelsatzes.

Kommentar von MadRampage ,

Also wir sind uns einig: einen "anrechnungsfreien Freibetrag" gibt es nicht. Es wird (fast) jedes Einkommen angerechnet wobei die Anrechnung zu 70% erfolgt und damit 30% des Einkommens beim Grundsicherungsempfänger bleiben.

Kommentar von cyracus ,

Genau das + Deckelung habe ich geschrieben.

Antwort
von Kevin1905, 1.098
wieviel kann ich anrechnungsfrei dazuverdienen

0,- €.

Es wird vom ersten € an alles zum Teil angerechnet. SGB XII funktioniert anders als SGB II.

Ausnahmen siehe die anderen Beiträge.

Antwort
von Zitterbacke, 848

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales schreibt dazu :

"Als Einkommen werden grundsätzlich alle Einkünfte in Geld oder Geldeswert berücksichtigt. Darunter zählen u.a. Arbeitseinkommen auch aus geringfügiger Beschäftigung, Renten (auch aus privater oder betrieblicher Vorsorge), Kindergeld, Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz."

http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Sozialhilfe/Grundsicherung-im-Alt...

Gruß Z... .

Kommentar von cyracus ,

Hallo Zitterbacke, bei dieser Frage geht es darum, wieviel der / die Fragende vom Zuverdienst behalten darf, also um den Freibetrag.

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