Frage von maxfranke, 208

Grundschulddarlehen ohne Einkommen

Hallo
wie und bei welcher Bank ist es möglich ein 75.000€-Grundschulddarlehen ohne Einkommen zu bekommen?
Es handelt sich um ein EFH das vermietet werden soll(Wert 300.000€).
zZ kein Einkommen vorhanden und bewohne mietfrei eine weitere Immobilie.
Beide Immobilien befinden sich in meinem Besitz und sind unbelastet.
Dazu meint meine Hausbank das würde sich nicht darstellen lassen

Antwort
von gandalf94305, 187

Zur Gewährung eines Darlehens möchte jede Bank zwei Dinge geklärt haben:

  • Besicherung: das dürfte durch die Grundschuld darstellbar sein. Aufgrund der geringen Beleihung sollten auch attraktive Zinssätze möglich sein.

  • Leistungsfähigkeit zur Bedienung der Raten: das sehe ich ohne Einkommen überhaupt nicht.

Die Einhaltung der europäischen und weltweiten Regelwerke für Banken wurde mit Basel II/III noch weiter verschärft - auch zum Schutz der Kunden.

Natürlich könntest Du argumentieren, daß die laufenden Mieteinnahmen aus der Immobilie wahrscheinlich im Bereich von > 10.000 EUR p.a. liegen dürften, d.h. locker aus den Mieteinnahmen das Darlehen zu zahlen wäre (sogar mit einer hohen Tilgungsrate). Jedoch besteht hier ein klares Risiko für die Darlehensgeberin, wenn die Mieteinnahmen ausfallen sollten bzw. kein Mieter initial vorhanden ist.

Allerdings gibt es ja auch noch die Anforderung, einen Lebensunterhalt zu bestreiten und laufende Nebenkosten der Immobilien zu tragen. Das dürfte die Mieteinnahmen deutlich übersteigen. Man rechnet ca. 850 EUR p.m. für eine Person, d.h. die hypothetischen Mieteinnahmen dürften für die Darlehenstilgung und Deinen Lebensunterhalt gerade so knapp vielleicht reichen.

Wäre es eine Gewerbeimmobilie mit einem bestehenden Mietvertrag auf z.B. drei Jahre, würde sich das etwas anders darstellen. Für eine private Wohnimmobilie wird jedoch wahrscheinlich jede Bank das Risiko höher bewerten als die Chance auf Margen/Zinsen aus dem Darlehen.

Womit bestreitest Du denn heute Deinen Lebensunterhalt?

Kommentar von Privatier59 ,

Womit bestreitest Du denn heute Deinen Lebensunterhalt?

Mit der Hoffnung auf den Kredit?

Kommentar von maxfranke ,

Danke erstmal für diese ausführliche Einschätzung. Ich lebe derzeit von gelegentlichen Einkommen aus selbständiger, teilweise auch nichtselbständiger Arbeit.

Antwort
von Franzl0503, 161

Max:

Darstellen lässt sich im Grunde vieles, wenn man mit den Folgen leben kann.

Im Interesse einer wirtschaftlichen Verwaltung wird kein Institut an einer Darlehensvergabe interessiert sein, wenn es bereits aufgrund der Sachlage bei Darlehensgewährung befürchten muss,

fällige Leistungen ständig anzumahnen zu müssen, sich mit Zwangsbeitreibungsaktionen zu beschäftigen, Sachpfändungen durchführen zu lassen (Gehalts-/Lohnpfändungen entfallen ohnehin) mit dem Gerichtsvollzieher und/oder Drittschuldnern zu kommunizieren, Zwangsverwertungsmaßnahmen in das Grundstück zu betreiben um schließlich irgendwann aus dem Erlös eines Notverkaufs oder der Zwangsversteigerung vollständig befriedigt zu werden.

Antwort
von Privatier59, 141

Da wird die Einschätzung der Hausbank wohl von vielen anderen Banken geteilt werden. Die Frage ist dann doch, wovon Zins und Tilgung des Darlehens bezahlt werden sollen. Die bloße Absicht, Einkünfte durch Vermietung erzielen zu wollen, erscheint da doch recht vage. Zum einen bedeutet Vermietung ja nicht, dass man alle erzielten Einkünfte für die Kreditbedienung verwenden könnte. Es gehen vielmehr die üblichen Bewirtschaftungskosten ab und in Deinem speziellen Fall muß anschließend noch der Lebensunterhalt finanziert werden. Wenn es sich nicht gerade um eine Luxusimmobilie handelt, dürfte danach kein Überschuß mehr da sein. Was bleibt denn dann für die Bank? Allein auf die Sicherheit zweier unbelasteter Immobilien wird sich keine Bank gerne verlassen wollen. Zwangsversteigerungen sind nämlich mit erheblichem Aufwand verbunden und ziehen sich nicht selten über Jahre hin.

Kommentar von maxfranke ,

So eine Verfahrensweise ist schon äusserst plausibel und auch vorteilhaft, allerdings nur für die Darlehensgeberin.

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