Frage von MonikaBirgitt,

Grundschuld kann nicht gelöscht werden, was tun?

Wir haben im Nov. einen Kaufvertrag über eine Eigentumswohnung beim Notar abgeschlossen. Es ist noch eine Grundschuld eingetragen, die lt. Eigentümerin bezahlt wurde. Sie findet die Unterlagen nicht. Der Notar hat sich mit der Bausparkasse in Verbindung gesetzt, die wohl nicht antwortet. Jetzt schlägt uns die Verkäuferin vor, die Wohnung zu bezahlen und den Betrag, der der Höhe der Grundschuld entspricht auf ein Anderkonto beim Notar einzuzahlen. Was kann passieren, wenn wir auf den Vorschlag der Verkäuferin eingehen und sie die Grundschuld nicht löschen lassen kann?? Können wir vom Kaufvertrag zurücktreten? Wie haben bereits den Makler bezahlt. Können wir das Geld zurückfordern?

Antwort
von Franzl0503,

MonikaBirgitt: Hat der Notar oder die Verkäuferin die Bausparkasse unter Nennung der Vertragsnummer, des Sachverhalts und unter Übersendung einer aktuellen Grundbuchblattabschrift (wichtig!) um Auskunft und Übersendung einer Löschungsbewilligung ersucht, wird sie innerhalb von zwei Wochen reagieren, selbst wenn der Vorgang Jahrzehnte alt und längst weggelegt ist.

Was dir die Verkäuferin oder andere auch erzählen mögen, du musst schlimmstenfalls davon ausgehen, dass der Bausparkassengrundschuld noch eine Forderung zugrunde liegt, vielleicht hält sie aufgrund Pfändung oder Abtretung ein anderer.

Auf Notaranderkonto wären zu hinterlegen: 35 000 + 18 % Zinsen (Genaue Zinshöhe steht im Grundbuch) für 4 Jahre= zusammen rd. 60.200 €.

Achte darauf, dass die Kosten der Hinterlegung (Hebegebühr) von mindestens 230 € und die gesamten Kosten der Lastenfreistellung die Verkäuferin zu tragen hat, denn du hast ja lastenfrei gekauft und für die Lastenfreistellung hat die Verkäuferin zu sorgen.

Antwort
von topspin,

Der Notar kann Dir hier sicher am besten Rede und Antwort stehen, ich denk das mit dem Anderkonto geht so i.O.-irgendwann geht die Löschung durch, aber so ein Aufgebot wg. verlorener Unterlagen dauert eben.

Kommentar von MonikaBirgitt ,

Danke Dir für Deine prompte Antwort. Ist es üblich, dass man in so einem Fall der Verkäuferin schon den größten Teil des vereinbarten Preises bezahlt und nur der Gegenwert der Grundschuld (in unserem Fall nur 35.000 €) auf das Anderkonto geht?

Kommentar von gammoncrack ,

Der Betrag auf dem Notaranderkonto sollte eben so hoch sein, dass damit die Grundschuld bezahlt, und somit dann auch gelöscht werden kann. Das ist dann finanziell ohne Risiko. Der Notar wird wohl vertrag festhalten, dass der Betrag eben dann dafür verwendet wird.

Kommentar von MonikaBirgitt ,

Kann in dem Fall dann schon die Auflassung erfolgen?

Kommentar von gammoncrack ,

Ich denke einmal, dass der Notar die Frage gut beantworten kann.

Kommentar von Franzl0503 ,

topspin: Welche angeblich verlorengegangenen Unterlagen sollen aufgeboten werden? Eine "neue" Löschungsbewilligung kann ohne weiteres und jederzeit erstellt werden. Die Rede ist von einer Grundschuld und nicht von einer Briefgrundschuld. Die Gläubigerin (Bausparkasse) ist bekannt.

Antwort
von qtbasket,

Der Notar hat sich mit der Bausparkasse in Verbindung gesetzt, die wohl nicht antwortet.

Das ist nicht glaubhaft !!! Meiner Meinung nach ist das ein Lüge des Verkäufers !!

Jetzt schlägt uns die Verkäuferin vor, die Wohnung zu bezahlen und den Betrag, der der Höhe der Grundschuld entspricht auf ein Anderkonto beim Notar einzuzahlen.

Blos nicht - grundsätzlich: Geld wird nur dann auf ein Anderkonto beim Notar überwiesen, wenn Lastenfreiheit besteht, das bedeutet die Grundschuld gelöscht ist !!! Normalerweise erfolgt das Zug um Zug.

Hier ist beim Verkäufer etwas faul, denn wenn er verkaufen will, kann er von seiner Bank die Löschung des Grundbucheintrages verlangen - die wird wiederum auf der Bezahlung einer restschuld bestehen. Normalerweise managt das ein Notar.

Frist setzen, bis die Lastenfreiheit erolgt sein muss, dann die notarielle Rückabwicklung verlangen. Es könnte sogar ein zivilrechtlicher Schadensersatzanspruch entstehen.

Da der Vertrag schon notariell beurkundet ist, nichts ohne Rechtsbeistand unternehmen.

Kommentar von MonikaBirgitt ,

Das heißt, wenn ich eine Frist gesetzt habe und die nicht eingehalten wird, kann ich vom Vertrag zurücktreten? Was ist eine angemessene Frist.? Wer erstattet mir die Kosten für den Makler?

Kommentar von qtbasket ,

Du musst dir ggf. alles vor Gericht erstreiten - zunächst sollte der beurkundende Notar dir eine Erklärung geben - kann er das nicht oder tut er das nicht, dann solltestbdu dich rechtlich beraten lassen, zunächst von einer Verbraucherzentrale und die nächsten Schritte planen.

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