Frage von sirpomme, 100

Grundsätzliche Fragen zur Lebensversicherung

Hallo, ich habe seit 1990 eine Kapitallebensversicherung, sie soll noch bis 2021 laufen. Nun hab ich mal ein paar grundsätzliche fragen! 1.Gilt der garantierte Zinssatz von 1990 oder ändert der sich? 2. Die hat Anfangs 100DM / monatl. gekostet (inzwischen 200€), werden dann die kompletten 100 DM verzinst oder fällt ein Teil der Summe weg, was der Versicherungsschutz kostet? 3. Kann ich jetzt ungefähr errechnen wie hoch die Auszahlung in 2021 wäre? 4.Bleibt bei einer Stillegung der Versicherungsschutz betsehen (mit geringerer Versicherungssumme?)

Antwort
von kostolany, 75

offenbar ist deine KLV dynamisiert, wenn du inzwischen den vierfachen Beitrag zahlst. Von deinen Beiträgen wird nach Abzug aller Kosten jeweils lediglich der Sparanteil verzinst. Die genaue Höhe des Sparanteils wird dir die Versicherung nicht mitteilen, muss sie leider auch nicht. Wenn du wie ich die KLV-Check Software nutzt, kannst du am Verlauf der Renditekurve auch erkennen, dass in den ersten Jahren der Sparanteil praktisch Null ist. D.h. deine Beiträge werden fast vollständig von Risiko-, Verwaltungs- und vor allem Abschlusskosten aufgefressen. Die Abschlussprovision ist irgendwann getilgt ("gezillmert"), übrig bleibt dann meist noch eine monatliche Bestandsprovision, ebenfalls ein versteckter Posten, den du abdrückst. Für eine Renditeberechnung brauchst du aber keine finanzmathematische Ausbildung. Dafür genügt das gängige Zahlungsflussmodell, das offenbar auch KLV-Check benutzt. In Excel gibt es dafür die IKV-Funktion. Die ist dort aber unhandlich, weil du dir Schätzwerte aus den Fingern saugen musst. Ausserdem hast du dann immer noch keinen grafischen Verlauf anhand deiner Prämien und den jährlichen Standmitteilungen. Und andere Dinge wie Hochrechnungen, relative Wertsteigerungen (von Standmitteilung zu Standmitteilung) und die Berücksichtigung verschiedener Leistungsanteile, die KLV-Check liefert. Klingt jetzt wie Werbung, aber ich nutze die wirklich günstige Software selbst seit fast 4 Jahren und bin sehr, sehr, sehr zufrieden 8-)

Antwort
von Kevin1905, 56
Gilt der garantierte Zinssatz von 1990 oder ändert der sich?

Es gilt der Höchstrechnungszins des Abschlusszeitraums.

  1. Die hat Anfangs 100DM / monatl. gekostet (inzwischen 200€), werden dann die kompletten 100 DM verzinst oder fällt ein Teil der Summe weg, was der Versicherungsschutz kostet?

Dreigeteilter Beitrag. Sparanteil, Risikokosten, Verwaltungskosten. Aus dem Sparanteil werden anfangs die Abschluss- und Vertriebskosten bedient (Provision/Courtage). Risikokosten sind recht hoch, aufgrund des Todesfallschutzes, Verwaltungskosten fallen immer an.

Kann ich jetzt ungefähr errechnen wie hoch die Auszahlung in 2021 wäre?

Mit finanzmathematischer Ausbildung eventuell. Ansonsten würde ich den Versicherer anschreiben. Eigentlich solltest du jährliche Standmitteilungen automatisch bekommen.

Bleibt bei einer Stillegung der Versicherungsschutz betsehen (mit geringerer Versicherungssumme?)

Nö.

Antwort
von betroffen, 66

Es gilt der Zinssatz vom Tag des Versicherungsabschlusses, bei dir 1990 = 3,50 % auch heute noch.

Ja, für den Versicherungsschutz geht ein Teil ab. Desweiteren für Provision, Verwaltung, Verwaltungsgebäude, Gewinn, Rücklagen und Dividenden der Aktionäre usw...

Wenn die Versicherung seit so langer Zeit läuft müsstest du ca. 20 Jahresabrechnungen besitzen. Darin wird die zu erwartende Summe nach Status Quo am Tag der Jahresabrechnung oder vorangegangenem 31. des Monats aufgeführt. Die Tendenz geht zur Zeit nach unten - da kann man nur schätzen!

Silllegung ?! Wenn du sie beitagsfrei stellen lassen willst, hast du selbstvertändlich Kürzungen bei allen Leistungen.

Kommentar von betroffen ,

Stilllegung ?!

Antwort
von Sobeyda, 53

Da hier teilweise falsche Dinge stehen, muss ich nochmal meinen Senf dazu geben:

  1. Der Zins, der zu Anfang des Vertrages vereinbart war, gilt weiter. Das dürften bei Dir 3,5% sein.

  2. Verzinst wird der Sparbeitrag. Von Deinem Beitrag gehen noch die Kosten ab, wieviele kann ich nicht sagen. Risikobeiträge werde sehr wahrscheinlich keine mehr abgezogen, weil der Rückkaufswert (das, was Du kriegen würdest, wenn Du kündigst) über der vereinbarten Todesfallleistung liegen dürfte. In diesem Fall hat die Versicherung kein Risko mehr zu tragen und darf folglich keine Risikobeiträge vereinnahmen. Möglicherweise wird es wegen der Dynamik einen kleinen Risikobeitrag geben, das hängt von den Überschüssen ab; aber ich denke eher nicht.

Der Zins von 3,5 % wird aber nicht nur auf den Sparbeitrag gewährt, sondern auch auf das Deckungskapital (den Betrag, den Du schon angespart hast) und das ist das Entscheidende.

  1. Da Dein Vertrag eine Dynamikvereinbarung hat, kann eine Voraussage zwar gemacht werden, aber Versicherungen rechnen immer ohne Dynamik. Eigentlich müsstest Du eine Standmitteilung bekommen haben, aus der kannst Du zumindest ersehen, was Du als Ablaufleistungen kriegst, wenn Du den jetzigen Beitrag bis zum Ende weiter zahlst.

  2. Ja, auch bei einer Stillegung hast Du nach wie vor Versicherungsschutz mit entsprechend geringerer Leistung. Wie hoch diese Leistung ist , kannst Du auch aus der Standmitteilung ersehen unter "Beitragsfreie Summe".

Wenn Du keine Standmitteilung hast, würde ich die von der Versicherung anfordern.

Kommentar von barmer ,

Da war aber einiges schief:

2.) Warum sollte der Rückkaufswert jetzt schon über der Todesfalleistung liegen ? Selbst wenn: Risikobeiträge werden immer abgezogen, denn sterben kann man bis zum Ende der Laufzeit. Die Risikobeiträge werden nicht dem Deckungskapital entnommen.

Das Deckungskapital ist nichts anderes als die Summer der Sparbeiträge plus Zinsen.

Das wichtige; einen Vertrag von 1990 mit 3,5% sollte man nicht kündigen und nur bei Not beitragsfrei stellen. Die Auszahlung ist steuerfrei !!

Kommentar von Sobeyda ,

Sorry, ich bin seit 20 Jahren im Geschäft, ich weiss, was ich schreibe. Es ist falsch, dass immer Risikobeiträge abgezogen werden.

Schon mal 'was von Überschüssen gehört? Der Rückkaufswert setzt sich aus dem garantierten Rückkaufswert und denbishergewährten Überschüssen zusammen. Und bei einer Lebensversicherung, die über 20 Jahre läuft, ist dieser Gesamtrückkaufswert in der Regel höher als die Todesfallleistung.

Der Risikobeitrag wird auf das sogenannte riskierte Kapital erhoben, das ist die Todesfallleistung abzüglich des Gesamtrückkaufswerts. Und wenn Gesamtrückkaufswert > Todesfallleistung, ist das riskierte Kapital negativ und es wird kein Risikobeitrag erhoben. Da der Gesamtrückkaufwert auf jeden Fall ausgezahlt werden muss (auch bei Tod) steht die Versicherung nicht mehr im Risiko und hat daher keinen Anspruch auf einen Risikobeitrag.

Und wo habe ich geschrieben, dass die Risikobeiträge dem Deckungskapital entnommen werden? Das ist nur bei beitragsfreien Verträgen der Fall.

Antwort
von sirpomme, 47

Hallo, ja Abrechnungen hab ich jede Menge, da stehen immer so viele Zahlen drauf :-) Werde da mal rein schauen sobald ich zu Hause bin. Steht auch irgendwo wie hoch der Anteil ist für den Versicherungsschutz welcher nicht verzinst wird? Oder gibts dafür ne Faustregel, ca. wieviel % ?

Kommentar von betroffen ,

Hallo Sirpomme

Bei mir ist der Garantiezuns 3,5%. Angenommen ich bekomme genau 3,5%, kann ich mit Monatsbeiträgen und Ablaufsumme zurückrechnen. Es werden 2/3 (=66,6%) zu 3,5% verzinst. Der Rest (1/3 =33,3%) ist für alle Nebenkosten und den Versicherungsschutz.

Das ist 'ne Menge - ich meine, dass ich woanders positivere Zahlen gelesen habe. Aber so ist es.Vielleicht waren es geschönte Behauptungen.

Um den Anteil für den Versicherungsschutz heraus zu bekommen, müsstest du einen RLV -Vertrag und einen KLV -Vertrag mit gleicher Laufzeit und Endsumme vergleichen. Die Differenz zwischen den Monatsbeiträgen zeigt dir den Anteil für den Versicherungsschutz.

Antwort
von althaus, 45

Eine Faustregel gibt es da nicht. Du bekommst ja jedes Jahr einen Kontoauszug, worin darufsteht wie der Stand Deiner Versicherung ist. Du kannst davon ausgehen, daß der geringer sein wird als die einbezahlten Beträge. Der Versicherungsschutz war bei mir sogar separat aufgelistet. Persönlich habe ich auch noch LV die bis 2018 und 2020 und 2022 laufen. Die werde ich auf jeden Fall weiter einbezahlen, denn immerhin ist die Verzinsung noch attraktiv über 3%, letztes Jahr bei mir noch 3,6%. Eine Alternative ohne Risiko gibt es derzeit nicht. Zudem sind die LV bei Auszahlung steuerfrei, das gibt es auch nicht mehr. Sowas legt man nicht einfach so still.

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