Frage von althaus,

Grundregeln zum Fondkauf! Muss man aufs Timing achten oder kann man jederzeit einsteigen?

Muss mein Depot (Einzelaktien) überdenken un breiter streuen. Nun frage ich mich ob bei den derzeitigen Höchstständen die wir nun haben auch wirklich die Zeit gekommen ist in Fonds einzusteigen, oder ob es besser ist nach und nach ...nach einer Korrektur einzusteigen. Was meint Ihr dazu? Ich finde, wenn man so eine Situation nimmt wie im July/August 2012 als Einstieg fährt man doch wesentlich besser im Schnitt, oder? Rückschläge wird es auch in Zukunft wieder geben,aus welchen Gründen auch immer.

Antwort
von Niklaus,

Es wäre schön, wenn wir die Tiefst- bzw. die Höchstkurse jeweils erkennen würden. Wenn ich das könnte, würde ich nicht, mehr als Finanz- und Versicherungsmakler arbeiten sondern nur noch meine Kurse beobachten.

Bei Fonds ist das immer relativ. Wann ist der richtige Einstieg? Wann weißt ob der Kurs noch steigt oder wieder nach unten geht. Der richtige Zeitpunkt wäre nach einer langanhaltenden Baisse. Da wir weder wissen ob es eine gibt noch wann es ein gibt, ist dieser Ansatzpunkt nicht brauchbar.

Fakt ist doch, das die Aktien weltweit immer noch unterbewertet sind. Deshalb lautet mein Rat jetzt kaufen. Allerdings ist auf die optimale Diversifikation zu achten.

Man kann Aktienfonds auch mit einem dynamischen Trailinglimit absichern. Das bedeutet, dass das Limit immer dem Kurs folgt. Wenn die Märkte fallen geht es raus aus dem Aktienfonds in einen Geldmarktfonds und bei steigenden Märkten wieder zurück in den Aktienfonds. Durch die intelligente Kombination der Stopp-Loss-Order und der Start-Buy-Order kann man Kursverluste reduzieren und- Kursgewinne mitnehmen. Durch den Einsatz des Trailinglimits kommt der Cost-Average-Effekt in Sparplänen erst richtig zur Geltung. Es fällt kein Ausgabeaufschlag beim Tauschen an.

Antwort
von gandalf94305,

Natürlich ist es immer sinnvoll, zu Tiefstkursen einzusteigen, aber da man nicht weiß, wann das passiert, sollte der Fokus auf der Auswahl robuster Fonds liegen, die dann in mehreren Paketen gekauft werden. Wichtig: man hat es damit nicht eilig, sondern kann auch mal ein paar Wochen oder sogar Monate warten. Allerdings sollte man auch nicht beliebig abwarten, denn sonst läuft einem ggf. das Investment davon.

Also liegt der Kern der Frage nicht so sehr darin, wie wundervoll ein Fonds (oder eine Aktie) gelaufen ist, sondern vielmehr, welches Potential man denn diesen Wert für die Zukunft zutraut.

Bei Fonds/Aktien, die eine gewisse Volatilität aufweisen, würde man über die Zeit verteilt in Tranchen kaufen, die z.B. 2.000-5.000 EUR betragen - je nach Anlagevolumen und -instrument. Bei manchen Positionen baue ich die auch noch langsamer mit Beträgen von 500-1.000 EUR auf - kaufe jedoch z.B. wöchentlich über einen gewissen Zeitraum in lokalen Tiefs.

Aber zur Beruhigung: hätte man über die letzten 10 Jahre den S&P 500 mit einem monatlichen Sparplan jeweils am Monatshoch und einem anderen Sparplan jeweils am Monatstief gekauft (die man beide ja nicht im voraus so kennen kann), so wäre zwar etwas Performance bei der Monatshoch-Variante verloren gegangen, man wäre über 10 Jahre dennoch deutlich im Plus.

Ich verstehe aber nicht, wo der Unterschied zwischen einem Kaufzeitpunkt für Aktien und Fonds liegt. Bei Aktien muss man doch noch mehr auf das Timing achten, da die Volatilität höher ist und Aktien heftiger auf Unternehmens- oder Branchennachrichten reagieren.

Kommentar von althaus ,

Danke. Verstehe. Nur muss ich mir nochmal Gedanken über die Fondsauswahl machen. Ich hoffe Du kannst mir dabei helfen.

Kommentar von LittleArrow ,

Ich verstehe aber nicht, wo der Unterschied zwischen einem Kaufzeitpunkt für Aktien und Fonds liegt.

Kaffeesatzleser, genannt Chartisten, glauben bei Einzelwerten wie Aktien sehr genau die Kauftiefs vorhersagen zu können. Bei einem Aktienfonds ist idR die Mischung/Diversifikation so groß, dass das Warten auf ein "Kauf-mich" rufendes Tief endlos dauern kann.

Kommentar von gandalf94305 ,

Nicht wirklich, denn man kann die Charttechnik auch auf aggregierende Instrumente wie Indices oder sogar Fonds anwenden. Das Problem bei Fonds ist nur, daß sie aktiv verwaltet werden und damit eine weitere Komponente ins Spiel kommt, die der Charttechnik (Verhaltensmuster der Anleger) entgegenwirken kann.

Verwendet man einen Sparplanansatz, so wird bei soliden Fonds, die langfristig einen Trend nach oben aufweisen, eine Strategie, die bei Kursrückgängen etwas höhere Sparraten ud bei Kurssteigerungen etwas geringere Sparraten (nach unten gedeckelt) vorsieht, durchaus.

Antwort
von obelix,

jeder will bei Tiefstkursen einsteigen. Und jeder sucht das perfekte Timing. Was du als Höchststände bezeichnest, können welche sein oder eben auch nicht. Wer weiss das schon?! Schlauer sind wir alle in Zukunft.

Bei Fonds kannst du das Risiko über den Cost-Average-Effekt mindern bzw. das Problem mit den hohen und niedrigen Kursen.

Überlege, ob du schrittweise einsteigst. Von der Suche nach dem perfekten Timing halte ich wenig.

Kommentar von GAFIB ,

Im "Capital"-Heft Jan. 2013 gibt es einen schönen Leitartikler dazu. Der Tenor ist: Um der finanziellen Repression bei Tiefstzinsen zu entgehen, ist eine höhere Aktienquote notwendig. Die globalen Aktienmärkte sind auch aktuell noch durchweg fair bewertet - gegen einen sofortigen Einstieg spricht nichts, zumal dann nicht, wenn gut gestreut.

Kommentar von LittleArrow ,

aktuell noch durchweg fair bewertet

Wenn das so wäre, dann wäre ein derzeitiger Einstieg lediglich eine Chance von irgend etwas nach oben oder unten. Es spräche dann auch nichts für einen Einstieg (außer vielleicht der Dividendenrendite).

Gäbe es aber Aussicht auf Kurssteigerungen, dann spräche alles gegen den Cost-Average-Kaufprozess und alles für "Jetzt-alles- oder-nichts" (behutsam abgefedert durch Diversifikation):-))

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