Frage von dentertain14, 116

Grundlose Kündigung erhalten, während Krankheit

Hallo Liebe Freunde..

Folgende Situation: Während meiner krangeschriebenen Zeit (angekündigte Operation) wurde ich vom Arbeitgeber (Dienstleister) ohne eine Begründung in dem Schreiben zu erwähnen "fristgerecht" zum nächsten Monatsende gekündigt..

Fragen: Darf dieser mich in einer solchen Situation kündigen, also während der krankgeschriebenen Zeit? Ist die Kündigung als nichtig ansehbar, wenn keine Begründung aufgelistet ist? Heißt fristgerecht nicht eine Frist von 3 Monaten statt von einem?

Ich wäre über Antworten sehr dankbar. Auch Tipps, wie ich jetzt zu verfahren habe/ vor gehen soll, werden dankend angenommen..

MFG

Antwort
von Primus, 116

Der Arbeitgeber kann während der Krankenzeit unter Einhaltung der Kündigungsfrist ohne Begründung kündigen.

Erhält ein Arbeitnehmer während der Krankheit die Kündigung, so zahlt die Krankenkasse ab dem Tag nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses Krankengeld.

Das bedeutet für Dich ,dass Du Dich mit dem Kündigungsschreiben unverzüglich beim Arbeitsamt melden musst.

Entweder erhältst Du dann ALG I, oder bei weiterer Krankschreibung Krankengeld durch die KK.

Wichtig ist die sofortige Meldung, da Dir sonst eine Sperre des ALG droht.

Antwort
von Kevin1905, 111
Darf dieser mich in einer solchen Situation kündigen, also während der krankgeschriebenen Zeit?

Eine Krankschreibung verschafft keinen Kündigungsschutz.

Ist die Kündigung als nichtig ansehbar, wenn keine Begründung aufgelistet ist?

Das gilt nur bei fristloser Kündigung.

Heißt fristgerecht nicht eine Frist von 3 Monaten statt von einem?

Es gilt Arbeitsvertrag vor Betriebsvereinbarung vor Tarifvertrag vor Gesetz.

Deine Infos sind unzureichend.

Antwort
von alfalfa, 85

Also, um das zu beantworten benötigt man ein paar Informationen:

  • Hast Du einen unbefristeten Arbeitsvertrag und der befristet?
  • Bist Du in der Probezeit?

In der Probezeit kann jederzeit eine Kündigung ohne Begründung ausgesprochen werden. Formale Voraussetzung ist jedoch (falls vorhanden) die Zustimmung des Betriebsrats und die formgerechte Zustellung (per Gerichtsvollzieher, unter Zeugen)

Bei befristeten Arbeitsverträgen bedarf es zum Ende der Befristung keinerlei Formalien.

Bei unbefristeten Arbeitsverträgen ist zu unterscheiden:

A) verhaltensbedingte Kündigung mit Arbeitsvertrag konformer Kündigungsfrist B) betriebsbedingter Kündigung C) Fristloser Kündigung

Zu c) da muss ein schwerwiegender Verstoß deinerseits vorliegen, der eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar macht. Diebstahl oder Gewalt gegenüber dem Vorgesetzten ist so ein Grund. Dazu muss dir innerhalb von zwei Wochen nachdem der Arbeitgeber davon Kenntnis gelangt hat mit Begründung formgerecht gekündigt werden.

Zu b) Nur wenn es die wirtschaftliche Lage des Unternehmens erfordert. Formal muss zuvor mit dem Betriebsrat ein Sozialplan und eine Sozialauswahl erfolgt sein. Die Kriterien kannst du einsehen

Zu a). Das geht nur fristgerecht, nach mindestens zweimaliger schriftlichen Abmahnung, einer Anhörung durch den Betriebsrat auch nur innerhalb de ersten Zwei Wochen nach bekannt werden. Die Kündigung muss schriftlich nebst Begründung des Vorwurfs erfolgen. Beispiele: mehrfaches unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz.

Das mal auf die Schnelle. Wenn die Formalien verletzt wurden (Begründung, Abmahnung, schriftlich, Zustellung, Kenntnisfrist) hast du gute Chancen im Arbeitsprozess.

Achtung, Du hast nur drei Wochen Zeit, um die Kündigung anzufechten. Am besten Anwaltlich.

Ob Du gesund bist oder Arbeitsunfähig ist für den Sachverhalt irrelevant und räumt auch keine besonderen Schutzrechte ein.

Antwort
von Tina34, 87

was ist den als Kündigungsfrist in deinem Arbeitsvertrag vereinbart?

Bist du evtl. noch in der Probezeit?

Wenn du krank bist ist das schlecht, aber es gibt keinen Grund warum der Arbeitgeber nicht kündigen darf.

Wenn du eine Rechtschutzversicherung hast, kannst du evtl. versuchen mit einem Anwalt dagegen vorzugehen. Ich habe im Laufe meines Lebens schon erlebt das Aufgrund des nicht angegeben Grundes und weil das Arbeitsgericht arbeitnehmerfreundlich ist da je nach Betriebszugehörigkeit ein halbes Monatsgehalt pro Jahr als Abfindung gezahlt wurden.

Antwort
von Zitterbacke, 58

Zur Ergänzung der Antworten noch das :

-Bei Kleinunternehmen ( bis 10 Mitarbeiter ) gilt kein Kündigungsschutzgesetz !!

-Krankheit ist kein Schutz

-Arbeitslos melden

-Evtl. Klage auf Wiedereinstellung !!

Gruß Z... .

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