Frage von Sunnyhyde, 13

Grunderwerbssteuer Ja oder Nein

Vater verstirbt , Mutter erbt alles, 2 Töchter verzichten auf den Pflichtteil. Tochter 1 bekommt das Elternhaus , Wert 100.000,-€ von der Mutter geschenkt. Tochter 2 verzichten auf einen Pflichtteil des Elternhauses und bekommt dafür 50.000,-€ von der Tochter 1. Wird für Tochter 1 eine Grunderwerbssteuer fällig und wenn ja bzw. nein, warum. Bitte mit § und sachlicher Erklärung. Danke

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Antwort
von TopJob, 7

Sollen wir die Antwort zusätzlich auch noch notariell beglaubigen?

Also, für mich klingt das alles erstmal ziemlich durcheinander. OK, der Vater ist also gestorben. Er hatte eine Ehefrau (Mutter) und zwei Kinder. Die Kinder haben beide auf den Pflichtteil verzichtet. Das heißt also die Mutter hat alles geerbt.

So und jetzt fangen die Eigenartigkeiten an. Die 1. Tochter bekommt jetzt plötzlich das Haus von der Mutter geschenkt? Wieso hat sie denn dann überhaupt auf das Erbe verzichtet? Die 2. Tochter hat plötzlich nur auf den Pflichtteil verzichtet, wenn sie 50.000 EUR erhält (so etwas gibt es rein rechtlich nicht. Entweder sie verzichtet auf den Pflichtteil oder nicht. Zudem gibt es keinen Pflichtteil auf das Elternhaus, sondern nur einen Pflichtteil auf das Gesamterbe (ohne Ansprüche auf bestimmte Gegenstände)).

Meiner Ansicht nach ist das vorgehen nie mit einem Anwalt oder Notar abgesprochen worden und somit zu einen totalen durcheinander geworden.

Bei den 50.000 EUR handelt es sich scheinbar (da keine freie Schenkung, sondern mit Verbindung zum Verzicht auf Anteile des Hauses) um einen Verkauf. Dieser wäre somit Grunderwerbssteuerpflichtig, da kein gradliniges Verwandschaftsverhältnis zwischen Geschwistern besteht.

Ein Tipp: Sucht euch schnellstens einen Anwalt oder Notar. Vielleicht könnt ihr aus eurem Chaos noch noch etwas retten.

Kommentar von Sunnyhyde ,

Der Notar hat das ja verbockt und uns gesagt dass das so keine Probleme gibt. Der Anwalt ist jetzt dabei dem FA den Sachverhalt zu verdeutschen

Antwort
von Privatier59, 5

Für Schenkungen fällt keine Grunderwerbsteuer an. Und hier ist der § dazu: Paragraph.

Kommentar von Sunnyhyde ,

Das FA sagt da Tochter 2 ja 50.000,-€ erhält,nachdem die Schenkung durchgeführt wurde muss Tochter 1 dafür die Grunderwerbssteuer von 2245,-€ zahlen. Der Notar sagte aber dass das nicht fällig wird. §3 ist uns bekannt

Kommentar von TopJob ,

Genau das ist das Problem, was ich beschrieben habe. Das Finanzamt vermutet eine Verbindung zum Haus (was ja auch tatsächlich zu sein scheint.).

Kommentar von EnnoBecker ,

Die Frage hier ist, ob T2 der T1 ein halbes verkauft hat.

Wohl ja, und man hätte das anders anpacken müssen. Die T1 hätte nicht die 50.000 an T2 zahlen dürfen. Bliebe die Frage, wie kommt das Geld dann zu T2?

So wäre es richtig gewesen:
T1 hätte der Mutter das halbe Haus abkaufen müssen. In gerader Linie fällt keine GrErwSt an. Sodann hätte die Mutter der T2 die 50.000 (nach einer kleinen Schamdrist) schenken können und das Finanzamt gätte mit dem Ofenrohr ins Gebirge geguckt.

Kommentar von TopJob ,

Und es wäre nicht mal aufgefallen... Nun ja, hier hat wohl der Notar wohl auf dem Papier alles richtig, schlussendlich aber doch alles falsch (zumindest was den Steuerspareffekt angeht) gemacht.

Kommentar von EnnoBecker ,

Eben. Der einzige Unterschied zwischen beiden Varianten ist die GrErwSt-Befreiung bei Verkauf M an T1, die es bei der gewählten Gestaltung nun mal nicht gibt.

Achja, und der Freibetrag bei Schenkung von Mutter an T1 und T2.

Das ist nicht mal getrickst.

Kommentar von Sunnyhyde ,

wenn man nicht mal mehr einem notar und anwalt in diesem bereich vertrauen kann ist das echt scheixse gelaufen. ok, unwissenheit schütz vor steuern nicht. Danke

Kommentar von EnnoBecker ,

Nun mal nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Wir kennen ja die genaue Vertragslage nicht und ich habe auch das Gefühl, dass da irgendwas nicht stimmt. Denn die M hat der T1 ja das ganze Grundstück geschenkt.

Zwei Möglichkeiten: Entweder meine Einschätzung ist falsch und das Finanzamt hat tatsächlich Unrecht, dann muss man dem das beibringen. Dafür ist der Notar und der Anwalt zuständig.

Oder es gab hier einen Beratungsfehler, dann weiß der Notar oder Anwalt das aber inzwischen selber und sollte schon mal seinen Haftpflichtversicherer kontaktieren.

So oder so muss die T1 von der Zahlung freigestellt werden.

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