Frage von Oceanns, 114

Grundbucheintragänderung - Nachträglich Name des Ehemannes löschen (verheirate)

Guten Tag,

ich und mein Ehemann haben vor ca. 2 Jahren ein Haus gebaut. Im Grundbuch sind wir beide als Eigentümer des Hauses eingetragen. Nun möchte mein Ehemann das Haus an mich verschenken und aus dem Grundbucheintrag gelöscht werden. So dass ich die alleinige Eigentümerin bzw. Besitzerin des Hauses sein werde bzw. wäre.

  1. Mit welchen Aufwand bzw. Kosten müssen wir genau rechnen?
  2. Wie wäre es im Fall einer Trennung (was ich nicht hoffe)?
  3. Falls mein Ehemann jemals verschuldet ist oder Probleme mit der Finanzamt bekommt, kann er dann auf das Haus zugreifen?

Vielen Dank für Ihre Antworten schon mal im Voraus.

MfG

Antwort
von wfwbinder, 103

Warum will er es Dir schenken? Ist der Holzbock im Dachstuhl, oder Schwamm im Gemäuer?

  1. Schenkungsurkunde und Grundbucheintragung bei Amtsgericht, gehen nach Tabelle, die sich nach dem Wert des Objekts richtet. Ist das Gebäude aus dem Vermögen bezahlt worden, oder liegen Schulden drauf? dann muss ggf. die Bank zustimmen, sonst ist Dein Mann zwar das Vermögen los, aber nicht die Verpflichtung gegenüber der Bank. Schenkungssteuer fällt nur an, wenn das übertragene Vermögen mehr als 500.000,- innerhalb von 10 Jahren ausmacht. Also die Schnkungen der letzten 10 Jahre prüfen, oder für die Zukunft aufpassen.

  2. Im Falle einer Trennung wäre es Dein Vermögen. Aber natürlich läuft ab Zeitpunkt der Schenkung ggf. der Zugewinn.

  3. Wenn Dein Mann in Zukunft Schulden macht, ist das Haus nicht betroffen, aber mit Ausnahmen. Wenn er innerhalb der nächsten 3 Jahre die eidesstattliche Versicherung abgeben muss, würde das übertragene Vermögen ggf. haften. Sollte er in Zukunft in Not geraten, könnte man ebenso darauf zurück greifen.

Antwort
von Privatier59, 87

In Zeiten der elektronischen Grundbuchführung kann Löschpapier für Grundbuchumschreibungen leider nicht mehr eingesetzt werden. Man muß also zum Notar und dort die Schenkungsvereinbarung beurkunden lassen. Der Notar veranlaßt dann alles weitere.

Mit welchen Aufwand bzw. Kosten müssen wir genau rechnen?

Ärgerlicherweise werden solche Aktionen nicht zum Pauschalpreis erledigt und da Angaben zum Grundstückwert nicht vorliegen muß man auf einen der zahlreichen Kostenrechner im Internet verweisen.

Wie wäre es im Fall einer Trennung (was ich nicht hoffe)?

Zweckmäßigerweise trifft man bei der Schenkung auch dazu Vereinbarungen.

Falls mein Ehemann jemals verschuldet ist oder Probleme mit der Finanzamt bekommt, kann er dann auf das Haus zugreifen?

Hoffentlich ist das nicht der eigentliche Anlaß der ungewöhnlichen Aktion. Dann nämlich kann die Schenkung unter Umständen widerrufen werden, was durch Pfändung des entsprechenden Anspruchs auch dem Gläubiger möglich wäre.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__528.html

Kommentar von EnnoBecker ,

Alles ganz prima, aber die eigentliche Frage wurde nicht beantwortet:

Name des Ehemannes löschen
Kommentar von Privatier59 ,

Da nimmt man Tintenkiller, z.B. Alfredo Tintenkiller.

Kommentar von Primus ,

@Enno: Den kann man doch auch überschreiben ;-))

Antwort
von EnnoBecker, 58

Ihr lebt wahrscheinlich in einer Zugewinngemeinschaft, oder?

Mit welchen Aufwand bzw. Kosten müssen wir genau rechnen?

Genau? Keine Ahnung. Notar und Grundbucheintrag halt. Das ist auch abhängig vom Wert des Grundstücks.

Wie wäre es im Fall einer Trennung (was ich nicht hoffe)?

Da hättest du ein Haus und er nicht. Aber das war auch schon vor der Trennung so.

Falls mein Ehemann jemals verschuldet ist oder Probleme mit der Finanzamt bekommt, kann er dann auf das Haus zugreifen?

Kann er auf das Haus eures Nachbarn zugreifen? Das gehört ihm ja auch nicht.

Kommentar von wfwbinder ,
Kann er auf das Haus eures Nachbarn zugreifen? Das gehört ihm ja auch nicht.

Na ja, wenn er in Vermögensverfall gerät gäbe es u. U. schon einen Unterschied zwischen dem Haus des Nachbarn und der übertragenen Haushälfte.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das ist richtig.

Es gibt einige Konstellationen, in denen meine Antworten unzutreffend sind. An die hab ich aber nicht gedacht.

Kommentar von wfwbinder ,

Ist schon klar und man kann eben nciht auf alles Antworten, was im Sachverhalt fehlt.

Kommentar von EnnoBecker ,

Eben.

Wenn manein Gutachten erstellt, muss man fehlende Angaben durch Annahmen ersetzen. So manches meiner Gutachten hatte am Ende ein völlig anderes Ergebnis, weil die Annahmen nicht mit den nicht gegebenen Sachverhaltsdarstellungen übereinstimmten.

Und für sowas nimmt man auch noch Geld...

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