Frage von kabumba, 1.261

Grundbuch - lediglich Erwerbsvormerkung eingetragen

Wir haben 2007 ein Haus gekauft und zu 100 % finanziert. Wir wollen nun die Anschlußfinanzierung angehen und haben dazu einen aktuellen Grundbuchauszug angefordert.

Die Sekretärin fragte am Telefon, ob wir nicht die Eigentümer sind. Ich sagte doch. Aber eingetragen sind noch die Vorbesitzer. Wir haben lediglich eine Eigentumsvormerkung.

Wir wurden mit dem Notar verbunden, der meinte, dass da bei ihnen eventuell etwas schief gegangen sei und er das nachprüfen muss. Und dass wir uns keine Sorgen machen müssten.

Tun wir aber irgendwie jetzt.

Wir haben finanziert, die Bank hat den Kaufpreis dem Vorbesitzer überwiesen und wir zahlen seitdem unsere monatlichen Raten.

Was kann da der Grund sein oder was können / müssten wir noch machen - außer auf die Antwort vom Notar warten?

Antwort
von Primus, 1.021

Nachdem die Erwerbsvormerkung durch den Notar erfolgt ist und der Kaufpreis gezahlt wurde, ist der Eintrag ins Grundbuch nur noch ein formal- juristischer Akt, bis Du schwarz auf weiß im Grundbuch sehen kannst, dass Du der neue Eigentümer bist.

Warum das bisher nicht geschehen ist, weiß der Geier, aber Du brauchst Dir tatsächlich keine Sorgen machen.

Der Notar wird sich mit Sicherheit in Kürze bei Dir melden.

Antwort
von Franzl0503, 909

kabumba:

Nach deiner Schilderung dürfte der Kaufvertrag vermutlich eine Bestimmung enthalten, die in etwa wie folgt lautet:

"Der Notar wird von den Vertragsschließenden angewiesen, die Eigentumsumschreibung aufgrund der in dieser Urkunde enthaltenen Auflassungserklärung und die Löschung der Eigentumsverschaffungsvormerkung (= Auflassungsvormerkung) zu veranlassen, wenn ihm der Verkäufer den Erhalt des Kaufpreises schriftlich bestätigt oder hilfsweise der Käufer nachgewiesen hat, dass der Kaufpreis bezahlt ist."

Es ist davon auszugehen, dass der Notar über die Kaufpreiszahlung informiert war: entweder durch dich, den Verkäufer oder die die Abwicklung über Notaranderkonto.

Die Akte kommt üblicherweise erst ins Archiv, wenn die Notarkosten bezahlt sind, das Grundbuchamt alle Beteiligten (auch den Notar) schriftlich über die Eigentumsumschreibung informiert und er die Ordnungsmäßigkeit überprüft hat.

Die nach einer Auflassungsvormerkung eintragenen Hypotheken oder Grundschulden haben praktisch keinen Sicherungswert, weshalb du als Vormerkungsberechtigter seinerzeit im Range zurückgetreten bist oder der Vertrag bereits einen Rangvorbehalt enthielt.

Tipp: Aufgrund des Versäumnisses dürftest du mit den seit 1.8.2013 geltenden höheren Gerichtsgebühren für die Eigentumsumschreibung und die Löschung der Auflassungsvormerkung n i c h t belastet werden.

Antwort
von wfwbinder, 632

Der Notar hat einfach nur verschlafen die auflassung (so nennt sich die Eintragung fachlich) anzumelden.

Deshalb ist noch die Auflassungsvormerkung drin.

Er wird sich beeilen, ist nämlich sein Versäumnis.

Antwort
von LittleArrow, 427
Wir wurden mit dem Notar verbunden, der meinte, dass da bei ihnen eventuell etwas schief gegangen sei und er das nachprüfen muss.

Na, anschließend berichte bitte weiter.

Antwort
von Privatier59, 432

Erst nach 7 Jahren fällt Euch auf, dass Ihr niemals einen Grundbuchauszug über den Vollzug der Eigentumsübertragung vom Grundbuchamt bekommen habt?! Das nenn ich mal eine fixe Reaktion. Zudem frage ich mich, wer denn bisher die Grundbesitzabgaben bezahlt hat. Eine Auflassungsvormerkung führt eben gerade noch nicht zum Eigentumsübergang sondert sichert nur die Rangstelle. Normalerweise sendet dann die Gemeinde weiterhin den Abgabenbescheid an den, der im Grundbuch als Eigentümer steht. Aber keine Sorge: Es ist kein Nachteil für Euch entstanden da die Rangstelle ja gewahrt und die Zahlung nachweisbar ist.

Antwort
von kabumba, 530

Danke, Eure Antworten beruhigen mich dann doch!

Ich werde weiter berichten. Wenn der Notar sich nicht in der nächsten Woche meldet rufe ich ihm nochmals an. Die beglaubigte Ausfertigung des Kaufvertrags haben wir übrigens hier.

Ich werde weiter berichten!!

Antwort
von billy, 362

Nichts weiter, der Notar ist schon die richtige Adresse. Der Kaufvertrag muss ja beim Grundbuchamt vorliegen dann gibt es auch einen aktualisierten Grundbuchauszug.

Antwort
von barmer, 343

Hallo,

der Notar bzw. seine Angestellten haben gepennt. Oder die Zahlung des Kaufpreises wurde ihm gegenüber nicht nachgewiesen.

Das wird er regeln.

Was ich mich frage: Ist das Haus auch noch über den Verkäufer versichert ?

Viel Glück

Barmer

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