Frage von Sergeant777, 36

Gründe für Zusammenveranlagung im Trennungsjahr?

Hallo,

Angenommenes Fallbeispiel:

Mann und Frau haben sich 2012 getrennt (Der Mann sei am 1.9.2012 ausgezogen), sie seinen noch verheiratet und werden 2013 (ohne Rosenkrieg) geschieden. Zwei Kinder leben bei der Frau, dem Mann zahlt seit 1.9. für sie Unterhalt.

Die Steuersituation:

2012 01.01.- 31.08. Frau - Steuerklasse 5 Mann - Steuerklasse 3

01.10.2012 - 31.12.2012 Frau - Steuerklasse 4 Mann - Steuerklasse 4

(2013 beide Klasse 1, Frau beantragt Klasse 2)

Das für nun bei dem Mann zu eine großen Steuernachzahlung für 2012, weil offenbar das Finazamt die ungünstigere Steherklasse 4 für das ganze(!) Jahr ansetzt!?

Ist das so?

Kann das Finanzamt in der Einkommenssteuererklärung pro Jahr nur nach einer Steuerklasse abrechen, die dann für das ganze Jahr gilt? Wäre iIrgenwie unfair ...

Die Frau im oben angenommenen Fall wird dann wohl eine Rückzahlung erhalten, weil Sie nun für das ganze Jahr die im Verglech zur Klasse 5 bessere Steuerklasse 4 hat !!?

Frage:

Welche Argumente gäbe es, die eine Zusammenveranlagung 2012 für die (noch Ehe-) Fau attraktiv erscheinen lassen könnten? Sie bekommt ja nun ohnehin Geld vom Finanzamt wieder (wieviel ist unklar), und was der Mann an Steuernachzahlung leisen muss kann der Frau ja zunächtst egal sein.

Könnt Ihr mir da ein paar Tipps geben?

Danke für jede Info!

Gruß Thomas

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Antwort
von freelance, 30

unfair oder nicht... wer sich trennt, ist vor dem Gesetz quasi single. Und bei der Einkommensteuererklärung gibt es keine Steuerklassen, sondern nur gemeinsame oder getrennte Veranlagung.

Für das Steuerjahr solltet ihr euch gemeinsam veranlagen lassen - sofern es steuerlich Sinn macht (wovon jeder ausgehen kann).

Nehmt einen Steuerberater, der euch dann ausrechnet, wer was zu zahlen hat und wie ihr zu einem Ausgleich kommt. Die gemeinsame Veranlagung ist die sinnvollere, aber keiner kann dazu gezwungen werden, diesen Vorteil auch zu unterschreiben. Einer von beiden fährt meist schlechter. Dies ist auszugleichen und vom bevorteilten Partner an den anderen zu zahlen.

Also: gemeinsame Veranlagung wie bisher. Steuerlichen Nachteil des einen Partners ausgleichen lassen. In Summe fahrt ihr (bzw. das Paar) somit besser und zahlt zusammen weniger Steuern.


Ich rate wirklich zu einem guten Steuerberater, denn auch in 2013 kann es einen kleinen Trick geben, der auch in 2013 die gemeinsame Veranlagung möglich machen könnte.

Kommentar von freelance ,

btw: hier sind Steuerexperten, die sich sicherlich noch äussern werden. Ich kenne das Vorgehen aus der "Praxis" von meiner nahen Verwandtschaft.

Kommentar von EnnoBecker ,

aber keiner kann dazu gezwungen werden, diesen Vorteil auch zu unterschreiben

Steuerrechtlich nicht. Aber zivilrechtlich. Denn jeder hat eine Schadensminderungspflicht, das heißt, man darf nicht auf Teufel komm raus den anderen schädigen.

Daher kann man zivilrechtlich angegriffen und dazu verurteilt werden, den Schaden, der durch die Nichtzustimmung zur Zusammenveranlagung entsteht, entweder auszugleichen oder der Zusammenveranlagung zuzustimmen.

Dass hier eine Zusammenveranlagung steuerlich in Frage kommt, steht außer Zweifel.

Antwort
von EnnoBecker, 27

Welche Argumente gäbe es, die eine Zusammenveranlagung 2012 für die (noch Ehe-) Fau attraktiv erscheinen lassen könnten?

Dass der Mann die Frau auf Zustimmung zur Zusammenveranlagung oder alternativ auf Ausgleich des Steuerschadens verklagt.

Wie groß ist der Steuerschaden? Hierzu muss man beide Veranlagungsformen berechnen. Die Differenz der Steuern ist der Steuerschaden für beide Ehepartner zusammen. Jetzt muss man diese Differenz ins Verhältnis zu den Einkünften setzen und weiß dann, wie hoch der Steuerschaden für den Mann ist.

Was er unterjährig an Lohnsteuer vorausgezahlt hat, interessiert dabei nicht. Wenn er jetzt eine Nachzahlung hat, hat er eben zuwenig vorausgezahlt. Fertig.

Kommentar von freelance ,

... und so lernt man, wie ein Fachmann den Fall beantwortet ...

DH

Kommentar von EnnoBecker ,

Danke.

Nachtrag:

die ungünstigere Steherklasse 4

Wieso ist die ungünstig? Wenn du Mieter bist, hast du sicherlich auch Betriebskostenvorauszahlungen. Stell dir vor, es gäbe Betriebskostenvorauszahlungsklassen und du bist in der BKV-Kl 5 und musst deshalb wenig BKV leisten.

Um wieviel ändert sich die Summe der gesamten Betriebskosten, wenn man die BK-Abrechnung in der Hand, wenn man statt dessen in der BKV-Kl 4 gewesen wäre?

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