Frage von fabrik,

Gibts ein erkennbares Schema, wo nach die Versicherung Schadensregelungen verweigern tut?

Gibt es hierzu Erfahrungen, wird grds. nach einem gewissen Schema die Regulierung eines Schadens verweigert?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von robinek,

Aus eigener gemachter Erfahrung gibt es das und zwar bei mir sogar im Nachhinein! Habe diesbezüglich und deshalb wie schon erwähnt einen Ombudsmann mit Erfolg eingeschaltet!. Versicherung hat zunächst den Schaden übernommen und danach, lt. Kleingedrucktem, zurückgezogen.

Antwort
von LittleArrow,

Hier ein lesenswerter Artikel und dazu die über 80 Kommentare: http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/nachrichten/die-masch....

Bemerkenswert ist dabei auch das darin verlinkte Interview mit Beatrix Hüller, einer Rechtanwältin, die früher in der Sachbearbeitung einer Versicherung tätig war. Überschrift: "Als fair würde ich keinen Versicherer bezeichnen." Hierzu gab es 36 Kommentare.

Antwort
von jona968,

nach einem gewissen Schema die Regulierung eines Schadens verweigert?

Quatsch. Es wird höchstens nach einem gewissen Schaden geprüft, ob der Schaden erstattet wird.

Dazu gehört die Prüfung, ob überhaupt Versicherungsschutz besteht und wie sich der Schaden ereignet hat. Es ist kaum zu glauben, aber es gibt Versicherungen, die durchaus auch schon mal den einen oder anderen Schaden erstattet haben (Ironie).

Allerdings sind allein im Bereich der Privathaftpflicht Tendenzen zu erkennen, die auf vermehrten Missbrauch hinweisen. Sind sind z. B. knapp die Hälfte aller Schäden, die irgendwie mit einem Handy oder Notebook zusammenhängen, manipuliert. Das die Versicherer da genauer prüfen, ist wohl kaum zu verdenken.

Antwort
von Niklaus,

Welche Versicherung meinst du denn?

Beispiel Privathaftpflicht. Hier ist es ganz einfach. Eine Haftpflichtversicherung ist für den Versicherungsnehmer (VN) wie eine Rechtsschutzversicherung. Die Versicherung prüft, ob gegen den VN eine Schadensersatzforderung nach § 823 BGB gerechtfertigt ist. Wenn ja zahlt sie, wenn nicht, zahlt sie nicht und du hast auch kein Problem.

Antwort
von WolfgangB,

Die Versicherungen prüfen den Schaden anhand objektiver Kriterien und kommen dann zu einer Entscheidung. Natürlich fällen diese Entscheidungen Menschen, die natürlich auch mal Fehler machen. Im Zweifel widersprechen bzw. rechtlich dagegen vorgehen. Schemas gibt es aber sicher nicht...

Antwort
von Kollek,

Schäden werden z. B. nicht reguliert wo es vor her in den Bedingungen schon Informationen geben tut, was nicht reguliert wird.

Dann werden Schäden nicht reguliert wo vor her schon allen klar ist, bis oft auf den Versicherungsnehmer, dass der Versicherer den Schaden nicht regulieren tut weil der Versicherungsnehmer ein bestoimmtes Risiko aus Gründen von "g... ist g..." nicht versichert hat.

Dann werden Schäden nicht reguliert weil die Forderungen überzigen sind, wenn z. B. bei einem Leitungswasserschaden im Bad 5 Fliesen herausgenommen werden müssen und der Anspruchstller das ganze Bad gefliest haben will, was der Versicherer dann auch nicht tut.

Antwort
von alfalfa,

Einige wenige Anhaltspunkte gibt es. Definitiv abgelehnt wird, wenn:

-Beiträge nicht gezahlt wurden -falsche Angaben bei der Antragsstellung gemacht wurden (vorvertragliche Anzeigenpflichtverletzung ) -Obliegenheitspflichtungen bei der Schadensmeldung begangen wurden -Schäden außerhalb des Geltungsbereichs anfallen

Alles andere wird nach Vertrag geleistet.

Kommentar von RatsucherZYX ,

@alfalfa

Völlig richtig, soweit die Theorie. Gestritten wird nur, ob etwas im Vertrag steht, nicht steht oder aus bereits bestehenden Urteilen abgeleitet werden kann. Ausserdem behaupten Versicherungen immer wieder neue Frechheiten, sonst gäbe es nicht 100te von Urteilen jährlich gegen die Versicherungen und ein Ombudsmann wäre auch nicht erforderlich, den die Versicherungen bezahlen und mit dem sie sich noch teurere Gerichtsverhandlungen /-urteile ersparen können bei Versicherte die nicht so einfach aufgeben wollen.

Mein Fachanwalt für Versicherungsrecht sagte mir, dass ca. 80% ihr Recht gegen Versicherungen nicht durchsetzen, weil sie aufgeben und die Schnauze voll haben. Aber auch, weil sie die Durchsetzungschancen unterschätzen.

Soweit dazu > Alles andere wird nach Vertrag geleistet.

Antwort
von gammoncrack,

Äußerst witzige Frage.

Meinst Du allen Ernstes, dass ein Versicherer irgenwo stehen hat: "Erst einmal ablehnen"?

Datt tut die nicht!

Kommentar von alfalfa ,

Schmunzelt, sie Antwort Robinek. Wenn ich das richtig verstehe hat er erfolgreich beim Ombudsmann durchgesetzt, dass ein regulierter Schaden nicht reguliert wird. Der Brüller des Tages und D.H.

Kommentar von RatsucherZYX ,

@alfalfa

Stimmt genau, das hast du falsch Verstanden.

Eine Zusage wurde nicht eingehalten und der Ombudsmann hat es dann zu Gunsten von Robinek geregelt. So habe ich das verstanden, sonst gäbe es wirklich keinen Sinn und lustig wäre es auch nicht.

Deckt sich übrigens mit meinem Fall, ich habe die Zusage sogar schriftlich gehabt, darauf geht die Versicherung jetzt überhaupt nicht mehr ein. Entweder Ombudsmann oder Gericht, das ist hier die Frage!

Kommentar von alfalfa ,

Gestritten wird zweifelsohne. Sonst gäbe es ja die sinnvolle Institution des Ombudsmannes nicht. Im Jahr 2012 waren es knapp 18.000 Beschwerden,der Löwenanteil bei LV/ Rentenversicherungen, gefolgt von BU und PKV. Ärgerlich, wenn sperrig reguliert wird oder gar eine Weigerung vorliegt. Dann bleibt fast nur der Klageweg. Und ja, das Richterrecht ist eine zweite Säule unserer Rechtssprechung. Um so wichtiger ist es zu wissen, was die Vertragsinhalte sind.

Kommentar von LittleArrow ,

Meinst Du allen Ernstes, dass ein Versicherer irgen(d)wo stehen hat: "Erst einmal ablehnen"?

Das kann man durchaus bejahen. Gäbe es das U.S.-amerikanische Discovery-Verfahren auch im deutschen Recht, dann hätten die deutschen Versicherungen ganz schlechte Karten, solche internen Dienstanweisungen zu Papier zu bringen.

So gehört es zu den normalen Praktiken und schriftlichen Handlungsanweisungen für die Mitarbeiterschulung, wie mit Schadensmeldungen umzugehen ist. Man muss schließlich emotionsfreie Konsistenz in die Fallbearbeitung bringen. Der gleiche Sachverhalt soll schließlich von 15 Sachbearbeitern immer gleich behandelt und beurteilt werden und nicht in 20 verschiedenen Variationen.

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