Frage von Sparsam, 4.390

gibts bei privatem Autoverkauf wirklich gar keine Gewährleistung bei Mängeln?

Kann man davon ausgehen, mit keinerlei nachträglichen Mängeln Probleme zu kriegen, wenn man Kfz an private Person verkauft, als Privatperson meine ich.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von robinek, 4.390

Es könnte nur Probleme geben wenn man wissentlich vorhandene Schäden oder Mängel verschweigt. Zu empfehlen aus gemachter Erfahrung (wenn es der Käufer nicht sowieso verlangt) das Fahrzeug vom DEKRA, TÜV o.ä. prüfen zu lassen und den Prüfbericht beim Verkauf vorzulegen!

Antwort
von Primus, 3.813

Ich zitiere aus anwaltonline.org/Verkehrsrecht:

"Bei Verkäufen von privat an privat wird die Mängelhaftung des Verkäufers häufig durch Klauseln wie "unter Ausschluss jeder Gewährleistung" ausgeschlossen - das Fahrzeug wird also "wie gesehen" erworben.

Ein solcher Haftungssausschluss gilt indes nicht für Mängel, die der Verkäufer dem Käufer arglistig verschwiegen oder hinsichtlich solcher Eigenschaften, für die der Verkäufer dem Käufer eine Garantie gegeben hat.

Dies betrifft auch die Zusicherung, das Fahrzeug sei mangelfrei. Ein arglistiges Verschweigen liegt vor, wenn der Verkäufer den Mangel des Wagens kennt oder zumindest mit dessen Vorhandensein rechnet und wenn er darüber hinaus davon ausgeht, dass der Käufer bei Kenntnis des Mangel den Vertrag nicht abschlösse.

In der Praxis kommt dies häufig beim Verschweigen von Unfallschäden vor. Hier ist zu beachten, dass der Verkäufer den Käufer unaufgefordert von Vorschäden in Kenntnis zu setzen hat. Bei einer Vereinbarung "gekauft wie besichtigt" sind lediglich offensichtliche Mängel von der Haftung ausgeschlossen, versteckte Mängel jedoch nicht.

Bei einem privaten Verkäufer kann der Käufer im Falle eines unwirksamen Haftungsausschlusses den Vertrag anfechten und das Fahrzeug zurückgeben oder aber die Beseitigung des Mangels verlangen wenn dies nicht mit unverhältnismäßigen Kosten für den Verkäufer verbunden ist.

Der Käufer kann auch vom Vertrag zurücktreten, den Kaufpreis mindern oder die Reparatur zu Lasten des Verkäufers durchführen lassen. Der Käufer ist dafür beweispflichtig, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorlag."

Antwort
von Privatier59, 2.898

Zum einen gilt ein Gewährleistungsausschluß nur dann, wenn er vereinbart wurde, aus Nachweisgründen unbedingt schriftlich. Sodann kann man niemals Ansprüche aus arglistigem Verhalten ausschließen. Wer Unfallwagen nicht als solche deklariert kann ebenso belangt werden wie derjenige, der einen ihm bekannten erheblichen Schaden nicht offenbart. Da die Meinungen darüber, was erheblich ist oft weit auseinander gehen, ist breiter Raum für Streit auch beim Verkauf unter Privatleuten. Am besten sollte man den Kaufinteressenten fragen, ob er rechtsschutzversichert ist und beim bejahen vom Geschäft Abstand nehmen.

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