Frage von microgeo, 41

Gibt es plausible Gründe, einen kleinen Anteil des Vermögens in Form von Gold oder Silber zu halten?

Z.B. einen Anteil von 5 Prozent als reines Sicherungsinstrument.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 41

Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin sind nur Wertspeicher und liefern keine Erträge in Form von Zinsen, Dividenden etc. Damit ist klar, daß ein Goldinvestment sich nur lohnen kann, wenn der Preis aufgrund steigender Nachfrage infolge deutlicher Inflation oder erhöhter Risiken für andere Assetklassen steigt. In einer Deflation wird Gold verlieren und wenn es den Aktien- oder Anleihenmärkten gut geht, hast Du dort echte Erträge.

Betrachtest Du jedoch die letzten 100 Jahre der Kapitalmärkte, so wird klar, daß Gold entweder eine Spekulation auf einen deutlich höheren Preis oder eine nur wirklich sehr langfristige Absicherung gegen Kaufkraftverluste war. Eigentlich haben sich die Märkte ab 1930 nach jeder Krise innerhalb von max. fünf Jahren deutlich erholt. Blasen kamen zum Platzen, aber dagegen hilft auch Gold nicht. Wer sich verspekuliert ohne Absicherungen, der hat auch nicht die Geduld, auf Kursanstiege bei Gold zu warten.

Als der Goldpreis bei fast 2.000 USD/Oz stand, riefen die Psedo-Propheten nach Kursen von 2.500 USD und mehr. Kaufen hätte man sollen, als keiner Gold wollte. Momentan liegen wir zwar wieder auf relativ niedrigen Kursen, aber im Vergleich zu typischen Produktionskosten ist das immer noch 25% zu hoch.

Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund für harmlose Privatanleger, in physisches Gold zu investieren. Wer wirklich damit rechnet, eine Alternativwährung "Gold" im Keller (bei der Bank hilft das ja auch wenig) haben zu müssen, um im Notfall liquide zu bleiben, sollte sich lieber nach Wohn- und Ackerimmobilien umschauen und schon mal die Landwirtschaft erlernen.

Antwort
von CrossCountry, 5

Hey!

Auf jeden Fall besteht die Möglichkeit, dass sich die Preise für Gold oder Silber in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wieder weiter nach oben bewegen, zu 100% kann dir das aber keiner vorher sagen. Es ist also schon mit einem gewissen Risiko verbunden. 

Als Wertanlage aber heutzutage sicherlich keine schlechte Methode. Über http://www.bullion-investor.com/silver findest du die Münzhändler, die dir die besten Preise für Silbermünzen anbieten. 

Gleiches gilt auch für sämtliche andere Edelmetalle, da kannst du bei Bullion Investor auch die günstigsten Preise ausfindig machen. 

Antwort
von RatsucherZYX, 36

Wenn Geld keinen Wert mehr hat und ich dringend Kartoffeln brauche, nehme ich zwei Goldmünzen aus dem Tresor. Dafür gibt es sicherlich zwei Zentner Kartoffeln und ich habe 1/4 Jahr was zu essen. Gold haben die Landwirte, neben Teppichen, in den schlechtesten Zeiten immer noch akzeptiert. Heute würde ich nicht mehr auf Teppiche setzen. Bitte jetzt nicht den Kurs Goldmünze / Kartoffeln nachrechnen, der Wert wird sich noch einpendeln, ich habe auch noch Nudeln im Schrank! :-)

Kommentar von jsch1964 ,

Warum nicht nachrechnen, es ist doch so, dass das passt: Gold im Wert von jetzt ein paar hundert Euro für zwei Zentner Kartoffeln. So ähnlich wird es aussehen. Wenn die Not richtig groß wird, kann es auch soweit kommen, dass Du für Deine blaue Mauritius nur einen Sack Kartoffeln bekommst. Je länger die Krise geht, desto schlechter wird der Kurs.

Da würde ich lieber auf Arbeit gegen Kartoffeln setzen oder Sachen bunkern, die man selber leichter und in kleineren Einheiten tauschen kann. 

Am besten ist der Rat von Privatier.

Kommentar von RatsucherZYX ,

@jsch1964

Ratschläge von Privatier sind immer gut, vor allen Dingen haben bei ihm immer das Leben und die Bildung mitgeschrieben.

Antwort
von Rat2010, 37

Früher gab es Gründe, einen Teil in Edelmetallen, vor allem Gold zu horten. Geld konnte (und kann) sehr schnell wertlos sein und Immobilien enteignet oder wertlos (gemacht) werden.

Wenn man flüchten musste und Geld wertlos war (realistisches Szenario) war es natürlich praktisch, etwas Gold zu haben.

Heute ist die Situation etwas anders. Wer Angst vor Enteignung hat, führt sein Depot halt in der Schweiz oder in Lux.

Antwort
von Privatier59, 35

Du erwartest doch den totalen Zusammenbruch des Finanzwesens. Und da willst Du Gold und Silber im Vermögen halten? Wieviel Gramm dieser Metalle kostet denn ein Korb von Lebensmitteln dann? Und schon haben wir das erste Problem und das ist die Stückelung. Willst Du von einem Kilobarren die Portionen abhobeln? Wer soll dem Gekräusel ansehen, ob es echt ist? Wer soll überhaupt Edelmetallen ansehen ob es solche sind, Fachleute ausgenommen? Ich glaube, selbst die dümmsten Bauern liefern dafür keine dicken Kartoffeln.

Was Du brauchst, ist eine Anlage in Dinge die im Krisenfall wirklich etwas wert sind: Zentnerweise Kartoffeln und Reis, tausende von Konservendosen und einige Hektar Ackerland nebst Kuh, Schaf und Esel. Das toppt jedes Edelmetall und wenns nicht so schlimm kommt, kannst Du mit den Kram ne Imbißstube als zweites Standbein eröffnen und einen landwirtschaftlichen Erlebnispark und Dir eine goldene Nase verdienen.


Antwort
von Underfrange, 34

Das kommt auf die Höhe des Gesamtvermögens an. Rechtzeitig einen kleinen Teil in sichere Sachwerte zu stecken hat den Menschen zu allen schweren Zeiten geholfen. Dieser Teil kann auch etwas größer sein. Wichtig ist nicht zu viel festzulegen, denn von Gold oder Silber kann man nichts abbeissen. Es ist aber ein sehr guter Speicher für Kaufkraft. Eine pauschale Aussage über einen Anteil von z.B 10% oder 20% oder irgendeines anderen Anteils hängt in meiner Beratung vom Einzelfall ab. Flüssig bleiben kann lebenswichtig sein. Nach einer Krise aber entsprechende Reserven zu haben erleichtert das Leben ungemein.



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