Frage von yellowcrane, 120

Gibt es neue Regelungen beim Arbeitslosengeld I für Schauspieler?

Liebe Community, bisher - noch im Herbst 2014 - könnte ich mich als Schauspielerin für eine oder mehrere Vorstellungen aus ALG 1 abmelden, ohne Arbeitsstunden und Verdienst angeben zu müssen. Ich habe dann für die abgemeldete Zeit keine Leistungen bekommen und fertig. Jetzt wird meine freiberufliche Tätigkeit als Nebentätigkeit gewertet, die aber in der abgemeldeten Zeit ja meine Haupttätigkeit ist. Ich bekomme seit Monaten kein Geld und führe hoffnungslose Diskussionen. Weiß jemand - auf welcher Grundlage das alte Procedere geändert wurde? Vielen Dank!

Antwort
von Primus, 120

Überprüfe mal, ob Du die Voraussetzungen für die kurze Anwartschaft erfüllt hast:

Kurze Anwartschaftszeit

"Sie können die Anwartschaftszeit für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld auch erfüllen, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung weniger als zwölf Monate in Versicherungspflichtverhältnissen gestanden haben. Diese „kurze“ Anwartschaftszeit kann erfüllt werden, wenn

Sie in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit (Rahmenfrist) mindestens 6 Monate/180 Tage in Versicherungspflichtverhältnissen gestanden haben und

es sich überwiegend um Beschäftigungsverhältnisse gehandelt hat, die von Vornherein auf nicht mehr als zehn Wochen befristet waren, und

Ihr Bruttoarbeitsentgelt in den letzten 12 Monaten, gerechnet vom letzten Tag Ihrer letzten Beschäftigung an rückwärts, die Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGBIV (2013: 32.340 Euro) nicht überstiegen hat und

Sie der Agentur für Arbeit diesen Sachverhalt darlegen und nachweisen.

Die Regelung für die Erfüllung der kurzen Anwartschaftszeit ist auf die Zeit bis 31.12.2015 befristet."

Kommentar von yellowcrane ,

Hallo, Primus, der Tipp ist überdenkenswert, was die Höhe meines Anspruchs angeht, danke. Das Grundproblem ist aber nicht meine Anwartschaft, die ist mir bestätigt worden, ich habe noch 245 Tage Anspruch auf ALG 1. Das Problem ist das neue Procedere. Man geht mit mir, die ich immer selbständig war um, als hätte ich diese Anwartschaft aus einer Festanstellung bezogen. Ich habe aber in die freiwillige AL-Versicherung für Selbständige eingezahlt. Bisher gab es auch gar keine Probleme, erst seit März. Da wurde meine befristete Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit z.B. für einen Auftritt nicht mehr akzeptiert, sondern als Nebentätigkeit gewertet, die nicht mehr als 15 Stunden wöchentlich betragen darf und deren Einnahmen die 165,00 € nicht überschreiten dürfen. Ich habe jetzt hier schon Literatur gefunden, wo man mit einem anderen Paragraphen (155 SGB) als Selbständiger einen höheren Freibetrag bekommen könnte, aber im Prinzip ahne ich, dass ich hier einen Prädsedenzfall darstelle und wirklich einen guten Anwalt suchen muss. Vielen Dank für Dein Interesse!

Antwort
von Tina34, 91

na erst einmal würde ich sagen es fehlen Infos von deiner Seite.

Das Procedere wurde nicht geändert, aber es könnte z.b. damit zusammen hängen das du bestimmte Anwartschaftszeiten erfüllen mußt und du diese vielleicht nicht hast?!?!

Wenn du seit Wochen Diskussionen führst hat das Amt dir ja wohl auch die Gründe warum sie zahlen schriftlich mitgeteilt. Es wäre hilfreich zu wissen was man dir den geschrieben hat.

Kommentar von yellowcrane ,

Hallo, Tina, Bisher konnte ich mich arbeitslos melden und mich immer, wenn ich eine Veranstaltung hatte, befristet abmelden. In dieser Zeit habe ich dann keine Leistungen bekommen, d.h., die Tage, die ich abgemeldet war, wurden vom monatlichen Arbeitslosengeld abgezogen. Für die abgemeldeten Zeiten musste ich keine Nachweise über wöchentliche Stunden bringen und auch nicht meinen Verdienst aufdecken. Logisch, finde ich, da ich ja abgemeldet war und freiberuflich für einen oder zwei Tage gearbeitet habe. Jetzt ist es so, dass meine Abmeldung in die befristete Freiberuflichkeit als Nebentätigkeit gezählt wird. Ich muss nachweisen, dass ich freiberuflich weniger als 15 Stunden arbeite und muss meine Einnahmen aufdecken, die nicht mehr als 165 € betragen dürfen. Das war 1. bisher nicht so und zweitens ist es auch nicht schlüssig. Abgemeldet ist nicht Nebentätigkeit. Diese Diskussion führe ich nun monatlich, muss letztendlich immer wieder Widerspruch einlegen und habe noch keinen Bescheid dazu und vor allem auch kein Geld. Wie gesagt: Jahrelang hatte ich keine Probleme. Vielen Dank für Dein Interesse.

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