Frage von spargeld, 1

Gibt es Fonds, die mit Festgeldern vergleichbar sind?

Mir wurde als Alternative zum Festgeld ein konservativer Dachfonds empfohlen- hört sich grundsätzlich gut an. Aber seit wann kann man Fonds mit Festgelder vergleichen- dachte schon, ein gewisses Risiko hat man mit jedem Fonds. Irre ich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 1

Geldmarktfonds gab es früher sehr verbreitet, als Tagesgeld noch nicht so üblich für Privatkunden verfügbar war. Heute sind Geldmarktfonds in EUR eher wenig interessant, da sie nach Inflation verlieren und aufgrund von Gebühren gegenüber dem Tagesgeld unterlegen sind. Gegenüber Festgeld haben sie noch den geringen Vorteil, daß man sie tagesweise liquidieren könnte. Geldmarktfonds in Fremdwährungen sind Spekulationen auf aufwertende Fremdwährungen bzw. Absicherungen gegen eine Abwertung des EUR. Die Renditen sind hier je nach Markt auch bescheiden (Industrieländer mit guter Bonität) bis moderat vernünftig (Schwellenländer). Das Risiko ist aufgrund der Kurzfristigkeit der Anlagen recht gering.

Dachfonds sind in diesem Bereich mit sehr geringen Zinsen und Margen meines Erachtens Unsinn. Man sollte entweder Tagesgeld nehmen (und dann die Minderrendite durch entsprechende Aktienanlagen ausgleichen) oder aber Rentenfonds von Unternehmensanleihen in Schwellenländern bzw. als Beimischung High-Yield Bond Fonds.

Als langfristiger Anleger interessiert einen dann eher die laufende Ausschüttung und der tendenziell langfristig stabile Kaufkraftwert des Investments, als kurzfristige Schwankungen.

Antwort
von Rat2010,

Das gewisse Risiko hat man auch und es ist nicht vergleichbar. Darauf wurdest du hoffentlich auch hingewiesen.

Die bessere Alternative zu Fest- oder Tagesgeld ist eine Mischung aus den richtigen konserven Fonds bei Wegfall des Ausgabeaufschlags aber dennoch. Weil die Chancen die Risiken überwiegen was je nach Anlagedauer immer extrmer wird.

Antwort
von Niklaus,

Höchstens Garantiefonds. Aber dann braucht man keinen Fonds zu kaufen.

Der Empfehler, ich benutze extra nicht das Wort Berater, denn ein solcher ist er nicht, wenn er so einen Unsinn erzählt, wollte damit deutlich machen, dass der Dachfonds so risikolos wie Festgeld sei. Das ist natürlich absoluter Quatsch.

Trotzdem sind bestimmte Fonds sicherer als Festgeld. Spezielle Aktienfonds sind insolvenzsicher und inflationssicher. Beides kann man von Festgeld nicht behaupten. Aktienfonds unterliegen Marktschwankungen durch die Aktien in die der Fonds investiert ist, aber dies hat nichts mit Sicherheit im herkömmlichen Sinne zu tun.

Antwort
von GAFIB,

Natürlich sind auch sog. konservative Dach-Fonds in keinster Weise mit Festgeld vergleichbar. Solche Fonds haben neben dem Aktienanteil einen relativ hohen Rentenanteil, der aus börsennotierten Anleihen besteht.

Im Ergebnis haben solche Fonds also Kursschwankungen im Unterschied zu Festgeldern.

Und jetzt kommt "das Salz in die Suppe":

  1. Solche Dachfonds haben doppelte Gebühren, nämlich die der enthaltenen Einzelfonds und die des Dachfonds-Managements. Da kommen leicht mind. 3% Kosten zustande. Bezogen auf die erwartete kombinierte Kapitalmarktrendite aus Aktien und Renten von vielleicht 6% gehen also ca. 50% der Rendite in die Kosten. Wenn´s gut geht, bleiben vielleicht 3% übrig. Mehr als bei Festgeld, aber eben mit Schwankungsrisiko beim Kurs.

  2. Die Rentenrenditen sind extrem niedrig. Sollten sie anziehen, wird es Kursverluste sogar aus dem Rentenanteil des Fonds geben. In den letzten Jahren war es genau umgekehrt, da haben die fallenden Renditen für steigende Rentenkurse gesorgt.

  3. Für mich heisst das seit ca. einem Jahr: Finger weg von Mischfonds und von Rentenfonds - das Kursverlustrisiko ist mir zu hoch. Ich löse es mit der freien Kombination aus reinen Aktienfonds (für Anlagegelder, die mind. 8-10 Jahre nicht benötigt werden) und daneben schwankungsfreier Anlage für kurz-/mittelfristigen Liquiditätsbedarf.

Kommentar von Niklaus ,

Von dir als Profi verstehe ich diese Gebührendiskussion wirklich nicht. Die einzige Gebühr die wirklich bei einem Fonds direkt das Kapital des Anlegers betrifft, ist doch nur der Ausgabeaufschlag. Alle anderen Kosten sind doch schon in der Rendite enthalten. Schlussfolgerung. Wenn ein Fonds 8 % Rendite erwirtschaftet, ist es doch egal welche internen Kosten er dafür hat. Selbst ein Performancefee von 10 % ist uninteressant, wenn ich mein 8 % p.a. bekomme. Wenn der Fonds nur eine schlechte Performance entwickelt, verkaufe ich ihn, bzw. hätte ich ihn nicht gekauft.

Kommentar von GAFIB ,

Die Anlagekosten sind enorm wichtig, auch wenn das in der Finanzbranche gern heruntergespielt wird.

Die Kapitalmärkte erwirtschaften ja nicht mehr Rendite, nur weil ich hohe Anlagekosten habe. Sie erwirtschaften langfristig eine ganz bestimmte Rendite, sagen wir im globalen Aktienmarkt von 7% p.a.

Diese Rendite kann genau 1 x verteilt werden, entweder an mich als Anleger oder aber mit Banken, Fondsgesellschaften, Vermittlern etc. geteilt werden.

Die o.g. Aussage "Wenn ein Fonds 8% Rendite erwirtschaftet"... hängt komplett am "Wenn".

Wenn ein Fonds 8% Rendite nach Kosten erzielt, wären es bei 3% Kosten eben 11%, die die Märkte langfristig generieren müssen. Das tun sie aber nicht. Es sind eben nur 7%, und nicht 10 oder 11%.

Meine Anlage-Philosophie ist das sog. "Prognose-freie Investieren" (ich möchte erzielen, was die Märkte generieren, aber das dauerhaft und vollständig, denn das reicht "dicke").

Der Gegenposition ist "Spekulieren", also der Versuch, durch z. B. Einzeltitel-Auswahl im Fonds eine Überrendite zu erzielen gegenüber der Marktentwicklung. Das mag - wie jede Spekulation - hin und wieder aufgehen, langfristig geht Spekulation jedoch nicht auf, das zeigen sämtliche Kapitalmarkt-Untersuchungen zum Thema (u.a. Wirtschafts-Nobelpreisträger 2013: Eugene Fama).

http://www.smarter-investieren.de/informations/ter_intro.php

Kommentar von Niklaus ,

Prognose frei investieren kannst du mit Festgeld. Da bin ich mal gespannt wie die Menschen ihr Vorsorgeziel erreichen wollen.

Natürlich wird man nicht immer den richtigen Fonds haben, der die gewünschte Rendite erzeugt. Aber ein komplettes Fondsportfoilo hat eine bestimmte Durchschnittsrendite. Man muss das Portfolio immer wieder untersuchen und die unrentablen Positionen durch besser austauschen. Das hat übrigens nichts mit Spekulation sondern mit richtigem investieren zu tun.

Kommentar von Candlejack ,

Das Argument der doppelten Gebühren erwarte ich ja durchgehend und regelmäßig von meinen Kunden, aber eigentlich nicht von Fachleuten wie Dir. Das ist schon traurig...

Antwort
von volksbanker,

Es gibt sogenannte Geldmarktfonds mit geringer Kostenquote (kein Ausgabeaufschlag, geringe Verwaltungskosten). Hier investiert die Fondsgesellschaft das eingesammelte Kapital in Bankeinlagen wie Tages- oder Festgeld. Durch die hohen Summen bekommt die Fondsgesellschaft entsprechende Sonderkonditionen. Allerdings bewegt sich die Performance solcher Geldmarktfonds selten über 1 % p.a. - bei einer Inflation von knapp 2 % auch kein gutes Geschäft.

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