Frage von HilfeHilfe,

gibt es eine Immoblase in Deutschland und wann platzt diese ?

Möchte schon mal vorsorgen.

Was denkt ihr ???????????? Vor allem die Vermieter hier unter uns ???

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von Privatier59,

"Immobilienblase" definiere ich dahin, dass die Preise auf breiter Front stark steigen. Das gab es jedenfalls in betroffenen Ländern wie Spanien zum Beispiel.

Und wie sieht es in Deutschland aus. Besonders gut kenne ich mich in Köln aus: In den "Kranhäusern" am Rhein wurden ETWs vor 6 Jahren noch für 5000,-- Euro den QM verkauft, heute werden Preise jenseits von 8000,.-- Euro bezahlt. Das spricht für Bildung einer Blase. Allerdings wenn man die Stadtgrenze verläßt, wird es nahezu mit jedem Kilometer billiger. Ich kenne Dörfer in der Eifel wo man Bauland für 15,- Euro den QM anbietet und kein Interessent taucht auf. Diese mir konkret bekannten Beispiele liegen 50 bis 70km von Köln entfernt. In der Region Tokio würde so was als Vorort gelten.

Entsprechend sieht es auch mit den Vermietungschancen aus. Das Gerede von der Wohnungsnot ist einfach Quatsch: Wohin die Interessenten stürmen sind die beliebten Viertel in den Großstädten und auch da nicht in allen Großstädten. Schon in den Vororten müssen Vermieter lange suchen und auf dem platten Land ist trotz Minimieten vieles unvermietbar.

"Blasen" gibt es mithin nur auf ganz kleinen Teilmärkten und die gab es immer schon. Zur Besorgnis also kein Anlaß.

Wo es keine Blase gibt, wird auch nichts platzen. Was ich allerdings trotzdem erwarte, ist ein moderater Preisrückgang. Dieser wird außerhalb der Ballungszentren wegen der Bevölkerungsentwicklung Dauererscheinung werden. Daher gilt da: Finger weg. In den Ballungszentren wird mit der irgendwann eintretenden Zinswende die Kauflust nachlassen und es wird so manchem Käufer finanziell die Luft ausgehen. Dann eröffnen sich manche Kaufchancen.

Fazit: Laß Dir Zeit.

Kommentar von GAFIB ,

DH - da ich mich auch sehr gut auskenne in Köln, kann ich das alles voll bestätigen.

Es gibt faktisch nur eine "Metropolen"-Preisblase", die ist aber weitgehend bereits erzeugt in den letzten 3-4 Jahren, weitere Preissteigerungen dürften auf dem jetzt schon sehr hohen Niveau eher moderat ausfallen.

Im aktuellen Heft Mai 2013 von "Capital" lautet der Leitartikel "Der große Immobilien-Kompass 2013" - da steht alles ganz genau drin.

Antwort
von gandalf94305,

Es gibt durch die niedrigen Bauzinsen in Deutschland eher wieder eine höhere Bereitschaft zum Errichten von Eigenheimen, d.h. die Neubauzahlen steigen etwas stärker als in den Vorjahren oder im längerfristigen Durchschnitt. Die 2008/2009 etwas eingebrochenen Immobilienpreise kehren IMHO jedoch eher wieder auf alte Werte zurück, als daß sie in eine Blasenbildung übergehen. Das betrifft Statistiken zufolge Wohnimmobilien, die wieder eine starke Nachfrage erfahren, mehr als Gewerbeimmobilien. Bei gewerblich genutzten Immobilien haben insbesondere Bürogebäude noch einen deutlichen Nachholbedarf.

Auf was gründest Du die Annahme, daß es in Deutschland eine Immobilienblase gibt? In welcher Region bzw. für welche Art von Immobilien?

Du kannst ja auch mal die FTSE EPRA/NAREIT Immobilien-Indices betrachten, die für Deutschland momentan immer noch bei der Hälfte der Stände von 2007 liegen. An eine Blase würde ich erst denken, wenn hier Werte z.B. beim Doppelten des Stands von 2007 erreicht würden.

Antwort
von startApp,

die Immobilienpreise haben sich in Deutschland in den 90ern schlecht entwickelt. Nun steigen sie. Das könnte man als Nachholbedarf sehen.

In vielen Regionen (ausserhalb der Ballungsräume) bewegen sich die Preise immer noch wenig oder gar nicht.

Ich sehe keine Blase - auch wenn ich bisher nur Mieter bin - und wenn, dann nur in den absoluten Toplagen von Ballungszentren. Hier sind die Preise teils sehr stark gestiegen.

Antwort
von Schmitti,

Das "WANN" kann wohl niemand bestimmen. Sicherlich dauert das noch ein wenig, weil immer jemand bereits ist den geforderten Preis zu zahlen. Ich bin aber auch gespannt. Bei meiner Wohnung ist das besonders drastische gewesen. Kostete der qm in 2007 noch 700 Euro, so sind es jetzt schon 2.100 Euro.

Antwort
von Tritur,

Es gibt sichtbare und unsichtbare Blasen.

Bei der sichtbaren Blase steigen die Preise, weil immer mehr Nachfrager das betreffende Wirtschaftsgut haben wollen, um von der erwarteten Preissteigerung zu profitieren. Die Blase platzt, wenn die Zinsen steigen und der Preisauftrieb ins Stocken kommt.

Die Blase am deutschen Immobilienmarkt ist eine unsichtbaren Blase. Eine abnehmende Zahl von Nachfragern (die Bevölkerung Deutschlands sinkt im Jahr um etwa 400.000 Personen) will ihre Ersparnisse vor einer kommenden Inflation durch den Erwerb von Betongold schützen. Da jede neue Wohnung einen Leerstand beim Altbestand verursacht, steigen die Preise insgesamt kaum. Diese zunächst unsichtbare Blase platzt, wenn die Vermieter merken, dass sie ihre Wohnungen nicht mehr vermieten können, die finanzierenden Banken in einer Rezession steigende Kreditausfälle erleiden und diese beiden Akteure durch Notverkäufe und Zwangsversteigerungen am Immobilienmarkt eine Abwärtsspirale verursachen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Interessante Differenzierung. "Blasen" sind doch letztendlich Bewertungsdiskrepanzen, d.h. die Bewertung eines Guts (man kann ja Tulpenzwiebeln oder Internetaktien oder Immobilien in USA als Beispiel heranziehen) wird durch spekulative oder incentive Maßnahmen weiter und weiter in die Höhe getrieben, bis schließlich die Bereitschaft der Investoren das Maximum erreicht hat, weitere Steigerungen zu unterstützen. Von da ab werden sich die Bewertungen explosiv zu "realistischen" Einschätzungen entwickeln, typischerweise jedoch in einer Überreaktion sogar darunter. In der Erholungsphase kommt man langsam wieder auf fundiertere Bewertungen und nähert sich einer normalen Marktphase. "Blasen" sind also eigentlich extreme Markteuphorien, die in Bewertungskrisen münden.

Günstige Zinsen können solche Bewertungen natürlich fördern, aber das ist nicht der einzige Grund. Es kann sich auch um Spekulationen liquider Anleger handeln, wie man das in den 1920ern in Florida gesehen hat. Die Kapitalmarktzinsen waren damals deutlich höher, aber es gab Liquidität. Der Crash kam vor der Zinserhöhung 1928.

Je nach Studien wird sich netto die Bevölkerung (incl. Migranten) in Deutschland um ca. 100.000-200.000 pro Jahr bis 2030 verringern. Die 400.000 mögen deutsche Staatsbürger sein, aber auch das scheint mir hoch. Gleichzeitig wird mit einem Zuwachs von privaten Haushalten um 5% gerechnet, d.h. es wird mehr 1-2-Personen-Haushalte geben. Das schürt eine Nachfrage nach Wohnraum bei gleichzeitigem Bevölkerungsrückgang.

Weiterhin: die endgültige Geburtenrate in Deutschland steigt sogar. Die offizielle Periodengeburtenrate liegt niedrig, da sie nicht ausweist, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens hat, sondern wie viele in einer Jahresperiode geboren werden. Da viele Frauen immer später Kinder bekommen, verzerrt sich dieses Bild. Dazu gibt es eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock.

Interessante Daten dazu gibt es in der Raumordnungsprognose 2030: http://www.bbsr.bund.de/cln_032/nn_340546/BBSR/DE/Raumbeobachtung/UeberRaumbeoba...

Antwort
von althaus,

Es gibt keine Blase, solange die Bürger bereit sind die Preise zu bezahlen. Ich glaube wenn die Zinsen wieder steigen, werden die Preise wieder zurückkommen.

Antwort
von LittleArrow,

Es gibt ja viele Immobilienarten.

An welche hast Du denn gedacht? Dann kann ich Dir vielleicht besser meine Antwort maßschneidern!

Kommentar von blnsteglitz ,

wie jetzt? Bald ist Walpurgisnacht- du sitzt nicht schon ganz gespannt vor dem Besen und der Kugel sondern noch am Schnittmusterbogen? Tzzzzz

Kommentar von LittleArrow ,

@blnsteglitz: Nun laß die junge Dame (siehe Profil) sich mal zur Immobilienart selber erklären;-)

Für bestimmte Immobilienteilbereiche und -käufer sehe ich schon eine derartige Gefahr. Du hast vielleicht bemerkt, dass ich in einigen Immobilienbereichen bzw. bei einige Immobilienfragen wiederholt mit dem Besen kehre bzw. einfach kehren muss.

Kommentar von blnsteglitz ,

ha- ich lache- die junge Dame ist angeblich ein Kerl........

behauptet er/sie jedenfalls des öfteren

G

Kommentar von LittleArrow ,

die junge Dame ist angeblich ein Kerl.

Da findet sich tatsächlich ein derartiges Selbstbekenntnis, wie z. B. hier

http://www.finanzfrage.net/frage/miete-kuerzen-zwei-monate-vor-auszug-wegen-schi...

Kommentar von blnsteglitz ,

Kommentar von HilfeHilfe 25.04.2013 - 10:48

Hallo,

mir als Familienvater ...

und dort auch

Kommentar von LittleArrow ,

@blnsteglitz: Genau diese Stelle habe ich gemeint:-))

Kommentar von LittleArrow ,

Ich sehe die Gefahr einer speziellen Immobilienblase bei Wohnimmobilien: bei den knapp begüterten Mietern, die angesichts niedriger Zinsen mit wenig Eigenkapital auf ETW oder Haus umsteigen und sich aus Gründen der Günstigkeit auf eine zu kurze Zinsfestschreibung verlassen. Einfach diese Antwort lesen und dann sollte die Gefahr klar werden:

http://www.finanzfrage.net/frage/warum-sind-volltilgerdarlehen-so-guenstig-am-ma...

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