Frage von kusendker, 16

Gibt es die Möglichkeit den Erbteil einzufordern ?

Eine ähniche Frage gab es schon, hier eventuell etwas komplizierter, vielleicht kann uns jemand helfen. Zur Vereinfachung hier stichpunktartig. Vater vor 15 Jahren verstorben, Mutter lebt im einst geerbten 2,5 Familienhaus, 3 Söhne 1 Tochter. Der älteste Sohn hat sich über 13 Jahre nicht um seine Mutter gekümmert, war aber immer "Muttis Liebling", vor einiger Zeit wieder aufgetaucht. Mutter hat das bare Erbe auf verschiedene Arten verbraucht. Die Tochter und ein Sohn haben Bargeld/ Vorteile in nicht unerheblicher Höhe erhalten. Ein Sohn (ich) bislang nichts erhalten, auch nicht eingefordert. Aus Geldnot, und um ihren Ältesten zu helfen, hat sie das Familienhaus weit unter Wert, ca. 60 %, an diesen verkauft. Dieses geschah ohne jegliche Absprache mit den anderen 3 Kindern. Nach Rückfrage wurde mit Sturheit reagiert, und sich abgewendet. Verträge oder Sonstiges wurden trotz mehrmaligen Aufforderungen nicht vorgelegt. Der Ältere hat diesen Vorteil benutzt um durch eine höhere Finanzierung auf das Haus sich aus einer wiederholten Insolvenz zu kaufen. Mutter erlitt vor ca. 10 Jahren einen Schlaganfall und ist seitdem manchmal durcheinander, aber voll geschäftsfähig. Aufgrund dieser schlechten Erfahrungen stellt sich die Frage ob es eine Möglichkeit gibt wenigstens für die Enkelkinder, einen Anteil einzufordern, bevor alles weg ist. Vielleicht kann uns ja jemand helfen. Vielen Dank.

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Antwort
von imager761, 16
Aufgrund dieser schlechten Erfahrungen stellt sich die Frage ob es eine Möglichkeit gibt wenigstens für die Enkelkinder, einen Anteil einzufordern, bevor alles weg ist.

Nein. Nachlassforderungen setzen einen Erbfall voraus :-O

Bei denen am Nachlass des vorverstorbenen Vaters wäre ein Pflichtteilsanspruch verjährt und eine Sicherung seines Nacherbanspruchs im Falle einer dementsprechenden wechselseigen Verfügung ("Berliner Testament") scheitert, da "das Haus weit unter Wert verkauft" und "das bare Erbe aufgebraucht" wurde.

Liegt der Hausverkauf mehr als 10 Jahre zurück, wenn die Mutter verstürbe, muss man sich tatsächlich mit dem Erbe oder Pflichtteil bescheiden, der rechnerisch aus dem noch verbliebenen Reinnachlass am Tag ihres Ablebens auskehrbar wäre :-(

Bis dahin schuldet die Muter keinerlei Rechenschaft noch Zustimung, was sie mit ihrem Eigentum und Geld macht :-(

Und seinen Erbteil kann man dann für die Enkelkinder anlegen oder ihnen geben, sie haben aber keinen direkten Erbanspruch am Nachlass ihrer Großmutter. Allernfalls ginge das Erbrecht ihrer vorverstorbenen Eltern als Kinder der Erblasserin einmal auf sie über.

G imager761

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe & erbrecht, 11

Wie EnnoBecker schon richtig schreibt, die Enkel haben zur Zeit keine Rechte und können keinerlei Forderungen stellen.

Wenn überhaupt können nur die Kinder was machen.

Es war vermutlich ein Berliner Testament, was der Mutter erstmal alles gab. Hier hätten die Kinder, jedes für sich, allerdings den Pflichtteil einfordern können. Darauf wurde aus Achtung für den letzten Willen der Eltern verzichtet.

Nun müßte man das Testament kennen (obwohl das im Nachhinein vermutlich nciht mehr viel hilft). Wenn die Mutter nicht bevorrechtigte Vorerbin ist, hätte sie nicht verkaufen dürfen.

Konnte sie verfügen, dann ist alles was sie tat rechtlich nicht anfechtbar.

Wenn Du wissen möchtest, was Du hättest tun können, dann das Testament besorgen udn vom Anwalt prüfen lassen.

Kommentar von EnnoBecker ,
Hier hätten die Kinder, jedes für sich, allerdings den Pflichtteil einfordern können.

Richtig, das wollte ich auch noch schreiben.

Wohlgemerkt: Mit "die Kinder" sind die Abkömmlinge des Vaters gemeint.

Kommentar von wfwbinder ,

genauso ist es

Kommentar von imager761 ,

Tatsächlich ist der Pflichtteilsanspruch der Kinder am Nachlass ihres Vaters seit 12 Jahren verjährt - warum erwähnt man den dann?

Antwort
von RatsucherZYX, 9

.....und mit dem Rest kann sie auch machen was sie will, wenn sie nicht gleichzeitig Sozialhilfe etc. erhält

Die Enkelkinder sind wohl deine Kinder, die werden sich an dich halten müssen, falls du noch etwas von ihr erben solltest..

Antwort
von EnnoBecker, 8

Von wem sollen denn die Enkelkinder erben? Die Eltern der Enkelkinder leben doch wohl noch, oder?

Ich verstehe den Gesamtsachverhalt so:

Vater starb. Wer hier Erbe wurde, steht nicht dabei. Wahrscheinlich die Mutter (Berliner Testament).

Dann hat die Mutter das Haus zu 60% verkauft und zu 40% verschenkt. Zu Lebzeiten. Ist ja auch kein Problem, denn es gehörte ihr ja und damit kann sie machen, was sie will.

Ich verstehe nur nicht, von wem die Enkelkinder irgendetwas einfordern sollen können.

Kommentar von kusendker ,

Die Enkelkinder sollen anstatt des Sohnes den Antei bekommen. Mutter gehörte das Haus, diese hat das Haus weit unter Wert verkauft. Das Mutter verschenken darf ist mir bekannt. Die Frage ist, ob es ein Recht auf einen bestimmten Anteil gibt.

Kommentar von EnnoBecker ,

Dann muss die Mutter testamentarisch bestimmen, dass nicht der Sohn, sondern dessen Kinder erben.

Alternativ kann sie auch die Enkelkinder beschenken.

Kommentar von imager761 ,
Mutter gehörte das Haus, diese hat das Haus weit unter Wert verkauft.

Das darf sie.

Die Frage ist, ob es ein Recht auf einen bestimmten Anteil gibt.

Nein. Auch ohne eine Ausgleichszahlung im Zuge der vorweggenommenen Erbfolge vorzunehmen, die mit Erbfall zu verfügen oder gar unbeteiligten Dritten die Vertragsunterlagen zur Kenntnis geben zu müsssen, war sie in der Verfügung völlig frei :-O

Verstürbe sie innerhalb von 10 Jahren nach grundbuchlichem Eigentumsübergang, könnte man nicht einmal einen Pflichtteilsergänzungsanspruch geltend machen :-(

G imager761

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