Frage von microgeo, 16

Gibt es außer Aktien noch andere für den Kleinanleger interessante Formen der Firmenbeteiligung?

Also z.B. so etwas wie eine Anlegergemeinschaft, welche in schuldenfreie und etablierte Firmen investiert (vor Börsengang)? Bekannte Anbieter?

Antwort
von Finanzschlumpf, 16

Also Möglichkeiten gibt es viele, die Frage ist immer, wieviel Mitspracherecht man möchte und wie wenig Risiko.

Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass man sich an "schuldenfreien" Unternehmen beteiligen kann. Soetwas gibt es nicht. Da würde die ganze Passivseite ja nur aus Eigenkapital bestehen. Das kann ich mir trotz allem nicht vorstellen.

Antwort
von gandalf94305, 16

Anlegergemeinschaften, die nicht in einem offiziellen Mantel einer Gesellschaft bestehen, haben deutliche Risiken.

Daher wäre gerade für Kleinanleger sicher der Weg über Fonds der sicherste, da man damit diversifiziert und Einzelrisiken der unterschiedlichsten Arten mindert.

Als Einzelinvestments kommen natürlich Aktien in Frage, jedoch auch Beteiligungen z.B. an lokalen Projekten einer Gemeinde zu Windkraft, Wasserkraft, Solarstrom, Biogasanlagen etc. oder auch eine Mitgliedschaft bei Deiner lokalen VR-Bank. Bei solchen Beteiligungen kommt es primär auf die Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz der Emittenten bzw. Betreiber an.

Natürlich gibt es auch Startup-/VC-Fonds, die in Unternehmen vor dem Börsengang investieren, aber das ist aus meiner Sicht überhaupt nichts für "Kleinanleger", da erstens die Mindestinvestitionssumme im Vergleich zum Portfoliovolumen des Anlegers zu hoch liegt und zweitens hier ganz andere Risiken lauern.

Von Containern, Schiffen, Flugzeugturbinen etc. halte ich persönlich nichts.

Ich habe beispielsweise eine Beteiligung an einem Tech-Startup-Fonds, bei dem bisher ca. 75% der Unternehmen schlicht insolvent gingen, nachdem sie etwas Geld verbrannt haben. Ein paar laufen sehr gut und einige haben auch bereits die Exitphase durchlaufen. Unter dem Strich ist also der Return sehr positiv (im Mittel > 15% p.a.), wenn auch nicht solide planbar und schon gar nicht konstant über die Jahre hinweg. Es ist eben Risikokapital, kein Sparbuch.

Antwort
von AktienbossBlog, Business, 12

Hallo,

Im Grunde klingt das, was du beschreibst, nach dem Prinzip eines Fonds: Viele Anleger tun sich zusammen und der Fondsmanager investiert dieses Geld. Diese Firmen haben aber natürlich alle den Börsengang schon hinter sich.

Vielleicht stellen für dich ja Crowdfunding-Projekte eine Option dar, auch wenn diese in der Regel von jungen Unternehmen durchgeführt werden - diese sind dann natürlich nicht "etabliert".

Eventuell sind ETFs ja was für dich. Ich habe auf meinem Blog bereits darüber geschrieben. In Kurzform: Ein ETF ist ein Fonds, der einen Index (bspw. den DAX) abbildet bei geringen Kosten und geringerem Risiko als beim Kauf einer einzelnen Aktie.

Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ein ETF ist per se nicht besser als ein Fonds, da er auch nur eine bestimmte (in diesem Fall sogar fixe) Strategie verfolgt. Natürlich diversifiziert er, aber an dieser Stelle einfach ETFs pauschal als die glücklichmachenden Billigheimer zu empfehlen, halte ich für unsinnig. ETFs haben aufgrund ihrer Konstruktion ganz eigene Risiken, die gute, aktiv verwaltete Fonds nicht aufweisen.

Antwort
von KapitalschuleDe, 11

Hallo,

alternativ gibt es auch noch die Möglichkeit, in Anlagen zu investieren, die Fremd- und Eigenkapitalcharakter vorweisen.

Als Gläubiger erhält Du mehr Schutz als bei einer Unternehmensbeteiligung, aber auch ein Stück weit mehr Rendite als ein Fremdkapitalgeber. Mehr dazu findest Du unter den Begriff "komplexe Anleiheformen" bzw. "Mezzanine".

Aber Fonds wozu auch ETFs gehören scheinen eine passendere Anlage zu sein.

Die richtige Anlageklasse hängt auch immer vom eigenem Risikoprofil ab.

Expertenantwort
von freelance, Community-Experte für Aktien, 12

Aktien sind nur eine Form von vielen Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Man kann auch bei anderen Formen der Kapitalgesellschaft beteiligt sein, Fremdkapital geben, Genussscheine kaufen etc.

Ob nun viele Formen von Investments für Kleinanleger sinnvoll sind, hängt von den Risiken ab, die man a) eingehen will und b) die eine Anlage bietet.

Vielen Formen von Firmenbeteiligungen sind für Kleinanleger nicht geeignet, weil die Mindesthöhe einer Einlage für viele zu hoch ist.

Vor Börsengang an schuldenfreie, etablierte Firmen zu kommen, ist ein Vorhaben, das viele wollen. Das dürfte nicht so einfach sein, hier mitzuspielen, sofern das Kapital eher gering ist. Man könnte nach Private Equity Anlagen/ -Fonds suchen.

Antwort
von gammoncrack, 10
Firmenbeteiligung

Was meinst Du, wenn Du das googlest, wieviele Anbieter dort auftauchen? Und da sind etliche bekannte dabei. Wenn ich nur einen verlinke, mache ich Werbung - und das geht hier zu Recht nicht!

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