Frage von ichWillSonne,

Gewinn bei Aktienanlage oder Dividenden relevant bei GKV/Sozialversicherungen?

in Festanstellung und in der GKV. Hatte eine gute Anlage in Aktien, die ich bald "vergolden", sprich verkaufen werde. Damit ergeben sich Gewinne für mich in einem kleinen 5-stelligen Eurobereich. Für mich ist das viel, aber ich hatte eben Glück.

Wie ist das mit der GKV? Muss ich diesen Gewinn angeben? Melden sich die ggf. gar bei mir? Muss ich auf die Gewinne oder Dividenden aus dem letzten Jahr bei den Sozialversicherungen (speziell GKV) Beiträge nachzahlen?

Antwort
von RHWWW,

Hallo,

für Arbeitnehmer sind Miet- oder Kapitaleinkünfte beitragsfrei.

Nicht-Arbeitnehmer (z.B. Selbständige, Beamte, Stellenlose ohne Leistungsbezug) zahlen Beiträge aus allen ihren Einnahmen (z.B. auch Zinsen und Dividenden).

Beiträge sind für alle Personengruppen höchstens aus Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 3937,50 Euro monatlich beitragspflichtig.

Gruß

RHW

Kommentar von GAFIB ,

Zum zweiten Satz: Welche Beiträge zahlen Beamte denn auf Aktienerträge? Auch Beamte sind Nicht-Selbständige und ich sehe keinen Grund für eine abweichende Behandlung - auch dort gilt die Abgeltungssteuer. Die meisten Beamten sind auch privatversichert, und da spielen sonstige Einkünfte ohnehin keine Rolle.

Kommentar von RHWWW ,

Für alle freiwilligen Mitglider (z.B. Selbständige und Beamte) ist die Beitragspflicht in § 240 SGB V geregelt. Einzelheiten sind hier geregelt:

(1b) Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung und Einnahmen aus Kapitalvermögen sind den beitragspflichtigen Einnahmen nach Abzug von Werbungskosten zuzurechnen. Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Als Werbungskosten ist bei Einnahmen aus Kapitalvermögen ein Betrag von 51 Euro pro Kalenderjahr zu berücksichtigen, sofern keine höheren tatsächlichen Aufwendungen nachgewiesen werden. Satz 3 ist erstmalig auf Einnahmen aus Kapitalvermögen aus dem Kalenderjahr 2009 anzuwenden.

Quelle:

http://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/krankenversicherung_1/grundprin... -> Seite 4

Bei der Beitragspflicht ist die steuerliche Beurteilung grds. ohne Bedeutung!

Kommentar von ichWillSonne ,

Arbeitnehmer nicht, Nichtarbeitnehmer ja.... Ob das (sozial) gerecht ist?

Kommentar von RHWWW ,

Begründung des Gesetzgebers (die vom Bundesverfassungsgericht geteilt wird): Arbeitnehmer sind in der GKV pflichtversichert; Nicht-Arbeitnehmer können grds. zwischen GKV und PKV wählen.

eine Begründung aus der Praxis: Für Arbeinehmer berechnet der Arbeitgeber die Beiträge; die Krankenkassen benötigen keine speziellen Einnahmeanfragen; bei Nicht-Arbeitnehmern sind sowiesio Einnahmeanfragen der Krankenkasse erforderlich; dann kann man auch gleich nach allen Einnahmen fragen

Sozial ist es aber nicht!

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