Frage von tiffi1234,

Gewerbesteuer Verhandelbar?

Hi Leute,

folgendes ist mein Problem. Wir sind ein mittelständiger Betrieb seit über 30 Jahren. Durch einen sehr schlechten Steuerberater den wir nun endlich gewechselt haben, wurden sehr viele Fehler bei Bilanzen und der Gewerbesteuer getan. Dadurch haben wir einen Gewerbesteuernachzahlung in einem Bereich der sich bei 30.000€. Diese Nachzahlung ist natürlich leider nur teilweise gerechtfertigt, da der alte Steuerberater sehr viel falsch gemacht hat und ich zu dieser Zeit noch nicht im Betrieb war. Gibt es die Möglichkeit mit denen zu "Handeln"? Wir können diese Summe keinesfalls aufbringen. Kann man eine Einigung erzielen in dem sagt: Wir zahlen 1/3 und damit ist die Sache komplett vom Tisch? Was würdet ihr tun?

Danke und Grüße

Antwort
von tiffi1234,

Es handelt sich um eine OhG. Der alte Steuerberater hat eine bei der Bilanz 2010 einen viel zu hohen Gewinn ermittelt. Ich gehe davon aus, dass alles was er nicht wusste auf Privatkonten gebucht hat. Daher hatten wir auch eine sehr hohe Einkommenssteuernachzahlung aus 2010. Ich kann teilweise meinen Lieferanten nicht gerecht werden um Finanz und Staatskassen zu füllen....

Antwort
von WolfgangB,

Wenn der Steuerberater euch falsch beraten habt, dann könnt ihr versuchen diesen in die Haftung zu nehmen. Zunächst müsste dafür geprüft werden ob diese Fehlberatung noch nicht verjährt ist. Dazu also einen Anwalt engagieren und diesen die Möglichkeit prüfen lassen.

Ansonsten werdet ihr um die Zahlung nicht herum kommen. Ihr könntet aber um Stundung bitten. Einen Abschlag werdet ihr wohl nur dann verhandeln können, wenn ihr glaubhaft mit Insolvenz drohen könnt / wollt. Ich würde wie gesagt zunächst versuchen den Steuerberater in Haftung zu nehmen. Viel Erfolg!

Antwort
von Privatier59,

Verhandlungen über rechtskräftig festsetzte Steuern? Auf diese Idee ist zwar schon so mancher gekommen. Durchgekommen aber ist damit kaum einer. Wieso auch? Wenn ein Schuldner nicht zahlt, dann verhandelt man nicht, sondern vollstreckt.

Es gibt aber natürlich noch andere Möglichkeiten. Zunächst müßte sorgfältig geprüft werden, ob die Bescheide nicht doch in irgendeiner Form angreifbar sind. Sodann kann man Stundung des ausstehenden Betrags beantragen. Und schließlich und endlich haftet jeder Steuerberater für seine Fehler.

Antwort
von alfalfa,

Wenn das so ist und nachweislich Fehler vorliegen wäre zu überlegen die Vermögensschadenshaftpflicht des Steuerberaters in Anspruch zu nehmen...

Antwort
von EnnoBecker,

Wir sind ein ...Betrieb

Die Formulierung lässt darauf schließen, dass es sich um eine Personengesellschaft handelt. Bei einem Einzelunternehmer bzw. einer KapGes wäre ja auch noch Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer Thema hier gewesen (Es sei denn, die Gewerbesteuer entstünde durch Hinzurechnungen).

Nun muss man hier ein wenig in alle Richtungen gucken. Denn dafür hat der liebe Gott den Kopf rund gemacht.

  1. Die Gewerbesteuer ist auf die Einkommensteuer anrechenbar. Es kann Situationen geben, in denen eine Anrechnung nicht erfolgt, weil die Voraussetzungen nicht vorliegen. Das weiß man hier als Leser aber nicht. Durch die Anrechnung verschwindet der wirtschaftliche Schaden.
  2. Es ist zu prüfen, ob der jeweilige Bescheid geändert werden kann, siehe Privatier59.
  3. Ist keine Änderung möglich, ist der Steuerberater haftbar zu machen, siehe die anderen Antworten.
  4. Der nächste Schritt wäre, der Erlass der Steuer zu beantragen. Allerdings ist dieser Antrag ziemlich aussichtslos. Aber auslassen würde ich den Schritt nicht.
  5. Ist auch das nicht möglich, so sollte man die Stundung der Steuer beantragen, mit Ratenzahlung.
  6. Der letzte Schritt wäre, die Insolvenz anzumelden. Da kann ich nur hoffen, dass ihr eine KG seid.

Bei alledem muss man aber ziemlich genau wissen, was der Steuerberater falsch gemacht hat. Was war es denn?

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