Frage von mSkill, 11

Gewerbesteuer Hinzurechnungen

In der Vorlesung, wurde es uns von der Professorin so gezeigt, dass wir alles was in den §8GewStG fällt hinzurechnen und bei einem Betrag von über 100.000 wir den Freibetrag von 100.000 abziehen und hier von 25% dann hinzurechnen.

Aber nachdem ich den § durchgelesen hab, bin ich verwirrt. Wo genau im §8 steht denn, dass wir einen Freibetrag abziehen müssen? Vorallem verstehe ich den § so, dass wir erst dann hinzurechnen, wenn die Summe von den jeweiligen Buchstaben über 100.000€ beträgt. Sprich, wenn ich bei d) 20.000 habe, rechne ich nichts hinzu. So verstehe ich das.

Hab ich es falsch verstanden?

Antwort
von blackleather, 3

Wo genau im §8 steht denn, dass wir einen Freibetrag abziehen müssen?

In § 8 Nr. 1, letzter Halbsatz:

"...soweit die Summe den Betrag von 100 000 Euro übersteigt."

Gemeint ist die Summe der Positionen Nr. 1 Buchst. a bis f.

So verstehe ich das.

Aha. Ich nicht. Deine Professorin auch nicht.

Bezogen auf dein Beispiel muss man doch folgendermaßen argumentieren: Wenn du Miet- u. Pachtzinsen von 20.000 € hast, übersteigt 1/5 davon - also 4.000 € - die 100.000 € um 0 €; es wäre also 1/4 von 0 € hinzuzurechnen. Selbst wenn du mit "wenn ich bei d) 20.000 habe" meinst, dass die 20.000 € bereits ein Fünftel aller Miet- und Pachtzinsen sein sollten, so würden auch 20.000 € 100.000 € um 0 € übersteigen.

Du bräuchtest schon mindestens 500.020 € Miet- u. Pachtzinsen, damit 1/5 davon, also 100.004 € die 100.000 € wenigstens um 4 € übersteigen könnte, damit du 1/4 des übersteigenden Betrags, also 1 €, hinzurechnen kannst.

Kommentar von mSkill ,

Laut unseren Skripten, werden auch die Mietzinsen hinzugerechnet, egal wie hoch diese sind, allerdings rechne ich nur 1/4 hinzu, wenn die Mietzinsen über 100.000 sind. Sprich, hab ich Mietzinsen von 150.000 - Freibetrag und dann 1/4 aus 50.000

Kommentar von EnnoBecker ,

Zur "Summe" gehört aber nur d/5 und nicht d.

Kommentar von EnnoBecker ,

Bezogen auf dein Beispiel muss man doch folgendermaßen argumentieren: [Es folgt eine Beispielrechnung in epischer Breite]

Vielen Dank. Bis zur Lektüre deines Beispiels hatte ich das noch verstanden. Dank deiner Bemühungen kapier ich jetzt gar nichts mehr.

Also, gucken wir in den Gesetzestext, das ist immer noch das Einfachste:

Dem Gewinn....werden folgende Beträge wieder hinzugerechnet:

1. Viertel der Summe aus a bis f, wenn diese Summe 100.000 übersteigt.

Und die Summe S ist a+b+c+d/5+e/2+f/4

Also ist der Hinzurechnungsbetrag H=Max((a+b+c+d/5+e/2+f/4-100.000)/4;0). Da haben wir auch gleich die richtige Tabellenformel.

Kommentar von blackleather ,

Enno, das Problem liegt in der schlampigen und in sich widersprüchlichen Formulierung des Gesetzestextes. Guck genau hin! Dort heißt es - im Gegensatz zu deinem Zitat - nicht "...wenn diese Summe", sondern "...soweit diese Summe".

Damit wird gesagt, man soll ein Viertel aus der Summe von a bis f hinzurechnen, soweit die Summe 100.000 übersteigt - also doch nur vom übersteigenden Teil und eben nicht von der Summe; ein Widerspruch in sich!

Kommentar von blackleather ,

Mit deinem "wenn" hätte man es ja noch einfach: Dann wäre der Hinzurechnungsbetrag H=(a+b+c+d/5+f/4)/4 wenn (a+b+c+d/5+f/4) > 100.000.

Das hat die Gesetzgeberin aber anscheinend nicht gemeint, denn sonst hätten wir es ja nicht mit einem Freibetrag, sondern einer Freigrenze zu tun.

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