Frage von michi77, 33

Gewährleistungsansprüche beim Gebrauchtwagenkauf, muss der Händler eine Überprüfung durchführen?

Hallo,

bei mir reisst das Thema Auto echt nicht ab. -.-

Habe Anfang Juli einen Kaufvertrag für einen gebrauchten Opel Astra (>BJ 2006, 57000 KM) unterschrieben.

Der Wagen wurde am 23.7.2013 vom Autohaus ausgeliefert.

Mir ist vom ersten Tag her aufgefallen das die Kupplung äusserst schwergängig war. Eine Woche später wurden von mir Sachen am Fahrzeug reklamiert, der Anlasser machte Probleme und die Kupplung sei äusserst schwergängig, Der Wagen wurde in die Werkstatt gebracht und der Anlasser ausgetauscht. Die Kupplung wurde, nach der Aussage der Werkstatt.. gefettet.

Jedoch hat sich seit her keine Verbesserung eingestellt. Mir schmerzt nach längen Fahrten der Fuss, einige wenige Male ist der Rückwärtsgang mit einem Getriebe Krachen eingelegt worden trotz voll durchgetretener Kupplung. Einmal habe ich ein klackerndes Geräusch gehört, als ich die Kupplung los gelassen habe, als ich sie wieder getreten habe, war das Geräusch verschwunden. Ab und an, rupft die Kupplung beim losfahren, jedoch nur in unregelmäßigen Abständen. Das heisst, Probleme tauchen nur ab und an auf und sind bei nächster Fahrt wie von Geisterhand verschwunden, ausser die schwergängigkeit des Pedals. Die bleibt.

Meine Frage, ich hoffe das sie hier hin passt... ist das Autohaus verpflichtet, wenn ich die Probleme schildere, diese zu überprüfen? Der Wagen ist noch in voller Gewährleistungspflicht und Garantie.

Es ist natürlich schwer, für den Leihen, wie mich zu beurteilen ob ein Materialdeffekt wie Ausrücklager oder Zylinder der Kupplung eine Macke haben.

Quasi, theoretisch könnte ein Mangel da sein, den ich aber nicht selber überprüfen kann.

Wie verhalte ich mich in diesem Fall?

Ist der Händler dazu verpflichtet, nachzusehen? Ich kann ja erst einen Mangel beheben lassen wenn er auch wahrhaftig da ist. Dies kann aber nur geschehen wenn der Wagen sozusagen an den entsprechenden Stellen "auseinander" genommen wird.

Und wenn der Händler die Verpflichtung hierzu hat, wie könnte man es Ihm "korrekt" schriftlich wieder geben?

Vielen Dank für euere Hilfe schon mal

Micha

Antwort
von imager761, 31

Kein Händler ist verpflichtet, einen geprüften Gebrauchtwagen zu verkaufen.

Wenn "vom ersten Tag her", offenbar schon bei der Probefahrt eine "äußerst schwergängige Kupplung" aufällig war, lässt man das entweder vor Kaufvertrag instandsetzen oder kauft ihn nicht.

Nachsehen und überprüfen kann er alles - ob es das kostenlos und im Rahmen der Sachmängelhaftung übernimmt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Nach 7 Jahren dürfen Gebrauchtwagen alterstypische Macken haben und der Händler haftet auch nicht für Mängel, die durch deinen Gebrauch entstehen ("einige wenige Male ist der Rückwärtsgang mit einem Getriebe Krachen eingelegt worden").

Kommentar von michi77 ,

Hm, also... nach 7 Jahren, einen Mittelklassewagen der nur 57.000 KM gefahren ist.. hat natürlich gewisse Gebrauchsspuren und eventuell kleinere Macken, aber wer nach dieser Zeit und Kilometer schon die Kupplung hinüber hat, der muss den Wagen in meinen Augen verheitzt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein Mensch der im Schnitt ca 8000 KM im Jahr fährt den Wagen so beansprucht hat, daß bereits eine Kupplung hinüber sein wird.

Desweiteren ist bei einer voll durch gedrückten Kupplung es auch nach dieser Kilomenterleistung in keinster Weise üblich, daß das Getriebe kratzt beim Gang einlegen.

Auch möchte ich hier kurz anmerken (sollte sich durch die krachende Kupplung der Eindruck erweckt haben) daß ich ein sehr ruhiger Fahrer bin, der nicht die Autos "zerhackselt".

Das der Händler in Gewährleistung steht, wenn ein Mangel am Wagen ist, steht ausser Frage, denn soweit bin ich informiert, daß die Gesetzeslage sogar sagt, wenn nach einem Gebrauchtwagenkauf bein einem Händler/Autohaus ein eindeutiger Mangel besteht, ist es innerhalb der ersten 6 Monate nach Kauf die Pflicht des Händlers nachzuweisen, daß der Mangel beim Kauf noch nicht vorhanden war.

"Kein Händler ist verpflichtet, einen geprüften Gebrauchtwagen zu verkaufen". Mag ja sein, jedoch hat es dieses Autohaus getan. DENN den Wagen den ich gekauft habe, war "Opel-zertifiziert". Das heisst, ich habe ihn von der Seite OPEL.DE im Internet. Dort werden Wagen angeboten, die einen von OPEL selber geforderten 100 Punkte Check durchlaufen mussten und dafür von Opel ein Zertifikat bekommen. Wobei ich nicht sagen kann welche 100 Punkte hier genau getestet werden.

Was ich aber natürlich im Endeffekt wissen wollte ist .... ob der Verkäufer nun die Pflicht hat, das ganze zu prüfen. Es gibt nun mal Mängel, die man erst sehen kann wenn bestimmte Teile ausgebaut werden. Das hier der kleine Ottonormalverbraucher hier nicht die Möglichkeit hat, den Wagen auseinander zu nehmen ist nun mal so.

Ich würde mich freuen, noch ein paar Kommentare zu hören, die auf meine Frage bezogen sind, und nicht drauf anspielen, was ich hätte alles besser machen können.

LG Micha

Antwort
von Privatier59, 27

Das ist keine Frage der Überprüfungspflicht, sondern eine der Gewährleistung und da ist der Händler in der Pflicht sofern nicht ein wirksamer Gewährleistungsausschluß vereinbart wurde. Bei Gebrauchtfahrzeugen ist natürlich immer der Streitpunkt was als vertragsgemäßer Zustand zu gelten hat. Altersgemäße Abnutzungen sind im allgemeinen kein Mangel. Aber bei einem Fahrzeug mit dieser Fahrleistung darf die Kupplung an sich noch nicht verschlissen sein.

Du hast Anspruch auf Behebung des Mangels. Du brauchst als Kunde nicht die Ursachen des Mangels darzulegen. Die zu erforschen wäre Aufgabe des Händlers. Der scheint wenig Lust dazu zu haben. Dir bleibt deshalb wahrscheinlich nur der Klageweg.

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