Frage von Fahrtwind2014, 426

Getrennt lebend Steuererklärung mit Funkstille

Hallo!

Habe mich Ende 2013 von meinem Mann getrennt und seit 11/2013 aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen.

Geht derzeit alles nur über Anwälte, da er nichts zahlen will für das gemeinsame Haus wo einige Tausend Euro meines ersparten hinein gingen und ich jetzt keine Reserven mehr habe.

Jetzt gehts um die Steuererklärung 2013. Ich habe gelesen, dass es für beide von Vorteil ist, wenn man das noch gemeinsam veranlagt. Nur hat er ja alle Unterlagen und rückt auch nichts heraus. Ich habe nicht mehr die finanziellen Mittel um auch das durch den Anwalt klären zu lassen.

Was kann ich tun um das gemeinsam zu veranlagen? Er sagt mir ja auch nicht ob und was er in dieser Sache schon unternommen hat. Ich gehe davon aus, dass er das alleine machen will. Welche Möglichkeiten habe ich da? Reicht es nicht, dass ich gemeinsame Veranlagung ankreuze und nur meine Unterlagen einrichte und dann dem Finanzamt so etwas dazu schreibe in der Art: "Daten von meinem noch Ehemann werden von ihm nachgereicht?"

Schwere Situation, da er nicht mehr mit mir spricht, da ich ihn verlassen habe und er es mir mit solchen Dingen heim zahlen möchte.

Antwort
von Primus, 370

Aus steuerlicher Sicht können Ehegatten natürlich eine getrennte Veranlagung beantragen aber im Falle einer Trennung kann sehr schnell der Verdacht aufkommen, dass ein Partner die Zustimmung zur gemeinsamen Veranlagung böswillig verweigert, um dem Ehepartner zu schaden.

So ist es im Familienrecht geregelt, dass man dem Begehren, im Trennungsjahr eine gemeinsame Steuererklärung abzugeben, nachkommen sollte. Ansonsten könnte gegenüber dem Ehegatten, der durch eine getrennte Veranlagung finanzielle Nachteile hinnehmen müsste, eine Pflicht zum Schadensersatz begründet werden.

http://www.steuerklassen.com/lohnsteuerklassen/die-steuerklasse-im-trennungsjahr...

Kommentar von wfwbinder ,

DH, sehr gut,

aber als "alte Naive" zur Zusammenveranlagung, gibt es nur noch die Einzelveranlagung.

Antwort
von gandalf94305, 348

Die wesentliche Frage ist: wer wird von einer gemeinsamen Veranlagung profitieren. Der Noch-Ehemann oder Du? Es ist immer nur einer, denn einer hat das höhere Einkommen bzw. die höheren Abzüge und der andere liegt niedriger.

Ist es der Noch-Ehemann, dann reichst Du jetzt eine Einkommensteuererklärung als getrennte Veranlagung ein, um ggf. eine Steuerrückerstattung (sofern Steuern gezahlt wurden) zu erhalten. Das erfolgt mit dem Hinweis auf das Getrenntleben. Der dann erfolgende Bescheid ist vorläufig unter dem Vorbehalt, daß der Noch-Ehemann auf einer gemeinsamen Veranlagung besteht. Dann ist der Ball nämlich beim Noch-Ehemann und ihm sitzt das Finanzamt ab ca. August 2014 im Nacken wegen der Abgabe der Einkommensteuererklärung.

Profitierst Du davon, gibst Du eine Zusammenveranlagung mit den Daten, die Dir bekannt sind ab. Die Lohnsteuerdaten des Mannes (Anlage N) kennt das Finanzamt ja schon. Als Erstattungskonto wird Dein Konto angegeben. Erfolgt der Bescheid, informierst Du Deinen Noch-Ehemann und dieser kann dann Einspruch gegen den Bescheid einlegen, um seine Werbungskosten etc. nachzureichen, denn ansonsten wäre das ja sehr nachteilig für ihn. Sollte er einen Bescheid einlegen, informierst Du das Finanzamt, daß noch erfolgende Erstattungen hälftig auf das Konto des Noch-Ehemanns und Deines zu erfolgen haben.

Schon klappt es ganz schnell :-) Da spreche ich aus Erfahrung :-)

Kommentar von vulkanismus ,

Das klappt aber nur so schnell, wenn seitens des Finanzamts die AO genauso malträtiert wird wie von Dir.

Es gibt keine getrennte Veranlagung mehr.

Antwort
von vulkanismus, 257

Läst sich leicht ergoogeln.

Kommentar von Privatier59 ,
Läst

Ist das der Sohn vom großen James?

Kommentar von Primus ,

Läst lässt sich noch leichter ergurgeln ;-))

Kommentar von vulkanismus ,

Ne, vom kleinen Lästermaul.

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