Frage von timo1984,

Gesundheitsfragen BU-Versicherung

Hallo,

ich habe folgen des Anliegen. Ich möchte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, stoße allerdings bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen auf Probleme bzw. bin ich mir nicht sicher was ich angeben muss.

Ich habe einen angeborenen Herzfehler der sich Ventrikelseptumdefekt nennt. Dies ist ein kleines Loch in der Herzscheidewand. Diese „Erkrankung“ wurde im Kindes und Jugendalter regelmäßig kontrolliert. Sie bereitete mir jedoch nie Probleme, musste nie Medikamente nehmen oder hatte irgendwelche Einschränkungen dadurch. Nachdem ich ausgewachsen war, wurde mir von einem Kardiologen bestätigt, dass dieser Herzfehler völlig unbedenklich sei und keine weiteren Nachuntersuchungen mehr nötig sind.

Nun habe ich die Frage, ob ich dies bei den Gesundheitsfragen angeben muss? Hat vieleicht jmd bereits Erfahrungen mit solch einem Befund? Ich befürchte nämlich, dass dies ein Grund für die Versicherung sein könnte mich nicht anzunehmen, da ich dadurch in eine bestimmte Risikogruppe falle.

Oder kann es sein, dass man in einem solchen Fall zu einem Arzt von der Versicherung muss, um zu bestätigen, dass die „Krankheit ausgeheilt“ ist.

Danke für eure Antworten

Antwort
von Primus,

gerade bei BU-Versicherungen musst Du ganz wahrheitsgetreu antworten, da sie nur auf die geringste Unstimmigkeit warten, um Dir einen Strick daraus drehen zu können. An Deiner Stelle würde ich diese Erkrankung angeben und die Versicherung entscheiden lassen, ob Du einen Risiko-Zuschlag zahlen musst, oder sie Herzerkrankungen von vornherein bei Dir nicht mitversichern. Solltest Du keine Angaben zu dieser Sache machen und Du bekommst irgendwelche Herzerkrankungen, die für eine Berufsunfähigkeit sorgen, dann beweise mal, das nicht Deine Vorerkrankung der Auslöser dafür war. Also gehe auf Nummer sicher und gib alles an.

Antwort
von Gaenseliesel,

Ja, es muss alles angezeigt werden was evtl. später versicherungstechnisch relevant sein könnte. Schon allein in Deinem eigenen Interesse ! Was hast Du davon etwas nicht anzugeben, jahrelang Beiträge gezahlt und im Fall des Falles werden Dir die Leistungen verwehrt. Da wäre ich ganz pingelig ! Die Versicherungen sind es im Leistungsfall auch ! K.

Kommentar von Candlejack ,

ALLES, was die letzteh 10 Jahre stationär und operativ bzw. 5 Jahre ambulant war. Mehr muss nicht und mehr sollte auch nicht.

Antwort
von verfi,

Hallo,

Diesen Befund solltest Du in jedem Fall angeben. Andernfalls riskierst Du, sämtliche Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung "umsonst" zu zahlen. Besser, du schließt keine BU Versicherung ab, als dass Du im Bedarfsfall trotz gezahlter Beiträge vor dem Nichts stehst. Möglicherweise ist die Versicherung ja bereit, Dich auch mit diesem Befund zu versichern. Immerhin vergewissern die sich genau über die Erkrankungen. Und sollte dieser Befund tatsächlich "harmlos" sein, steht einer Aufnahme doch nichts im Wege

Antwort
von Julia23,

Hallo,

bitte genau die Frage lesen. Wird dort nach Diagnosen seit Geburt gefragt oder nach Erkrankungen der letzten 5 Jahre? Normalerweise sind 10 Jahre zurückliegende Befunde und Krankheiten, sie seit 10Jahren dem KEINE Beschwerden machen und keine Untersuchungen bzw. Nachbehandlungen erfordern NICHT relevant (und auch nicht gefragt).

Ist die Frage jedoch für Dich nicht eindeutig und Du bist Dir unsicher, dann rufe dort an bitte um Beratung (Weiterverbindung in Fachabteilung). Im Zweifel ist Herzfehler mit anzugeben, wenn der Arzt auf nachfrage bescheinigt, dass dieser vollständig ausgeheilt ist, vermute ich KEIN Risikozuschlag

Alternative: suche Dir einen guten Versicherungsmakler oder einen guten Honorarberater und notiere schriftlich, was Du Ihm alles gesagt hast.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Hallo @Julia23, nur so als Zusatz bezüglich 1. Absatz : selbst dann würde ich ALLES, aber auch wirklich ALLES angeben ! Was ist, wenn nach Jahren der Symptomfreiheit ( z.B. Asthma ) ein erneutes Krankheitsbild auftritt, z.B. Aspergillose. Die Versicherung wird den Krankheitsverlauf nachprüfen und zu der Erkenntnis kommen, dass diese neue Diagnose, durch die vor Jahren bestandene Asthmaerkrankung begünstigt wurde. Eine Aspergillose( Pilzerkrankung der Lunge ) kann ein Grund für dauernde AU sein. Also, ich wäre sehr vorsichtig ! K.

Kommentar von Julia23 ,

Es kommt doch auf die genaue Fragestellung drauf an:

Wenn nach "Erkrankungen" oder "Vorerkrankungen" pauschal gefragt wird oder geziehlt nach "Untersuchungen und Diagnosen des Herzens", ist diese mit anzugeben.

Wird aber nur nach "aktuellen Beschwerden" und/oder "Krankenhausbesuche der letzten 10Jahre" gefragt, ist eine 25 Jahre alte Diagnose nicht anzugeben.

Kommentar von Candlejack ,

ALLES, aber auch wirklich ALLES ist aber nicht gefragt ! Es geht nicht darum, sich bei den Gesundheitsfragen über alles auszukotzen, was irgendwann mal war. Das Gesetz sagt eindeutig, dass der Versicherer nur das gegenrechnen kann, was er auch gefragt hat. Fragt er nach 5 Jahren und es sind 6 gewesen und seitdem gab es keine Beschwerden und Behandlungen, ist diese Sache irrelevant und auch bei Nachforschung darf Dir kein Strick daraus gedreht werden.

Nach Asthma wird als chronische Krankheit eh meist separat gefragt und ist anzugeben.

Antwort
von GAFIB,

Ja, alle Vorerkrankungen müssen bei einem BUV-Antrag genauestens angegeben werden.

Die Versicherer prüfen die Gesundheitsangaben nicht nach bei Annahme, sondern verlassen sich auf die gemachten Angaben. Erst im Leistungsfall wird nachgeforscht. Wenn "Schummeln" erst dann auffliegt, ist es zu spät - oft mit der Folge des Leistungsausschlusses. Ob diese Vorerkrankung ein Attest erfordert oder zu einem Risikozuschlag führt, läßt sich aus der Ferne nicht sagen.

http://www.finanzfrage.net/tipp/-berufsunfaehigkeitsversicherung---welche-kriter...

Antwort
von Niklaus,

Warum machst du so etwas selbst. Warum lässt du dir nicht von einem Menschen aus Fleisch und Blut einem kompetenten Versicherungsmakler helfen. Die Versicherung wird ohne den Makler nicht billiger. Aber es besteht die Gefahr, dass du Fehler machst und dann auch noch die schlechteste Versicherungsgesellschaft heraussuchst. Beim Abschluss einer BU-Versicherung kann man leider sehr viel falsch mache. Das wird aber erst im Leistungsfall richtig teuer.

In deinem speziellen Fall, würde ich ganz genau beschreiben welche gesundheitlichen Probleme es gab.

Kommentar von Candlejack ,

da bin ich dabei. Das komplexeste und beratungsintensivste Vorsorgeprodukt sollte NUR mit Berater entschieden UND beantragt werden.

Antwort
von timo1984,

Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Hier nochmal ergänzend die wörtliche Fragestellung in den Bedingungen: „Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren Krankheiten, Unfallfolgen oder körperliche Schäden des Herzens…“ Ich find, diese Fragestellung lässt sehr viel Raum für Spekulationen offen. In meinem Fall trifft zwar nichts der gleichen für die letzten 5 Jahre zu. Aber die Frage ist wohl, ob die „Krankheit“ trotzdem noch besteht. Oder ob man hier von einer „ausgeheilten Krankheit“ (wie bei einer Grippe oder ähnliches) ausgehen kann.

Aber die Meinung ist ja eindeutig: Auf jeden Fall angeben…, was ich auch machen werde :)

Wie kompetent sind denn die Versicherungsgesellschaften in einem solchen Fall? Werden die sich einen solchen Fall speziell anschauen und eventuell einen aktuellen ärztlichen Befund anfordern? (Damit hätte ich nämlich kein Problem). Ich befürchte nämlich, dass solche Anträge nach Schema F abgearbeitet werden. Es wird gelesen, dass die Person einen bestimmten Befund hat und schon ist man in einer Risikogruppe oder wird ganz abgelehnt ohne dass dem Antragssteller eine Chance gegeben wird seinen „guten Gesundheitszustand“ :-) zu beweisen. Hat hier vllt jmd Erfahrungen, wie so etwas abläuft? Oder hatte jmd genau das selbe Problem wie ich?

Ich bin auch schon bei einem Makler. Ihm werde ich dann beim nächsten Gespräch meine Situation schildern…

Kommentar von Julia23 ,

wenn keine Beschwerden, Befunde und/oder Diagnosen in dem gefragten Zeitraum (5Jahre) vorlagen, kreuze NEIN an.

Bist Du Dir nach den Antworten hier unsicher dann vermerke, dass Dein Arzt bereits im Jahr gesagt hat, dass der angeborene Ventrikelseptumdefekt vollständig ausgeheilt sei.

Auch kannst Du - wie geschrieben - die gesellschaft anrufen und Dich mit der Fachabteilung verbinden lassen und dort nachfragen.

Beim Gespräch mit dem Makler sauber mitnotieren, was wie besprochen wurde. Idealerweise tauchen solche wichtigen Punkte auch im VOM MAKLER (nicht von Dir) unterschriebenen Beratungsprotokoll auf.

Kommentar von Candlejack ,

eine ausgeheilte Krankheit ist nunmal keine bestehende Krankheit !

Allerdings ist die Frage für mich recht eindeutig gestellt. "Bestehen oder bestanden... in den letzten 5 Jahren... Schäden des Herzens..." ist doch eindeutig JA. Dieser Schaden besteht weiterhin, dass er völlig unbedenklich ist, ist ne ganz andere Sache.

Ich würde also angeben, um was es geht, würde aber auch dazuschreiben, dass nach letzter Untersuchung in xxxx keine weiteren Behandlungen erfolgten und nötwendig waren, da unbedenklich. Dann noch den Arzt angeben, der das bestätigt hat und einreichen.

Wenn die Frage allerdings wäre "bestehen... Schäden... die behandelt wurden, dann wäre es eindeutig ein NEIN, da nichts gemacht wurde.

Antwort
von Tina34,

ganz ehrlich, ich würde über einen Makler mir suchen und über den auch einen "Probeantrag" einreichen lassen, denn solltest du bei einer Gesellschaft selber einreichen und abgelehnt werden oder nur mit einem Risikozuschlag aufgenommen werden, wirst du bei jeder anderen Gesellschaft ein Problem bekommen!!!

Antwort
von mig112,

Nehmen wir an, du hättest Zahnschmerzen - beispielsweise an der 17 Du recherchierst stundenlang im Internet, machst selber Fotos von der schadhaften Stelle, diagnostizierst und therapierst stunden- und tagelang...!

Würdest du wirklich selbst den Bohrer ansetzen?? Wenn JA, warum!? Wofür gibt es denn Versicherungsmakler, die deine Probleme lösen können - Pardon, Zahnärzte natürlich ;-)

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