Frage von Surfergirl81, 83

Gesundheitsdaten für Risikoversicherung

Hallo,

vor etwa 5 Jahren wurde bei mir ein Intentionstremor an den Händen diagnostiziert (Ursache unklar). Da dies schon in der Kindheit auffiel und mich bislang nicht weiter störte wurde meinerseits nichts mehr unternommen. Ich wurde einmal zu einem Neurologen überwiesen der mir Tabletten zwecks Differentialdiagnose verschrieb (Beta-Blocker?). Diese nahm ich wegen der starken Nebenwirkungen aber nicht ein und beließ es dabei. Behandlungen sind nicht weiter erfolgt.

Muss ich den Tremor, jetzt nach 5 Jahren, noch angeben bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Risikolebensversicherung? Dies wäre wohl ein K.O.-Kriterium dann.

Danke.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von finanzmakler, 76

Erstens nie allein versuchen. Absoluter Blödsinn als Leihe allein in Verhandlungen mit Profis zu gehen. Das der Leihe im Leben immer den kürzeren zieht, gilt auch beim Thema Versicherungen.

Angaben müssen stimmen um Versicherungsschutz zu bekommen. Sonst sind die Versicherer ganz schnell mit der Ablehnung der Leistung.
Derzeit bietet einer der guten BU Versicherer eine Aktion für wenige Monate in der nur die letzen 3 Jahre abgefragt werden. Sollten die Beschwerden in dem Zeitraum nicht vorgelegen haben und nicht mehr bestehen, muss das wenn es 5 Jahre zurückliegt wohl nicht angegeben werden. Somit wäre normale Annahme möglich, wenn keine anderen Beschwerden bestehen.

Aber wie gesagt, man kann es auch allein versuchen, und auf die Nase fallen. Oder einfach einen Profi mit ins Boot nehmen und die Chancen nutzen wenn Sie sich eröffnen. Zumal das Produkt dadurch nicht teuerer wird.

Risikoleben gibt es auch ohne Gesundheitsfragen, dann aber mit Wartezeit und in begrenzten Summenhöhe.

Und wie ich vor Vertragabschluss erfahre zu welchen Bedingungen der Versicherer mich annimmt, ohne meine Daten speichern zu dürfen (wichtig für die Zukunft) sollte der Profi dir aufzeigen können.

Kommentar von mig112 ,

Heisst es nicht LAIE...!?

Antwort
von Primus, 57

Muss ich den Tremor, jetzt nach 5 Jahren, noch angeben bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Risikolebensversicherung? Dies wäre wohl ein K.O.-Kriterium dann.

Damit kannst Du rechnen, aber gibst Du den Tremor nicht an, zahlst Du jahrelang Beiträge für nichts, denn sobald die Versicherung dahinter kommt, wird sie wegen arglistiger Täuschung die Zahlung verweigern.

Kommentar von Surfergirl81 ,

Obwohl ich nie deshalb in Behandlung war und eine richtige Diagnostik nie gemacht wurde in den letzten 5 Jahren? Wofür dann diese 5 Jahres-Grenze in den Anträgen?

Kommentar von Fragfreund ,

Obwohl ich nie deshalb in Behandlung war und eine richtige Diagnostik nie gemacht wurde in den letzten 5 Jahren? Wofür dann diese 5 Jahres-Grenze in den Anträgen?

Verdummung der Menschen, reine Beutelschneiderei. Mein Sohn hatte irgend wann einmal eine Aussenbandzerrung. Dummerweise hat er das im Antrag angegeben. Prompt wurden im Vertrag Verletzungen des Fußgelenkes ausgeschlossen. Großzügigerweise wurden jedoch Tumore des Fußgelenkes nicht in den Ausschluß einbezogen.

Er hat daraufhin auf die Versicherung verzichtet. Danach kamen noch monatelang Bettelbriefe. Sogar ein für die Versicherung nebenberuflich tätiger Beamter (hoffen wir, dass der Nebenjob seinen Dienstherrn gemeldet ist) wurde auf uns losgelassen. Nachdem ihn mein Hund etwas böser als normal angeschaut hat (nach vorheriger Ansprache durch mich) hat er sich für immer getrollt.

Kommentar von alfalfa ,

Und was lernen wir daraus? Wohl auf eigene Kappe probiert. Mal fix im Internet. By the way, Risikoszuschläge und Ausschlüsse sind frei verhandelbar!

Kommentar von Primus ,

@Surfgirl81: Die sicherste Methode ist doch, Du beantwortest alle Fragen beim Antrag wahrheitsgemäß und wartest auf die Dinge die da kommen ;-))

Kommentar von Zitterbacke ,

@Pri... . Schön deine Antwort bzw. deinen Kommentar zu lesen !!

Kommentar von Primus ,

Danke Zitterbacke :-))

Antwort
von alfalfa, 54

Nun, bei der Antragsstellung sind Gesundheitsfragen zu beantworten. Bei einigen Fragen wird 5 Jahre bei anderen bis zu 10 Jahren als Abfragezeitraum zugrundegelegt.

Beantwortet man die Gesundheitsfragen nicht wahrheitsgemäss, so hat der Versicherer für den Zeitraum der nächsten zehn Jahre (!) seine Rechte im Fall einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung gam § 19 VVG wahrzunehmen. Und das wird der sofortige Rücktritt vom Vertrag ohne Leistung sein. Man kann es auch härter formulieren - es handelt sich in dem Fall um versuchten Versicherungsbetrug.

Im Rahmen des Leistungsfalls wird jedes VU auch die vorhandenen Dokumenationen der behandelnden Ärzte prüfen. Finden sich dort Diagnosen, die in den Gesundheitsfragen nicht angegeben sind, ist die Kündigung die Antwort.

Du kannst aber über einen Verscherungsmakler vorab auch eine anonyme Voranfrage stellen, um zu sehen, welches VU das Risiko zeichnet. Denn in der Risiko und Annahmepolitik sind die Versicherer unterschiedlich. Die Idee beim Antrag zu flunkern ist- siehe oben - keine gute Idee.

Antwort
von barmer, 50

Hallo,

das kommt auf die genaue Fragestellung an.

Da die Diagnose aber noch weiter besteht, wird sie überall anzugeben sein.

Für die Risikoversicherung vielleicht ohne Folgen, aber sicher mit Auswirkungen auf die BU.

Die Idee, die Diagnose zu verschweigen, würde ich schnell wieder vergessen.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von Privatier59, 49

Du gibst der Versicherung formularmäßig die Erlaubnis, Deine Krankenakte einzusehen und da ist diese Erkrankung zu finden. Was nutzt es Dir, wenn Du einen Versicherungsvertrag zwar abschließen kannst, bei der Prüfung im Versicherungsfall dann aber alles zutage kommt und Versicherungsschutz verweigert wird?

Kommentar von Fragfreund ,

Was nutzt es Dir, wenn Du einen Versicherungsvertrag zwar abschließen kannst, bei der Prüfung im Versicherungsfall dann aber alles zutage kommt und Versicherungsschutz verweigert wird?

Zum Teil steht in den AGB explizit, dass nur ambulante Erkrankungen der letzten 5 Jahre anzugeben sind. Darum sollte jeder, der zum Beispiel in psychatrischer Behandlung war, einen BU-Versicherungsantrag erst 5 Jahre nach dem letzten Besuch beim Irrenarzt stellen. Dann kann er beruhigt, wie ein Großteil der Lehrer und anderer stark strapazierter Berufsgruppen, vorzeitig seine BU wegen psychischer Überforderung beantragen und es sich gut gehen lassen.

Kommentar von alfalfa ,

Jedes VU hat eine eigene Risikopolitik. Die einen fragen 10 Jahre Rückwirkend, andere 5 Jahre. der eine intensiver im Bereich Psychotherapie andere legen den Fokus auf andere Bereiche. Das findet sich in den AVB. AGB sind etwas komplett anderes.

Das Prozedere bei der Leistungsprüfung oder der regelmässigen fortlaufenden Prüfung ist ebenfalls unterschiedliche geregelt.

Kommentar von consteind ,

Also höre auf Fragen zu beantworten, wo du echt nicht durchsiehst. Die Fragen werden auf Behandlungen und Erkranken in den letzten 5 Jahren gestellt. Ist dem Kunden eine dauernde Erkrankung bekannt muss er sie angeben. In der Leistungsprüfung fragt die Gesellschaft die bekannten Ärzte und die Krankenversicherung nach Krankenheiten Behandlungen usw. ab. Dabei gibt es keine Begrenzung der Zeit auf 5 oder 10 Jahre. Wurde aber eine auf Dauer bestehende Erkrankung festgestellt, die immer noch existiert ist es defintiv eine Vorvertragliche Verletztung der Anzeigepflicht.

Antwort
von mig112, 47

Laut Google:

Intentionstremor bezeichnet ein neurologisches Symptom der Multiplen Sklerose (MS)

Damit ist die Sache erledigt; den in der privaten BU gibt es meines Wissens keine Möglichkeit MS zu versichern!

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