Frage von corinna78, 154

Gesetzliche erbfolge wenn ehefrau (Witwe) ausschlägt

Hallo,

meine große Schwester und ich stehen grad vor einer großen Aufgabe: Unser Vater ist vor 4 Wochen verstorben und hinterlässt seine Frau (unsere Mutter) und uns beide. Wir sind sehr traurig und müssen uns jetzt auch noch mit erbrechtlichen Fragen auseinander setzen.

Eine Information vorab: Es gab kein Testament und sie lebten zusammen in der Zugewinner-Ehe (oder wie es heißt), dh Mutti würde 50% erben, wir beide je 25%) Das haben wir verstanden.

Nun haben wir aber folgende Überlegung:

Mutti überlegt ihre 50% auszuschlagen, da sie noch einen Tochter aus erster Ehe hat und sie möchte nicht, dass sie einen Anteil erhält von dem was unser Vater hinterlässt. Sie denke, es kann immer sein, dass ihr auch was passiert bald. Sie ist auch nicht mehr die jüngste. Aber geht das: Wenn sie ausschlägt, geht dann ihr Erbanteil an uns beide, so dass wir je zu 50& erben? Oder käme dann auch ihre Tochter aus erster Ehe mit ins Spiel? Sie ist ja in keinster Weise mit unserem Vater verwandt und es geht ja um sein erbe

Vielleicht kann uns das jemand beantworten, das wäre echt ne Erleichterung. Eine Rechtsberatung können wir uns zur zeit nicht leisten.

Bitte helft uns! Vielleicht kennt auch jemand einen Gesetzesparagraphen dazu? Danke! Corinna und Anke

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Erbrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe & erbrecht, 154

Die Überlegung Eurer Mutter ist absolut richtig. Wenn sie ausschlägt, wird der Erbteil unter den übrigen gesetzlichen erben (also Euch beiden) aufgeteilt. 

Wenn sie dann mal stirbt, ist nichts mehr vorhanden, was sie der anderen Tochter vererben kann. Oder anders, dass, was sie dann noch hat, geht durch 3 unter ihre Kinder.

Antwort
von Primus, 125

Siehst Du liebe Corinna, ich habe nicht umsonst vorgeschlagen, eine eigene Frage einzustellen. So konnte wfwbinder Dir mit einer auf Dein Problem bezogenen Antwort behilflich sein.

Kommentar von wfwbinder ,

zuviel der Ehre. 

Kommentar von Primus ,

Jeder bekommt halt dass, was er verdient ;-))

Antwort
von Rabbicook, 151

Das was meine Vorschreiber schreiben ist richtig, jedoch hat Eure Mutter ja noch Ihren Anteil aus dem ehelichen Besitz (50%), so dass vom ehelichen Besitz nur die Hälfte vererbt wird. Hiervon würde Eure Mutter die Hälfte (real 25%) erben. Um zu verhindern, dass nach Ihrem Ableben Ihre 3. Tochter (die aus 1. Ehe) etwas erbt, müsste Sie Ihren Besitz zu Lebzeiten verschenken (z.B. an die anderen 2 Töchter also Euch).

Kommentar von corinna78 ,

verstehe ich nicht, sie will doch ausschlagen. Sie hätte 50 geerbt, ist richtig. Aber den Teil will sie ausschlagen, damit wir beiden Töchter auch ihren Anteil erhalten. Auf ihren Pflichtteil würde sie verzichten, weil wir sie dann ja auszahlen müssten. Und das können wir nicht

Kommentar von Angelsiep ,

Beispiel:

Es gibt ein Konto mit 200.000 € (Wertpapiere; Festgeld o.ä) lautend auf deinen Vater.

Dann wird davon ausgegangen, daß davon die Hälfte deiner Mutter bereits gehört, d.h. gemeinsam erwirtschaftet(nicht vererbt).

Um zu verhindern, daß das 3. Kind etwas davon bekommt, müßte sie euch 2 diese 100.000 € schenken.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community