Frage von MeinNameistHase, 9

Gesetzlich geregelte Vorschriften mißachten?

Hallo, was macht ein Steuerbüro, wenn ein Mandant der Meinung ist, daß ganz klar gesetzlich geregelte Vorschriften für ihn nicht gelten (z.B. private Kfz-Nutzung, Erfassung von Forderungen bei Bilanzierung, Sollversteuerug (USt-VA), Abschreibungsdauer, Arbeitszimmer), darauf besteht, daß das entgegen der gesetzlichen Vorschriften nach seinen speziellen Wünschen erledigt wird und frech wird, wenn der Mitarbeiter des Steuerbüros wagt zu sagen, daß das so nicht möglich ist. Aktennotiz, dass er trotz Aufklärung darauf bestanden hat und das dann so machen?

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Antwort
von wfwbinder, 1

Das ist relativ einfach.

Am Anfang geht man davon aus, dass der sich geirrt hat. Also man macht ihn auf die Fehler aufmerksam und sagt, dass es geändert werden muss.

Macht man als StB einen Abschluss, bei dem man alle Vorschriften natürlich erfüllt udn der Mandat sagt dann, "lassen sie die 1 %-Regelung raus" dann wäre der Berater, eventuell noch kompromissbereit, wenn in der Familie ein Smart für Privatfahrten zur Verfügung steht, und würde einen Aktenvermerk machen, dass es auf Mandantenwunsch erfolgte, selbst wenn er den schon am Wochenende mit dem Betriebsmercedes auf dem Parkplatz vom Golfclub gesehen hat.

Aber das wäre schon ein wirklicher Grenzfall.

Abschreibungsdauer, da geht es ja um die BND (betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer) und was betriebsgewöhnlich ist, bestimmt der Unternehmer. Auch da ein Aktenvermerk.

Aber wenn es um echte Rechtsverletzungen ginge, Umsatz als Privateinlage buchen, Kosten manipulieren usw. dann wird der StB dem Mandanten die Sachen über den Tisch schieben und ihm sagen, mache es selbst, damit will ich nichts zu tun haben.

Antwort
von hildefeuer, 1

Nein ich denke das geht nicht. Man kann nur im Rahmen gesetzlicher Vorschriften tätig werden. Stellen wir uns mal vor, das wäre bei einem Bauunternehmen so. Der Bauherr verlangt sämtliche Vorschriften bzg. Statik zu missachten. Der Bau-Unternehmer haftet dann mit.

Antwort
von FREDL2, 1

Aus der Aussage Mitarbeiter des Steuerbüros schliesse ich, dass nicht der Chef hier fragt. De jure wäre die Antwort von EnnoBecker die einzig Wahre. De facto wird es einem Steuerfachangestellten kaum möglich sein, das Mandat abzulehnen.

Du kannst nur versuchen, möglichst eine schriftliche Aussage dieses Mandanten zu allen fraglichen Punkten zu erhalten und diese gut aufzubewahren. Auch Deine schriftliche Aufforderung dazu - auch wenn sie ohne Antwort bleibt, wäre besser, als eine Aktennotiz.

Antwort
von freelance, 1

ein seriöses Steuerbüro wird das nicht machen. Der Mandant wird seine Unterlagen wiederbekommen und jemand anderen suchen müssen für diese Tricksereien.

Antwort
von EnnoBecker, 1

Das Mandat kündigen.

So eine Ausbildung zum Steuerberater ist zu aufwendig und zu kostspielig, als dass man sie wegen Beihilfe oder gar Mittäterschaft zur Hinterziehung aufs Spiel setzen möchte.

Soviel kann der Mandant gar nicht bezahlen.

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