Frage von Blacky12345, 7

Gesetzgeber entscheidet beim Einbau eines neuen Küchenfensters über die Größe des Fensters?

Wir benötigten für unsere Küche ein neues Fenster, das alte Fenster war defekt. Bei dem Besuch des Verkäufers haben wir ständig darauf aufmerksam gemacht, daß wir in unserer eigenen Wohnung wohnen und darauf achten müssen, wenn ein neues Fenster eingebaut wird, die äußere Hausansicht nicht verändert wird und wir auf keinen Fall ein kleineres Fenster wünschten. Nach ca. 6 Wochen wurden das bestellte Fenster geliefert und eingebaut. Das Fenster ist insgesamt sehr viel kleiner - allein die Fensterscheibe ist nicht wie vorher 138 cm breit sondern nur 127 cm breit. Wir haben die Fa. sofort schriftlich darauf aufmerksam gemacht und Abhilfe gefordert - von der Fa. wurde uns nur labidar mitgeteilt, das wir selber die Größe des Fensters nicht bestimmen können, das bestimmt der Gesetzgeber nach den neuen Wärmeschutzrichtlinien von 2002. Stimmt das ? Wenn wir das gewußt hatten, dann hätten wir das alte Fenster bestimmt reparieren lassen.

Antwort
von gandalf94305, 4

Das stimmt nur teilweise. In der Tat werden gewisse Vorgaben vom Gesetzgeber gemacht, welche Standards für Fenster gelten sollen. Einbauen kannst Du aber alles, was passt. Wenn Du dort anstelle eines Fensters ein paar Bretter hinnagelst oder Glasbausteine einsetzt, kann Dir keiner einen Gesetzesverstoß vorwerfen, sofern nicht Denkmalschutz oder andere Belange verletzt werden.

Es ist jedoch so, daß durch die gesetzlichen Vorgaben für die energetische Bilanz von Neubauten natürlich auf dem Markt zu vernünftigen Preisen nur bestimmte Typen von Fenstern zu bekommen sind. Der Hersteller hat oft eine Standardrahmenbreite, die bei allen Fensterkonstruktionen vom kleinen Kellerloch bis zur großen Terassentür verwendet wird. Diese Bemaßungen (Rahmenbreite, Größe des Glasausschnitts) sollten Gegenstand eines Angebots sein.

Du kannst also typischerweise nur durch Wahl eines entsprechenden Herstellers für eine bestimmte Rahmenbreite sorgen, nicht durch Vorgaben für einen bestimmten Hersteller. Durch den Einbau ist nur bestimmbar, wie viel der Zarge sichtbar ist.

Diese Diskussion hatte ich übrigens 2004 auch bei der Komplettsanierung meines Hauses. Während die Fensterrahmen (der Rahmen des beweglichen Teils) mit 75 mm bei einigen Herstellern ok waren, gab es bei der Vermessung längere Diskussionen, wie viel der Zarge sichtbar sein sollte. 100 mm links und rechts waren entscheidend zu viel. Es wurden technische Unmöglichkeiten aufgeführt - aber letztendlich wurden die Fenster mit 30-50 mm Zarge eingebaut, um die Glasfläche zu maximieren. Die klassische Antwort "das macht man halt so" muß man nicht akzeptieren.

Antwort
von barmer, 3

Hallo,

wenn es ein normales Fenster war (nichts mit Absturzsicherheit o.ä.), ist es dem Gesetzgeber egal. Fenster werden cm-genau gefertigt. Es kann allerdings sein, dass bei gleichen Außenmassen durch breitere Rahmenprofile weniger Platz fürs Glas bleibt.

Das hätte vorher besprochen werden müssen. Was steht denn in dem Angebot , das Ihr unterschrieben habt ? Sind denn die Außenmasse der Fenster gleichgeblieben ?

Kommentar von barmer ,

Nachtrag: Die Wärmeschutzrichtlinien gelten nur für Neubauten.

Antwort
von qtbasket, 2

Das ist Baurecht versus Zivilrecht !!!

Ohne Anwalt kommst du nicht weiter....

Meiner Ansicht nach hätte der Verkäufer vor dem Einbau auf die baurechtlichen Vorschriften aufmerksam mach müssen, das ist also ein ziemlich plumper Versuch die Gewährleistung nach dem BGB auszuhebeln. Meiner bescheidenen Ansicht nach solltest du vor Gericht obsiegen...

Antwort
von gammoncrack, 2

Scheint mir schon logisch, was der Gesetzgeber da vorschreibt:

http://www.tueren-fenster-portal.de/TRAV_Fenster_Tueren.html

Tatsächlich bin ich aber fassungslos, was alles vorgeschrieben wird.

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