Frage von Mysti1, 45

gesamtschuldnerisches Immobiliendarlehen bei Tod

Hallo,

ich habe mal eine Frage.

Meine LG und ich stehen beide im Grundbuch mit einer bestimmten Quotierung einer Eigentumswohnung - Beispiel 60 % ich, 40 % sie.

Wir haben ein gemeinsames Immobiliendarlehen aufgenommen und sind beide als Darlehensnehmer benannt und haften gesamtschuldnerisch.

Beispiel:

Wert Immobilie 200.000 €. Darlehen 150.000 €. Im Darlehensvertrag ist keine Quotierung vermerkt.

Nun versterbe ich und ich hätte ein außereheliches Kind und will meine LG jedoch zur Alleinerbin machen.

Wie berechnet sich der Pflichtteil (bei Einsetzung meiner LG als Alleinerbin), wenn sonst noch 50.000 € an Geldvermögen vorhanden ist?

a) 200.000 Immobilie davon 60 % = 120.000 + 50.000 Geldvermögen = Gesamtvermögen 170.000 € - 150.000 € Kredit = 20.000 Vermögen, davon die Hälfte für den Pflichtteil, also 10.000 €

oder

b) 200.000 Immobilie davon 60 % = 120.000 + 50.000 Geldvermögen = Gesamtvermögen 170.000 € - die Hälfte vom Darlehen (150.000 : 2 - da gesamtschuldnerisch) = 75.000 € Kredit = 95.000 Vermögen, davon die Hälfte für den Pflichtteil, also 47.500 €

oder

c) 200.000 Immobilie davon 60 % = 120.000 + 50.000 Geldvermögen = Gesamtvermögen 170.000 € - 60 % vom Darlehen (150.000 x 0,6 - wegen Quotierung) = 90.000 € Kredit = 80.000 Vermögen, davon die Hälfte für den Pflichtteil, also 40.000 €

Ich tendiere zu a) weil das Darlehen gesamtschuldnerisch gestaltet ist und ich auch alleine der Bank den kompletten Betrag zurückzahlen müsste.

Weiß es jemand besser? Würde mich sehr freuen, Danke!

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von wfwbinder, Community-Experte für Erbe, 32
  1. Wenn Du ein leibliche s Kind hast, kannst Du DEine LAG nicht zur Alleinerbin machen.

  2. Durch das gemeinsame Darlehn, ist Deine Freundin für die gesamte Summe haftbar.

  3. in Deinen Kalkulationen ist c) richtig. als Wert des Erbes 80.000,-. esetzlicher Erbe ist Dein Kind. Pflichtteil 40.000,- was an das Kind ausgezahlt werden muss, weil Pflichtteilsersatzanspruch in Geld.

Wenn Du Dein Kind raushaben willst, schenke der LAG die 60 % der Wohnung.

kostet Euch 3.000,- Schenkungssteuer (Wert 30.000,- nach abzug der Schulden - Freibetrag 20.000,- = 10.000,- wert des Erbes). Dann 10 Jahre am Leben bleiben

Dann weiter machen.

Aternativ, dem Kind gegen Erbverzicht Geld schenken.

Kommentar von Mysti1 ,

Danke für Deine Antwort!

zu 1) rein formal ist die Eintragung meiner LAG als Alleinerbin doch möglich - dies kommt einer Enterbung des Kindes gleich - natürlich muss der Pflichtteil gezahlt werden - denke wir meinen das Gleiche... zu 2) ja, jedoch bin ich doch auch für das komplette Darlehen haftbar - somit könnte es doch auch komplett in die Erbmasse rutschen!? zu 3) Bei der Kalkulation wird angenommen, dass wir das Eigenkapital und die Abzahlung jeweils im Verhältnis 60/40 vornehmen. Was ist, wenn Sie das EK gestellt hat und somit mehr vom Kredit "schon getilgt hätte"?

ok...Dein Vorschlag macht Sinn, muss ich mal auf meine Zahlen durchrechnen :)

Deine Alternative: Da muss das Vormundschaftsgericht mitmachen...und da denke ich, wird es Probleme geben - hast Du Erfahrung damit?

Kommentar von wfwbinder ,
  1. Nein, in Sachen Vormundschaftsgericht kann ich nichts sagen, aber daran habe ich nicht gedacht, aber das Alter des Kindes stand nicht dabei. da können wir den ERbverzicht schon mal streichen.

  2. Die Darlehnsschuld wird in diesen Fällen immer im Verhältnis wie die Eigentumsverhältnisse sind geteilt, ausser, man kann nachweisbar etwas anderes vortragen.

  3. Noch eine alternative. Du läßt anläßlich der Wohnung (hälften) Übertragung für Dich ein Wohnrecht eintragen. Dann fällt keine Steuer an, weil das im Wert gegengerechnet wird.

  4. Damit ist die Wohnung gesichert udn Deine Tochter kannst Du durch entsprechende Verfügung über das Bargeld berücksichtigen.

Kommentar von Mysti1 ,

Hallo wfwbinder,

zu 1: Erbverzicht streichen...damit meinst Du, dass das das Vormundschaftsgericht sowieso nicht mitmacht?

zu 2: nachweisbar vortragen....hmm...ist natürlich schwierig, wenn auch noch Eigenleistung etc. mit drinnensteckt - soll heißen, wenn doch mehr von meiner LG erbracht wurde, als anfangs gedacht war. Aber alleine der Sachverhalt, dass evtl. der Bauträger insolvent ging (und das polizeibekannt ist), könnte hier ja helfen.

zu 3: wenn ich mir ein Wohnrecht anrechnen lasse, dann geht das Eigentum doch gar nicht komplett über, sprich, die Frist beginnt mit meinem Tod zu laufen - wird dann trotzdem auf den damaligen (Schenkungszeitpunkt mit Wohnrecht) Zeitpunkt abgestellt und das Wohnrecht wertmäßig abgezogen?

  • geht das auch in der Ehe?

zu 4. ok...hätte das Geld aber lieber meiner LG zukommen lassen, damit diese das Darlehen abzahlen könnte.... ;)

Kommentar von wfwbinder ,
  1. Es wäre zumindest schwierig, ein Ergänzungspfleger müßte bestimmt werden,

  2. mit Nachweisbar meinte ich das mit dem Eigenkapital.

  3. Wohnrecht ist Wohnrecht. Das ist kein Eigentum an der Wohnung. Sondern nur ein Recht. Der Eigentumsübergang ist vollzogen. durch die Bewertung der lebenslangen Leistung (wohnrecht) ist das Risiko des länger, oder kürzer lebens eingeschlossen. Da kann nichts mehr passieren.

-Ehe- das ändert alles, weil eine Ehefrau automatisch 50 % des Erbes bekommt.

Das mit dem Geld, gut da müßte man genau rechnen. was ist das Wohnrecht wert usw.

Kommentar von Mysti1 ,

Hallo ich noch mal ;)

Verschenke ich meinen Anteil an meine - dann Ehefrau - und räume mir ein Wohnrecht ein, dann beginnt die Schenkungsfrist für den Pflichtteilergänzungsanspruch ja erst mit meinem Tod (Ende der Ehe).

D.h. dann hat meine Ehefrau ja gar keine Belastung und das Wohnrecht kann dem Pflichteil nicht gegengerechnet werden.

Oder?

Bleibt also nur der Weg: Verschenken an eines der Kinder, Wohnrecht mindestens für meine Ehefrau eintragen. Dann würde zum Schenkungszeitpunkt das Wohnrecht dem Wert der Wohnung gegengerechnet....

Stimmt oder?

[bleibt dann nur die Frage, ob das ein Vormund mitmacht, weil - wenn man noch relativ jung ist - das Wohnrecht wertmäßig mehr wert ist als die Wohnung!? und zusätzlich müsste man glaube ich jegliche Kostenverpflichtung von den Schultern des minderjährigen Kindes nehmen - sonst stimmt der Vormund auch wieder nicht zu..]

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