Frage von BooboohnePo, 135

Geraten wir alle in die Altersarmut?

Hey Leute,

gestern habe ich eine Doku zum Thema Altersarmut gesehen. Immer mehr Rentner verschulden sich und/oder müssen nebenher noch arbeiten gehen, weil die Rente hinten und vorne nicht reicht.

Wie soll das alles weitergehen!?

Antwort
von Petz1900, 87

Ein weiteres Problem ist, dass viele Selbständige nicht an ihre eigene Altersvorsorge denken oder der Betrieb nicht soviel abwirft, dass genügend für die Altersvorsorge übrig bleibt.
Da werden viel in Hartz4 rutschen, wenn sie nicht mehr arbeitsfähig sind.

Antwort
von RHWWW, 50

Hallo,

ja, Altersarmut ist ein wachsendes Problem. M.E. ist es aber (noch) nicht so gravierend, wie es manchmal dargestellt wird.

Viele Rentner, die arbeiten gehen, haben auch andere Gründe als Altersarmut (z.B. Ehrenamt/Verein, Zeitvertreib, Anerkennung, Einsamkeit ...). Die Höhe einer Rente sagt nichts über andere Einnahmen: private Lebensversicherung, Betriebsrente, Hinterbliebenbezüge, kostenfreie Wohnung, Zinsen/Dividende ....

Was kann man tun?

- möglichst in jeder Phase des Berufslebens fürs Alter vorsorgen, auch als Selbständigerr/Freiberufler/Honorarkraft, bei beruflicher Auszeit, Zweitstudium, Zeiten im Ausland ....

- auch bei Minijobs Rücklagen fürs Alter bilden

- nur bei Zahlungen, von denen auch Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden, gibt es später höhere Renten. Wenn man immer nur auf eine möglichst hohe Nettozahlung achtet (z.B. Tag- oder Nachtschichtarbeit), hat man eine niedrigere Rente auch mit verursacht. 

Alle Lücken im Lebenslauf ohne Zahlung von Rentenversicherungsbeiträgen verringern die spätere Rente. Wenn man dann nicht anderweitig fürs Alter vorsorgt, sind niedrige Einnahmen im Alter die Folge.

Dass die gesetzliche Rentenversicherung keine größeren Rückstellungen bildet, ist bezogen auf den demographischen Wandel ein Nachteil. Bezogen auf die niedrigen Zinsen (Negativ-Zinsen?) ist es ein Vorteil.

Gruß

RHW 

Antwort
von Sammy760, 16

Empfehlenswert ZDF - 3-Teiler

2030 - Der Aufstand der Alten - http://zdf-enterprises.de/programmkatalog/international/zdfefactual/current-affa...

Das Szenario ist erschreckend. Nur wer 1 und 1 zusammenzählt kommt zum Schluss, das es dennoch Realität werden könnte.

Die Mütter um die Kinder zu zeugen, die unser Rentensystem als tragfähiges Fundament benötigt sind durch den "Pillenknick" gar nicht geboren worden. Pech für die "BabyBoomer"? 

Antwort
von betroffen, 77

Das Problem ist, dass viele mit selbst 45 Rentenbeitragsjahren im Rentenalter nicht genug zum Leben haben.

Das ist das einzige Problem. Warum auch sollten Menschen, die im Leben nur 15 - 20 Jahre erwerbstätig waren, volle Leistungen aus der Rentenkasse bekommen? Die kriegen 'ne staatliche Grundsicherung, die nix mit der Rentenkasse zu tun haben darf...

Da nutzt keine Flexirente, keine Lebenleistungsrente und keine Rente mit 70 etwas. - Man muss einfach dafür sorgen, dass die Menschen, die so lange einzahlen entsprechend hohe Löhne bekommen. Bei der ganzen Diskussion habe ich diesen Vorschlag noch von keinem Politiker gehört.

Das nennt man Lobbyarbeit, die Politiker wissen das und versorgen trotzdem weiter die Arbeitgeber mit billigen Arbeitskräften - notfalls müssen Flüchzlinge herhalten.

Paare sollen auf jeden Fall beide arbeiten gehen - so der Plan der SPD. Warum? Damit, vornehmlich die Frauen unabhängiger werden? Nein - damit die Familie genug Auskommen hat: 2 x Mindestlohn ist ja schon was ! - Und gleichzeitig stärkt es den Billiglohnsektor - und das von der SPD.

Na dann gut' Nacht

Kommentar von NasiGoreng ,

Die gesetzliche Rente ist ein Umlagesystem. Mit seinen Beiträgen finanziert man die Rente der Elterngeneration. Wer selbst keine Kinder großgezogen hat, sollte auch keine staatliche Rente bekommen, er schmarotzt bei den Kindern anderer Leute.

Kinderlose können sich mit dem Geld, welches sie nicht für Kinder ausgeben, selbst Rücklagen fürs Alter bilden. 

Kommentar von betroffen ,

Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein Umlagesystem.

Ein einfach konstruiertes, intelligentes System.

Mancher versteht es jedoch nicht - obwohl es einfach konstruiert ist...

Antwort
von wfwbinder, 81

Unser Rentensystem ist zu spät mit dem Demografischen Faktor ausgestattet worden.

Und so weit hergeholt ist Rentenalter 70 nicht.

Als ich Kind war (eingeschult 1960), kamen 80 % der Menschen mit 14/15 aus der Schule, machten eine Ausbildung und zahlten ab dem 18 Lebensjahr 45-47 Jahre in die Rentenversicherung.

Wer Abitur machte und studierte, wurde Beamter, leitender Angestellter oder Selbständiger und die meisten zahlten in die Rentenkasse ein.

Wer in Rente ging, hatte im Normalfall noch 5-8 Jahre vor sich, dann gab er rentenkassenfreundlich den Löffel ab.

Heute fangen die meisten mit 20, oder später an in die RV zu zahlen. Viele erst mit 30. Viele Machen Projektarbeiten, gehen zeitweilig in Ausland. Die Einzahlungszeit verkürtzt sich erheblich.

Und wer dann in Rente geht, hat locker 15 Jahre vor sich.

Das diese Verhältnisse zu einem Finanzproblem führen müssen, ist ja wohl  jedem rechnenden Menschen klar.

Wir werden also zu einer steuerfinanzierten Mindestrente kommen müssen.

Kommentar von EnnoWarMal ,

@wfw

Das ist eine Zustandsbeschreibung. Du bist 11 Jahre älter als ich und in unserem Alter ist das durchaus eine Erwähnung wert, weil die Barriere zwischen Arbeitsleben und Ruhestand bei mir noch nicht sichtbar ist.

Demografisch ist es nicht schlimm, wenn (fast) alle in Altersarmut fallen, denn dann sind wir ja wie alle anderen auch. Aber an der Stelle sind wir noch nicht, wir kommen da erst noch hin.

Meiner Ansicht nach ist das daher keine Frage der Vorsorge mehr, sondern eine der eigenen inneren Einstellung.

Matratze und Blumenvase sind schon bestellt. Dem Staat ist ja weniger und weniger zu trauen.

Kommentar von Gaenseliesel ,

" Und wer dann in Rente geht, hat locker 15 Jahre vor sich "

15 Jahre nur ? :-( 

....ich hoffe auf mindestens noch 20 Rentenjahre und die möglichst bei bester Gesundheit ! :0) 

Antwort
von Rat2010, 57

Man sollte nicht so viel fernsehen.

Es ist in Zukunft so wie in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Dass die Rente nach der Agenda 2010 das System modernisierte und irgendwie fairer für die Jüngeren gemacht hat, ändert nichts daran, dass einige durch das System fallen. Vielleicht sind es in Zukunft einige mehr.

Wenn ein Journalist feststellt, dass das in Zukunft mehr werden, ist das erst mal eine Prognose. So was soll aufrütteln. Wenn Eltern oder Freunde ihr Haus verkaufen und die Ersparnisse aufbrauchen müssen, um Grundsicherung zu erhalten, ist das aber wesentlich aufrüttelnder und erst dann versteht jeder, dass wir in einem Staat leben, der nicht nur auf die Alten sondern auch auf die Jungen schaut.

Viele haben schon heute und noch mehr in der Zukunft keine Chance. Vielleicht werden die, die im Alter ergänzende Grundsicherung benötigen mehr aber überraschen sollte das in zehn Jahren keinen mehr.

Andere haben eine Chance und denen wird (hoffentlich) klar sein, dass sie was tun sollten. Das ist seit 2002 mit hoher statlicher Förderung möglich. Wer das nicht nutzt und auch nicht anderweitig sinnvoll spart ist selber schuld.

Für den Großteil der Bevölkerung wird aber Altersarmut in Zukunft so wenig ein Thema wie in der Vergangenheit und der Gegenwart.

Kommentar von Sammy760 ,

"Das ist seit 2002 mit hoher statlicher Förderung möglich"

Moment mal! 

Damals wurde beschlossen die gesetzliche Rente um 4% abzusenken, damit die Lohnnebenkosten die Unternehmer nicht so stark belasten.

Wer diesen Abschlag, nicht hinnehmen will, kann per Riester "mit hoher staatlicher Förderung ;-)" Kapital aufbauen.

Es ist mittlerweile ein verbreitet Irrglaube, dass mit "Riester" die Versorgungslücke geschlossen werden kann. 

Die Lücke bleibt nach wie vor. Die Zulagenrente gleicht kann nur, den von der SPD-Administration beschlossenen, Rentenabschlag aus.

Und aktuell bedient SPD Frau Nahles, kurz vor der Wahl, das am stärksten steigende Klientel, mit vorgezogener Rente und Mütterrente. Mal wieder ein voller Griff in die Rentenkassen.

Nachdem nun klar ist, dass o.g. "BonBons" die Rentenkassen belasten, wird flugs die Flexirente etabliert. Damit die heutige Generation länger arbeiten darf, und/oder zusätzlich eigenes Kapital in die Rentenkasse zuschiesst.

Versprochen wird, eine Erhöhung der Rente. Das einzige was sich erhöht sind die Rentenpunkte. Was die später im Renteneintritt wert sind stehet auf einem ganz anderen Blatt.

Die Rentenformel ist ja ganz einfach: Nur das was den Beitragszahlern eingezahlt wird zzgl. staatl. Zuschuss) kann an die Rentner ausgezahlt werden.

Antwort
von lohepudel, 38

Es fehlt der politische Wille auskömmliche Renten zu zahlen! Das ist das einzige Problem. Lieber schmeissen wir das Geld zur EU und in alle anderen Richtungen. Oder spielen Sozialamt für die halbe Welt.

Beamte kennen dieses Problem nicht. Und das, ohne selbst einen größeren Beitrag zu leisten. Hier wäre eine Reform angesichts der Pensionslasten überfällig. Vom Nettovorteil im gehobenen und vor allem höheren Dienst ganz zu schweigen. Selbst unter Berücksichtigung von Krankenkasse etc.

Wird aber nie umfänglich kommen, da eine der größten Berufsgruppen im Bundestag die Beamten sind. Wer sägt auf seinem eigenen Ast?

Auch die Erbengeneration wird hier weniger betroffen sein. Wer z.B. in Düsseldorf ein Mehrfamilienhaus in Folge einer Erbschaft sein Eigen nennen und vermieten kann, hat schon einen gewissen Vorteil.

Wer -wie ich- alleine aus seinem Einkommen für das Alter vorsorgen muss und dann noch Familie hat sowie Wohneigentum anstrebt, der hat es heute trotz Qualifizierung oft schwer. Einziger Tipp: Sparsam leben, versuchen zusätzliche Nebeneinkünfte zum guten Job zu generieren (was nicht einfach ist) und einen regelmäßigen Sparplan mit ETF oder Aktienfonds laufen lassen. Auch wenn die Kohle dann wo anders fehlt.

Oder: Wie Millionen andere, in die soziale Hängematte fallen lassen und die anderen schuften lassen. Die Flüchtlingsthematik wird auch nicht zur Entspannung der Sozialkassen beitragen. Im Gegenteil. Wie auch? Selbst wenn ein Flüchtling nach einiger Zeit Arbeit finden sollte, wie soll er jemals 45 Jahre vollbringen? Oft gelingt ein beruflich vollwertiger Einstieg -wenn überhaupt- nach vielen Jahren. Ein großer Sozialkonflikt wird kommen.



Antwort
von DoPrinz, 31

Naja das mit der Altersarmut ist ja schon länger bekannt. Ich bin zudem der Meinung, dass es durchaus Sinn macht das Renteneintrittsalter an die heutige Lebenserwartung anzupassen. Ist man früher mit 65 in Rente gegangen, hatte man vielleicht noch 10-15 Jahre was davon. Wieso sollten es nun 20-25 Jahre sein? Dafür gibt es keine plausiblen Gründe. Die Menschen früher haben sicher genauso hart gearbeitet...

Heute ist es einfach unerlässlich, privat vorzusorgen. Da aber die klassichen Anlagen, wie beispielsweise Lebensversicherung, Tagesgeld oder Festgeld kaum noch Rendite abwerfen, muss man halt mehr Risiko eingehen. Aktien, Immobilien, Gold usw. sind die neuen Dinge mit denen man sich beschäftigen sollte. Wichtig ist aber sein Kapital zu streuen und nicht alles auf eine Karte zu setzen. So könnnen eventuelle Verluste ausgegleichen und felxibel auf den Markt reagiert werden.

Zum Thema Sparen hab ich auch noch einen interessanten Artikel gefunden: http://www.steuerberaterscout.de/Magazin-Sparen-fuer-ein-Ziel-Das-laesst-sich-ma...

LG

Antwort
von Privatier59, 73

Das wird so weiter gehen,  daß man erst mit 70 in Rente gehen darf. Entsprechende Pläne gibt es schon. 

Wenn man dann das Rentenalter schrittweise auf 100 erhöht, hätte sich das Thema Altersarmut dann ja erledigt. Nach Erwerbstätigenarmut hast Du ja zum Glück nicht gefragt.

Kommentar von Gaenseliesel ,

"Erwerbstätigenarmut" ....auch die hatten wir, haben wir und werden sie auch weiterhin haben. 

Trotz Einführung von Mindestlohn gibt es immer noch Aufstocker, es ist eine Schande für Deutschland ! 

Man könnte es aber auch politisch strategisch werten....so kann jeder Betroffene schon frühzeitig lernen mit wenig über die Runden zu kommen und fällt dann als Rentner nicht mehr all zu tief. 

Tiefer geht halt nicht, zumindest solange  nicht, wie das deutsche Sozialsystem diese Belastung aushält. Erst danach wird's echt bitter ! 

Antwort
von betriebssparen, 8

grundsätzlich ist Deine Frage mit 'JA' zu beantworten. Warum?

Weil wir zwar viele Dinge nicht gerade falsch, aber eben auch nicht richtig machen und da spreche ich nicht nur von Politikern. Dass die staatliche Rente aufgrund der Bevölkerungsstruktur, Pillenknick usw. immer "dünner" wird, wissen wir alle schon seit langem.

Aber was suchen wir für Alternativen?

Versicherungen als "Allheilmittel" für die staatliche Rentenlücke, obwohl wir eigentlich auch hier genau wissen, dass diese im gleichen Land, unter den gleichen Voraussetzungen und der gleichen Bevölkerungsstruktur existieren. Also immer mehr Alte, die demnächst ihre hohen (versprochenen) Auszahlungen holen wollen - gegenüber immer weniger werdenden Einzahlern.

Wie soll das gehen? Etwa nur mit höheren Zinsen? Zu Zockern werden? Das ist ja gedanklich schon zum Scheitern verurteilt!

Solange wir an nur diesen beiden Systemen festhalten, muss es allein aufgrund der Bevölkerungsstruktur zwangsläufig zur Altersarmut kommen!

Deshalb wird es höchste Zeit, unseren Blick über den Tellerrand zu heben und uns wirtschaftlicheren Lösungen zuzuwenden.

Ein Beispiel wäre die betriebliche Rente. Lasst sie durch die Arbeitgeber und Arbeitnehmer allein lösen, damit die Förderung dorthin kommt, wo sie auch hingehört.Der Chef bekommt Kapital und die Miatarbeiter erhalten anstelle einer 'Prognose-Garantie' einer Versicherung, die leider aus vorgenannten Gründen überall bröckelt, nun eine 'staatliche Ausfallgarantie' gegen evtl. Insolvenz der Firma. (Beispiel KARSTADT-Mitarbeiter: leider keinen Job mehr, aber die Betriesrente ist sicher!)

Jetzt müssen wir nur noch eine RICHTIGE Rentenreform machen, bei der vor allem mal alle Fremdfinanzierungen daraus und die Beamtenpensionen differenziert werden, weil allein diese als Staatsbedienstete keinen RV-Beitrag zahlen, aber aus dem großen Rententopf dennoch bezahlt werden.

Und privat? Da gibt es seit über 20 Jahren reichlich alternative Möglichkeiten wie - um nur ein Klitzekleines Besispiel zu nennen: Baugenossenschaften, die neben einer Rentenlücke vielleicht auch andere aktuelle Probleme  insbesondere in Metropolen lösen könnten . . .

Haben aber leider kein Tarifheft und vor allem keine Lobby - Schade.

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