Frage von KonstantinS,

Gemeinnützige GmbH - eine passende Rechtsform für das wachsende Geschäft eines Slbstständigen?

Ich bin selbstständig und biete Integrations- und Beschulungskurse an. (unter anderem "Vorbereitung auf den Einbürgerungstest").

Wie es aussieht werde ich in nächster Zeit mehr Aufträge bekommen als ich selbst übernehmen kann. Welche wäre die wirtschaftlichste Lösung für mich? Jemanden auf Honorarvertrag beauftragen? Jemanden anstellen? Gibt es eine Rechtsform, die für mich geeignet ist und mich eventuell steuerlich entlastet? Meine Tätigkeit kann unter "Förderung der Bildung und Erziehung" oder "Förderung der Jugendhilfe" eingeordnet werden und in diesem Sinne kann als gemeinnützig eingestuft werden. Ich bin schon profitorientiert also der Zweck ist nicht "selbstlos"..oder ist man "selbstlos" nach dem Gesetz bis zu einer gewissen Ertragsgrenze? Ich habe mich über die Gündung eines geminnützigen Vereins informiert und das kommt für mich nicht in Frage. Kann man mir mehr über die gemeinnützige GmbH sagen und wenn ich nicht alle Voraussetzungen dafür erfülle, soll ich eine "normale" GmbH gründen?

Ich bedanke mich für die Antworten im Voraus. Konstantin

Antwort
von blackleather,

Welche wäre die wirtschaftlichste Lösung für mich? Jemanden auf Honorarvertrag beauftragen? Jemanden anstellen?

Was sagt denn deine Kalkulation bezüglich dieser Fragen?

Gibt es eine Rechtsform, die für mich geeignet ist und mich eventuell steuerlich entlastet?

Eine geeignete Rechtsform gibt es immer; steuerliche Entlastung nicht zwangsläufig. Aber darüber klärt deine Steuerberaterin dich garantiert auf.

Kann man mir mehr über die gemeinnützige GmbH sagen und wenn ich nicht alle Voraussetzungen dafür erfülle, soll ich eine "normale" GmbH gründen?

Willst du nun davon leben oder soll die GmbH selbstlos tätig sein? Klar kann man auch eine gGmbH ins Auge fassen, jedoch ist dann dein Gehalt als GF alles, was du von ihr erwarten kannst. Ausschüttungen o. dgl. kannst du vergessen, denn dann würde die GmbH ihre Mittel ja nicht mehr zu gemeinnützigen Zwecken verwenden. Und der Angemessenheitsmaßstab gilt dann in besonders strenger Weise natürlich für das GF-Gehalt.

ist man "selbstlos" nach dem Gesetz bis zu einer gewissen Ertragsgrenze?

Du fragst ja nach diesem Begriff unter steuerlichen Gesichtspunkten (handelsrechtlich ist er nämlich nicht definiert, weil er da überhaupt keine Rolle spielt). Also schau in § 55 AO, dort steht drin, was selbstlos ist. Von einer "Ertragsgrenze" (Was soll das eigentlich sein?) ist dort keine Rede.

Kommentar von KonstantinS ,

** Was sagt denn deine Kalkulation bezüglich dieser Fragen?*

Eben nicht viel, weil ich keine Kalulation habe :) Unter "am wirtschaftlichsten" wollte ich nur wissen, ob es für mich günstiger ist, jemanden als Selbstständiger anzustellen oder erst eine GmbH gründen und dann jemanden anstellen. Dazu kommt es noch folgende Frage: Wenn ich eine GmbH gründe, bin ich eigenlich ja auch Angestellter dieser GmbH - ändert das mein Verhältnis/ meine Kosten bei der Krankenkasse? Als Selbstständiger muss den ganzen Beitrag selbst übernehmen, als Angstellter zahle ich die Hälfte und der Arbeitgeber die andere Hälfte. Als einziger Gesellschafter bin ich dann Arbeitgeber und Arbeitnehmer zugleich. Ändern sich dann meine Sozialabgaben oder nicht?

** Eine geeignete Rechtsform gibt es immer; steuerliche Entlastung nicht zwangsläufig. Aber darüber klärt deine Steuerberaterin dich garantiert auf*.**

Das macht er sicherlich. Ich wollte eben im Voraus recherchieren, mich informieren und die Alternativen abwägen.

Bezüglich deine dritte und vierte Anmekung:

Es geht darum - ich möchte eigentlich gar keine Spenden. "Ertragsgrenze" ist offensichtlich unglücklich ausgedrükct. Ich will davon leben und wollte wissen in was für Relation das GF-Gehalt zum Gewinn stehen darf wie z.B. das Gehalt darf nicht 51% vom Gewinn überseigen sonst ist die Selbstlosigkeit nicht erfüllt oder aber das Monatsgehalt darf nicht 5000 € übersteigen.

Vielleicht kannst du noch zu folgender Frage sagen (oder mir einen Tipp geben, wo ich die benönigte Information nachlesen kann): kann ich in einer gGmbH doppelt vergütet werden - einmal als Gescäftsführer/ Manager und einmal als Lehkraft. Das sind immerhin zwei grundlegend unterschiedliche Tätigkeiten. Dann wird das erwirtschaftete Geld als GF- und Lehrkraftgehälter ausgeschüttet und der Rest kann für gemmeinnützige Tätigkeiten verwendet.

Vielen Dank im Voraus.

Antwort
von qtbasket,
  • Vorbereitung auf den Einbürgerungstes

Der ist kinderleicht und daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln und noch die Gemeinnützigkeit hierzu zu verlangen, finde ich oberdreist.

  • oder ist man "selbstlos" nach dem Gesetz bis zu einer gewissen Ertragsgrenze?

Da kommen mir die Tränen.

Fazit: Wenn die beim Finanzamt einen solchen Antrag bekommen, darf man nur noch sich wundern, aber heute ist ja der 1. April !!!

Kommentar von KonstantinS ,

Ich war auf Ihrem Profil. Mir ist es aufgefallen, dass Sie bei 15 619 (!) Antworten noch nie einen Kompliment bekommen haben...Das ist aber an der Zeit, habe ich mir gedacht. Ich habe die Ärmel hochgekrämpelt und aus dem ganzen Herzen Ihnen den ersten gemacht. Das Kopliment war zwar nicht für "den guten Rat", sondern ging es in die Kategorie " Ich schätze deinen Humor". Schließlich haben Sie sich besonders viel Mühe gegeben witzig zu sein...

Antwort
von FREDL2,

@KonstantinS: ich bin nicht der Kompetenteste für diese Frage. Danke fürs zutrauen.

Herr blackleather ist es schon. EnnoBecker wäre es auch.

Antwort
von EnnoBecker,

Also das "gemeinnützig" kannst du schon mal vergessen, das ist eine ganz andere Baustelle.

Die Frage reduziert sich dann auf "Welches ist die beste Rechtsform für mein Vorhaben?"

Das orientiert sich allerdings nicht nur am Unternehmenszweck, sondern auch an anderen Parametern. Ganz wichtig beispielsweise erscheint mir hier die Frage, ob dein Vorhaben gefördert wird.

Ich hab mal vor vielen Jahren eine Bildungseinrichtung betreut, die selbst Unterricht an Erwachsene erteilt hatte und dafür einen bestimmten Satz von (habichvergessen) Kommune oder Staat bekam. Das war eine GmbH. Ich weiß aber nicht, ob die Förderung daran hängt, dass es eine Kapitalgesellschaft ist.

Ohne dies zu beachten, muss man sagen, dass eine GmbH (oder eine UG) zu gründen und zu führen so ist wie ein Baby zu kriegen und aufzuziehen: Man muss viel beachten, es kostet Geld und man wird sie nicht wieder los.

Aus diesem Grunde schon rate ich oft von GmbHs ab.

Dazu kommt, dass ich nicht einschätzen kann, ob deine Tätigkeit gewerblich oder selbständig ist - die einer GmbH ist auf jeden Fall gewerblich.

Die positiven Seiten einer GmbH ist aber die Trennung von Gesellschaft und Inhaber, die, wenn man es geschickt anstellt, durchaus zu steuerlichen Entlastungen führen kann. Andererseits bleiben allerdings Verluste in der GmbH kleben und können vom Gesellschafter selbst nicht verwertet werden.

Die Gründung einer Personengesellschaft mit der Möglichkeit der Thesaurierungsbesteuerung sollte da in erwägung gezogen werden.

Du siehst, es kommt eine Menge zusammen, wenn man Rechtsformen miteinander vergleichen will und herausfinden möchte, welche die passende ist.

Antwort
von billy,

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community