Frage von finanzhase,

Geltendmachung von Arbeitskosten § 35a Abs. 3 EStG bei Teilselbständigkeit

Ich bin Pensionär, erhalte allerdings auch Einkünfte aus teilselbständigen Arbeiten für Verlage und erkläre darüber Umsatzsteuer. Ich habe 2011 einen polnischen Handwerker umfänglich für Renovierungsarbeiten meines Hauses eingesetzt und möchte die Arbeitskosten gem. § 35a Abs. 3 EStG geltend machen. Der Handwerker ist in Polen als Unternehmer angemeldet und versteuert seine Einkünfte in Polen. Seine Rechnung (einAuszahlungsbeleg an ihn liegt auch vor) weist keine Umsatzsteuer aus. Riskiere ich als Teilselbständiger, wenn ich meine Zahlung steuerlich geltend machen will, Nachzahlungsforderungen der Umsatzsteuer durch die deutschen Finanzbehörden? Oder gilt solches nur - wie ich im Internet veröffentlichten Beispielen entnehmen kann - für komplett selbständige Unternehmer (Fall der umgekehrten Steuerschuldnerschaft nach § 13b UStG)?

Antwort
von EnnoBecker,

§ 35a und Umsatzsteuer schließen einander aus.

Hier ist noch die Frage zu klären, ob diese umfangreichen Renovierungsarbeiten den privaten Teil des Hauses betreffen oder (auch) den beruflichen Teil.

Kommentar von finanzhase ,

Sie betreffen nur den privaten Teil (also z.B. nicht das Arbeitszimmer).

Kommentar von EnnoBecker ,

Da kann dir die fälschlich nicht ausgewiesene Umsatzsteuer schnuppe sein, es sei denn, du erbringst üblicherweise dieselbe Art Leistungen. Nur in diesem Fall hätten wir hier eine 13b-Geschichte.

Für den Polen gilt nämlich:
Zwar ist der Ort der (Werk-)Leistung in DE, aber er erbringt die Leistung nicht an einen Unternehmer für dessen unternehmerischen Bereich. Deshalb ist §13b nur anzuwenden, wenn der Leistungsempfänger in seiner übrigen Eigenschaft ebenfalls diese Leistungen erbringt. §13b (5) Sätze 2 und 3.

Der Pole hätte Umsatzsteuer berechnen müssen. Dass er das nicht getan hat, ist sein Problem. Nicht deines.

Kommentar von finanzhase ,

Vielen Dank für die Auskunft.

Ganz sicher? Wo steht das? Dann müsste also ein ausländischer Unternehmer in jedem Fall bei Dienstleistungen in Deutschland die deutsche Umsatzsteuer abführen. In der von mir gestellten Frage hat sich auch die Steuerhotline meines Finanzamts sehr bedeckt gehalten - erst mal Rückstellung der Antwort um kompetentere Stellen zu befragen, dann eine sehr "blasse" Auskunft.

Kommentar von EnnoBecker ,

Wo es steht? Aber das habe ich doch im Kommentar darüber ausgeführt.

Was erwartest du denn, wenn du beim Finanzamt anrufst?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten