Frage von Hagan, 897

Kann ich geleistete Überstunden abbummeln?

Hallo Gemeinschaft!

Ich habe im letzten Jahr (12 Monate ab jetzt) ca. 35 Überstunden angehäuft, arbeite im Unternehmen sehr eigenverantwortlich und bin auch der einzige, mit Blick für das von mir betreute Thema.

Ich arbeite Peaks ab, mit mehr Zeit im Büro. Ich arbeite offiziell in Teilzeit, von daher sind Überstunden für mich unproblematisch, da ich super flexibel bin.

Nun wurde gesagt, dass lt. Arbeitsvertrag Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind. In einer anderen Abteilung haben aber 100 Leute Arbeitszeitkonten. Mit Minus- und Plusstunden. Arbeitsrechtlich ist die "Klausel" so oder so viel zu schwammig und es gibt diverse Urteile Pro-Arbeitnehmer.

Wie würdet ihr das kommende Gespräch mit der Geschäftsführung führen? Meiner Teamleitung sind die Hände gebunden, sprich es wird eskaliert nach oben.

Arbeitsrecht spielt für mich eigentlich eine untergeordnete Rolle, da ich bereit bin Mehrarbeit zu leisten, wenn ich sie für Notwendig und dem Unternehmenziel zugehörig empfinde. Ich erachte es sozial und moralisch aber als vollkommen verwerflich, die Waage hier einseitig zu belasten. Ich verkaufe ja meine Dienstleistung nur an jemanden, der ebenso Rechte und Pflichten hat wie ich. Ansonsten belastet mich das Thema immens emotional, da mangelnde Wertschätzung und scheinbar absolut keine Kenntnis meiner Fähigkeiten vorliegt. Ich bin nur introvertiert, leiste aber hervorragende Arbeit, die Ergebnisse sprechen ja für sich.

Emotionale Themen möchte ich aber, zumindest in der Diskussion außen vor lassen, mangelnde Wertschätzung zu erwähnen erachte ich als mein gutes Recht. Ich kann ja nichts dafür, dass sich andere nicht für die "Ebenen weiter unten" interessieren und scheinbar davon ausgehen, dass hier alle Lohnsklaven sind :)

Wie würdet ihr das handeln?

So frei von der Leber weg und aus dem Bauch heraus?

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Antwort
von williamsson, 817

Dein Arbeitsvertrag sagt "Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten".

Klar gibt es Urteile die für den AN sprechen. Urteile sind aber das Ergebnis von Gerichtsverfahren. Selbst wenn Du gewinnst, kriegst Du dann noch einen noch ein Bein auf den Boden in der Firma??

Ein sachliches Gespräch mit der Leitung sollte Dir weiterhelfen. Kläre ab, wieso Du Dein Arbeitspensum nur durch Mehrarbeit erfüllen kannst?

Antwort
von christophzamann, 214

Uh, das ist aber eine schwierige Situation! Ich bin zwar kein Jurist, kann man jedoch vorstellen, dass die Klausel in deinem Vertrag ungültig ist... Es kann doch nicht angehen, dass da drinsteht, dass jegliche Überstunden einfach inklusive sind. Ich würde mir an deiner Stelle mal diesen Text durchlesen, der passt gut zu deiner Situation: https://www.rechtsanwalt.com/ratgeber/arbeitsrecht/ueberstunden 

Antwort
von Zitterbacke, 685

Wie würdet ihr das kommende Gespräch mit der Geschäftsführung führen? Meiner Teamleitung sind die Hände gebunden, sprich es wird eskaliert nach oben.

Ich würde sehr behutsam meine Fähigkeiten und meine erbrachten Leistungen hervorheben . Auch solltest du eine Einschätzung deiner Arbeit von deinem unmittelbaren Vorgesetzten beurteilen lassen , worauf du dich berufst.

Ansonsten kann eine individuelle Vereinbarung über ein Arbeitszeitkonto Abhilfe bringen . Ob Geld oder Freizeit solltest du aber mit vereinbaren.

Zögere das Gespräch nicht weiter hinaus , deine Leistung könnte sich verschlechtern

Viel Glück .

Kommentar von Gaenseliesel ,

Auch solltest du eine Einschätzung deiner Arbeit von deinem unmittelbaren Vorgesetzten beurteilen lassen

richtig !

Denn, meine subjektive Einstellung zur Arbeitsleistung sollte schon mit der Meinung der Geschäftsleitung in etwa übereinstimmen.

Es ändert aber nichts daran,

dass lt. Arbeitsvertrag Überstunden mit dem Gehalt abgegolten sind.

und dieser Zusatz im AV nicht rechtmäßig ist.  

Kommentar von gammonwarmal ,

...und dieser Zusatz im AV nicht rechtmäßig ist.

Das ist so pauschal nicht richtig. Das kommt auf die Umstände an:

http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/urteilsspruch-zur-mehrarbeit-...

Kommentar von Gaenseliesel ,

ok .... und das kommt noch dazu ! ;-)

Antwort
von Gaenseliesel, 563

Hallo,

du stapelst wirklich ganz schön hoch, dies wirkt auf den Leser zumindest so.

Nach dem Motto :

 " Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr "

Na egal, bei dieser Voraussetzung und diesem Link hier,

http://karrierebibel.de/uberstunden-abgegolten-arbeitsrecht/

dürfte das kommende Gespräch mit der Geschäftsführung erfolgreich werden.

Antwort
von Maria67, 422

Hallo

Das wird wohl überall anders gehandhabt. Ich kenn es so, dass wir die Überstunden abfeiern können, nur der Haken, feier ich die ab, in einem dreivierteljahr sinds 129 Std, dann hat ne andere Kollegin dafür wieder Überstunden. Iss auch nicht wirklich besser.

LG

Antwort
von diddi75, 377

Überstunden sind nicht pauschal mit dem Gehalt abgegolten. Diese pauschale Klausel ist nicht rechtens. Hast du Nachweise für die geleisteten Überstunden? Ich würde es beim Gespräch einfach ansprechen. Die GL wuird darüber vermutlich nicht besonders erfreut sein und sich keiner Schuld bewusst sein, es auf dich abwälzen. Sie zur Schätzung deiner Mehrarbeit zu bewegen, wirst vermutlich nicht erreichen. Aber dann hast du zumindest das GEfühl, dein Möglichstes getan zu haben.

Kommentar von gammonwarmal ,

Überstunden sind nicht pauschal mit dem Gehalt abgegolten. Diese pauschale Klausel ist nicht rechtens.

Bevor Du so etwas schreibst, solltest Du Dich mit dem Thema beschäftigen. Das ist nämlich PAUSCHAL falsch!

Antwort
von gammonwarmal, 409

Wer doch derart von sich überzeugt ist, muss sich doch mit einer solchen Frage nicht an ein Forum wenden. Es sei denn, diese anonyme Selbstbeweihräucherung sollt das Ego noch einmal nachhaltig anheben.

Eine mathematische Aufgabe gehört vermutlich in Deinem Job nicht zu den Grundaufgaben. Teilt man 220 einmal durch 35 ist die tägliche Mehrarbeit derart hoch anzusetzen, dass Du offensichtlich Deine gesamte Freizeit für die Firma geopfert hast. Mit dieser Argumentation würde ich in die Gepräche gehen!!

Kommentar von Mikkey ,

Meinst Du nicht, man sollte eher 35 durch 220 teilen?

Kommentar von gammonwarmal ,

Ich habe, wie von ihm gewünscht, aus dem Bauch heraus gerechnet. Von Kopf war nicht die Rede.....

Kommentar von Hagan ,

Sag mal, suchst du hier nur die Konfrontation? 
Ich habe niemanden um eine Berechnung gebeten. 
Bisher schreibst du nur am Thema vorbei und bist keinerlei Hilfe. 

Kommentar von Hagan ,

Okay, soll ich mich jetzt schlechter machen als ich bin? 
Weiterhin habe ich keine 220 Arbeitstage; schrieb ja Teilzeit. 
Ich erstelle täglich Reports, werte Zeiten und Zahlen aus und das auch meist richtig. Grundlegend solltest du vielleicht über die Mathematischen Grundsätze nachdenken; dennoch ist meine Frage nicht beantwortet worden. Du hast halt etwas kommentiert aber scheinbar störst du dich eher daran, dass ich meinen Wert und meinen Einsatz definieren kann. 
Ich benötige hier definitiv keine Wertschätzung, allerdings habe ich oftmals den Eindruck mich rechtfertigen zu müssen, obwohl ich mehr leiste als vertraglich geregelt und dies nun zu meinem Nachteil sein soll. 
Würde ich eine total Pfeife sein, die einfach nur unfassbar langsam & schlecht arbeitet, dann würde ich das mit den ÜS hier nicht in Frage stellen. Wenn ich Leuten aber keinen Eindruck meiner Arbeit vermittle, wie sollen Sie mir dann hier einen Tipp geben?
Ich rede / frage hier bzgl. moralischen Grundsätzen und suche Differenzierte Meinungen zu meiner eigenen - nichts ist einseitig betrachtbar. Weiterhin wäre es sogar so, dass wenn ich nur 30 Minuten im Jahr mehr arbeiten würde, diese eben auch 30 Minuten mehr darstellen. Es geht hier um Rechte, Pflichten und gesunden Menschenverstand. Letztlich sollte man meiner Meinung nach nicht zum Lohnsklaven deren mutieren, die ihre Altersvorsorge aufgrund des Gehaltes sicher haben. Ich werde in 30 Jahren wie viele zum Amt rennen. 
Sollte die Perspektive als mittleres Gehalt, das nicht vor Altersarmut schütz sein und sollte ich aus diesem Grund noch unbezahlte ÜS leisten? 

Kommentar von gammonwarmal ,

Was nützt bei der Beanwortung der Frage Deine Selbsteinschätzung? Viel wichtiger ist, wie andere Dich einschätzen. 

Kommentar von Gaenseliesel ,

 Hallo Hagan,

möglicherweise hätte deine o.g. Frage ohnehin schon bei der ersten Überstundenanfrage bei der Obrigkeit für dich Klarheit gebracht, so dass das Überstundenthema sofort vom Tisch wäre.

 http://www.vorgesetzter.net/fragen-antworten/arbeitszeit/ueberstunden-muessen-ge...

und zu:

 bin auch der einzige, mit Blick für das von mir betreute Thema.

....deine Meinung !

Der Chef könnte meinen: " Jeder ist ersetzbar " !

Antwort
von MarkusBVB, 314

Das Recht ist auf jeden Fall auf deiner Seite. Ich würde darauf bestehen, dass du die Überstunden bezahlt bekommst oder wenigstens abfeiern darfst.

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