Frage von sebox, 69

Geldzuschuss im Todesfall

was kann ich an geldleistungen erhalten um meinen vater anständig unter die erde zu bringen wenn kein vermögen da ist und auch keine versicherungen bestehen? ich und meine schwester sind harz vier empfänger.

Antwort
von imager761, 69

Können die Bestattungskosten weder aus dem Nachlass des Verstorbenen noch von weiteren, bestattungsverpflichteten Familienangehörigen aufgebracht werden, tritt das Sozialamt für die Kosten ein, sofern man vor einem Bestattungsauftrag dementsprechenden Antrag stellt.

Wie man hier aber noch Ansprüche, "vater anständig unter die erde zu bringen", stellt, verschlägt mir dann doch die Sprache.

G imager761

Kommentar von Primus ,

Freundlich und einfühlsam wie immer........

Dir kommt es gar nicht in den Sinn, dass es auch Menschen gibt, die an ihrer Situation unschuldig sein könnten.

Ohne Hintergrundwissen lieber alle in einen Sack und immer schön draufhauen, man trifft nie den Falschen, oder?

Einen schönen Tag noch!

Kommentar von EnnoBecker ,

Wie man hier aber noch Ansprüche, "vater anständig unter die erde zu bringen", stellt, verschlägt mir dann doch die Sprache.

Ich verstehe deine Frage so, dass es Menschen in Deutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bestatter in Deutschland mobilisieren, um eine anständige Beerdigung zu erbringen, ja? Ääh, mir ist nicht bekannt, dass solche Absicht besteht, da sich die Bestatter in unserem Land hauptsächlich mit reichen Verstorbenen beschäftigen, und ihre Arbeitskraft dafür voll ausgenutzt wird, voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, einem armen Mann ein anständiges Begräbnis zu errichten!

Antwort
von Primus, 51

Vor der Bestattung bei dem Sozialamt einen Antrag auf Bestattungszuschuss stellen.

Das Sozialamt wird die Kosten für eine einfache Beisetzung erst einmal übernehmen und dann prüfen, ob Angehörige zur Kasse gebeten werden können.

Ist das nicht der Fall, bleibt das Amt der Finanzierer.

Kommentar von robinek ,

Traurige Familienverhältnisse, traurige Frage!

Kommentar von Primus ,

Allerdings!!

Kommentar von EnnoBecker ,

Traurige Familienverhältnisse, traurige Frage!

Nein, finde ich gar nicht.

Man kann armen Leuten doch nun wirklich nicht ihre Armut vorwerfen. Das würde doch den Vater auch nach seinem Tod erniedrigen.

Ich sehe das anders, sorry.

Dass Väter sterben, ist für die Kinder traurig, aber es ist der Lauf der Dinge. Ich bin auch ein Vater und harre dieser Erfahrung noch entgegen. Aber man muss dabei seine Würde - sowohl als Gehender als auch als Bleibender nicht unter dem Komiss begraben.

Wer auch immer Armut an Geld mit Armut an Geist und Gemüt gleichsetzt, kann gar nicht soviel Geld haben, wie er bräuchte, um reich zu sein.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Wer auch immer Armut an Geld mit Armut an Geist und Gemüt gleichsetzt, kann gar nicht soviel Geld haben, wie er bräuchte, um reich zu sein.

wie wahr !!! DH ! K.

Antwort
von Gaenseliesel, 56

Hallo, eine bahnbrechende Lösung habe ich leider auch nicht für euch. Nur soviel, so traurig es auch ist aber ihr seid nicht allein mit diesem Problem:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/anzahl-der-sozialbestattungen-nimmt-zu-kei...

Es gab Zeiten, da wurden Tränen vergoßen weil Vater und Mutter uns lieb und " teuer " waren - heute sind wir einen Schritt weiter, Tränen fließen auch weil sie teuer werden !

Als Vermächtnis bleibt ein Schuldgefühl der Herzlosigkeit bei den Kindern, die Eltern nicht angemessen bestatten zu können.

K.

Kommentar von EnnoBecker ,

Es gab Zeiten, da wurden Tränen vergossen weil Vater und Mutter uns lieb und " teuer " waren - heute sind wir einen Schritt weiter, Tränen fließen auch weil sie teuer werden !

Eine Weisheit - in einen knappen Satz gegossen. Alle Achtung!

Neben diese Erkenntnis sollte nun aber auch die entsprechende eigene Reife treten: Wie gehe ich selbst mit der Situation um, die irgendwann mal auf meine Nachkommen zukommen wird?

Denn bisher sind immer nur die anderen gestorben, nicht wahr?

Ich weiß, was ich tue. Ich weiß nur nicht, ob ich es dann auch kann. Ich weiß nicht mal, wann "dann" ist.

Kommentar von Gaenseliesel ,

Danke EnnoB. !

Das sind so meine spontanen Empfindungen die dann einfach aus mir heraussprudeln, wenn ich so etwas lesen muss.

Ich stelle mir dabei vor wie meine Empfindungen wären, hätte ich meine lieben Eltern die Zeitlebens für ihre Kinder da waren, in so'n liebloses Loch verscharren müssen.

Ich hätte mich nicht mehr getraut das Grab zu besuchen, nicht weil es sie nicht mehr gibt ( das ist der Lauf des Lebens ), sondern weil ich ihnen aus Geldmangel keine würdigere, letzte Ruhestätte bieten konnte.

K.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich hätte mich nicht mehr getraut ...... aus Geldmangel

Aus wessen Sicht willst du die Antwort darauf?

Ich nehm die Sicht der Fargestellerin. Die hatte nämlich auch schon vor dem Tod des Vaters kein Geld und der Vater wusste das ganz sicher.

Wenn ich dieser Vater wäre, würde ich gewollt haben, dass es meinen Kindern gut geht und nicht, dass ich neben dem König liege.

(So, das werd ich gleich mal meinen Töchtern weiterleiten, damit die für die Zukunft gleich wissen, wo es lang geht.)

Kommentar von Gaenseliesel ,

du bist mir schon n Typ ........ lach !

........damit die für die Zukunft gleich wissen, wo es lang geht.

Ja richtig, rechtzeitig " Nägel mit Köpfen " machen !

Mein Nachwuchs ist bereits eingewiesen ! K.

Antwort
von billy, 44

Die Kosten müssen vorher beim Sozialamt beantragt werden. Ihr könnt Euch bei der Arge beraten lassen.

Antwort
von Privatier59, 40

Wenn weder Vermögen im Nachlaß vorhanden ist noch die Angehörigen in der Lage sind, diese Kosten zu übernehmen, springt das Sozialamt ein.

Mit dem "anständig" ist das aber so eine Sache: Bezahlt wird immer nur die preisgünstigste Art der Bestattung. Das kann dazu führen, dass man nur ein anonymes Urnengrab bewilligt bekommt. Trauerfeier und Grabstein werden ohnehin nicht übernommen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das kann dazu führen, dass man nur ein anonymes Urnengrab bewilligt bekommt. Trauerfeier und Grabstein werden ohnehin nicht übernommen.

Alter! Mehr würde ich auch nicht wollen. Eher weniger. Egal, ob Geld da ist oder nicht - es muss nicht rausgeschmissen werden, bloß weil ich abgetreten bin.

Kommentar von Gaenseliesel ,

.....da liegen wir wohl auf einer Wellenlänge Enno !

Ich würde meinen letzten Ruheplatz auch gern in meinem Garten haben wollen! Geht leider nicht - es gibt aber auch preiswerte Alternativen :-))

Unser mühsam Erspartes geben wir lieber für uns zu Lebzeiten aus !

Nach dem Motto " Lebe das Leben ständig, du bist länger Tot als lebendig ! "

K.

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