Frage von stultus, 9

Geldwerter Vorteil / Firmen PKW / Fahrtweg zum Büro

In der Gehaltsabrechnung steht das Bruttogehalt und darunter eine Zeile "Priv. KFZ Nutzung" mit einem Betrag von 300 Euro. Sonst steht nichts dabei. Der Neuwert des Wagens beträgt 30000 Euro. Private Nutzung ist gestattet.

Tätigkeit ist Außendienst. Drei Tage unterwegs, Start von zuhause. Zwei Tage Büro, Enfernung zum Büro einfach 12 km.

Darf man die einfachen 12 km zum Büro, die man 8 mal im Monat fährt, bei der Steuererklärung angeben?

Sollten da noch die privat gefahrenen km zum Büro zu den 300 Euro dazu kommen? Ist die private Nutzung mit 300 Euro zu niedrig angesetzt? Das ist ja genau 1 Prozent des Listenpreises.

Wie ist das, wenn jemand nur im Home Office arbeitet und das Büro nicht regelmäßig aufzusuchen hat? Dann hätte er ja keinen privaten Anfahrtsweg zur Fima.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo stultus,

Schau mal bitte hier:
Einkommensteuererklärung private Kfz-Nutzung

Antwort
von LittleArrow, 6

Darf man die einfachen 12 km zum Büro, die man 8 mal im Monat fährt, bei der Steuererklärung angeben?

Ja, mit € 0,30/Entfernungs-Km.

Aber hier gibt es u. U. einen Unterschied bei den Km-Bestimmung: der kürzeste Weg ist für die Dienstwagen-Km (für die Entfernung Wohnung und Büro) vorgeschrieben und bei der Entfernungspauschale (als Werbungskosten) grundsätzlich der kürzeste Weg, aber durchaus auch der optimale (zeitschnellste) Weg. Letzterer wird von amtswegen oft genau nachgeprüft.

Antwort
von FREDL2, 4

Ist die private Nutzung mit 300 Euro zu niedrig angesetzt?

Nein. Die 1% vom Bruttolistenpreis sind für die Privatnutzung. In Deinem Fall 300,00.

Darf man die einfachen 12 km zum Büro, die man 8 mal im Monat fährt, bei der Steuererklärung angeben?

Nur, wenn Du dafür auch 0,002% vom BLP x Tage versteuerst. Das ist nicht der Fall. Deine Versteuerung ist zu niedrig.

Wie ist das, wenn jemand nur im Home Office arbeitet und das Büro nicht regelmäßig aufzusuchen hat? Dann hätte er ja keinen privaten Anfahrtsweg zur Fima.

Richtig. Dann müssten auch keine 0,002% versteuert werden und dann können ebenfalls keine Werbungskosten geltend gemacht werden. Finde ich logisch.

Kommentar von stultus ,

Mir scheint Deine Antwort auch logisch zu sein, was im deutschen Steuerdickicht nicht unbedingt notwendig sein muß.

Wenn ich es richtig verstehe, geht es hier um 12 km x 8 Fahrten x 11 Monate x0,30 Euro = 316,80 Euro im Jahr, die bei richtiger Versteuerung angesetzt werden können. Das ist ja die Diskussion nicht wirklich wert.

Wenn die km jetzt nicht richtig versteuert werden: Das hat doch zunächst mal der Arbeitgeber anzusetzen? Der Arbeitnehmer hat darauf keinen Einfluß? Was müßte der Arbeitnehmer machen?

Kommentar von mig112 ,

Der AN müsste zunächst mal die AN-Werbungskostenpauschale überschreiten, damit sich die Kilometerkosten überhaupt auswirken.

Kommentar von FREDL2 ,

@nig112: Hallo Feuerwehrhauptmann! Neuerdings unter die Hellseher gegangen? Wo kann man das, ich hätte auch Interesse.

Das wollte der doch gar nicht wissen.

Kommentar von FREDL2 ,

@stultus

Wenn ich es richtig verstehe

Nein, das verstehst Du nicht richtig. Es geht um 0,002% von 30.000,00 x 8 Fahrten/Monat = 57,60 die Du erstmal monatlich zusätzlich zu den 300,00 versteuern musst. Dann kannst Du 12 km x 8 Fahrten x 11 Monate x0,30 in Deiner persönlichen Steuererklärung als WK angeben.

Was müßte der Arbeitnehmer machen?

Die Lohnbuchhaltung der Firma schriftlich auf die fehlende Versteuerung hinweisen?

Kommentar von stultus ,

Ok, danke. Deine Antwort hat Klärung gebracht.

Kommentar von FREDL2 ,

@stultus. Bitteschön.

Machs lieber richtig. Bei der nächsten Lohnsteueraussenprüfung Deiner Firma könnte es sonst eine Überraschung für ich geben.

Antwort
von EnnoBecker, 4

Das ist ja genau 1 Prozent des Listenpreises.

Waaaahnsinn!

Und du bist sicher, dass du uns hier nicht gerade auf den Arm nehmen willst?

Darf man die einfachen 12 km zum Büro, die man 8 mal im Monat fährt, bei der Steuererklärung angeben?

Ja.

Kommentar von gammoncrack ,

Und du bist sicher, dass du uns hier nicht gerade auf den Arm nehmen willst?

Glaube ich nicht. Vermutlich hat er die Problematik bei dem Umgang mit Zahlen bei den 38.- Euro gesehen und wollte deswegen ganz sicher gehen.

Kommentar von FREDL2 ,

@EB:

Darf man die einfachen 12 km zum Büro, die man 8 mal im Monat fährt, bei der Steuererklärung angeben?

Genau genommen: Nein!! Es werden doch auch keine 0,002% für FWA versteuert.

Kommentar von EnnoBecker ,

Da hast du recht.

Allerdings ist das nicht ein Problem der WK, sondern eins der Lohnversteuerung.

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