Frage von alterherr, 11

Geldanlage, die automatisch ausschüttet und weitergeführt wird!

Eine meiner Cousinen hat eine behinderte Tochter. Sie möchte sicherstellen, dass ihrer Tochter, falls meine Cousine (67) mal stirbt, regelmäßig Geld aus einer Geldanlage erhält. Möglichst ohne Kapitalverzehr. vermutlich muss da ein Testamentsvollstrecker eingeschalten werden, oder?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 5

Die wesentliche Frage hier ist, ob die behinderte Tochter geschäftsfähig ist oder nicht.

Ist sie geschäftsfähig, so kann sie ganz gewöhnlich als Erbin eingesetzt werden bzw. es gilt die gesetzliche Erbfolge. Sie erhält damit das Vermögen der Mutter und die Verfügung darüber.

Ist sie nicht geschäftsfähig, so bedarf es eines Vormunds bzw. Betreuers zur Übernahme der Geschäfte der Tochter. Sie wäre dennoch als Erbin einzusetzen.

In die Anlage ist initial ein Kapitalstock einzubringen Die laufenden Ausschüttungen (mit oder ohne Kapitalverzehr, je nach Entwicklung) stellen die Einnahme der Tochter dar, d.h. man sollte sich frühzeitig damit befassen, wer sich um die steuerlichen Anlegenheiten kümmern wird. Hier wäre einem Steuerberater ein Mandat zu erteilen.

Diese Anlageform kann auch jetzt bereits auf den Namen der Tochter angelegt und initial befüllt werden. Wenn sich aus der Erbschaft später weitere Vermögenspositionen ergeben, die einzubringen sind, wird das idealerweise in einem Testament spezifiziert und z.B. an eine Bank oder anderen Treuhänder als Aufgabe zu einem vereinbarten Entgelt übertragen.

Es gibt robuste Fonds, die feste Ausschüttungen vornehmen (siehe z.B. Schroders) bzw. von sich bereits hohe Ausschüttungen (siehe z.B. JPM, Franklin Templeton, Fidelity) ausweisen. Dadurch lassen sich recht planbare Entnahmen über ein Tagesgeldkonto als Puffer realisieren.

Man kann bei Summen im mind. gut siebenstelligen Bereich dafür auch einen Vermögensverwalter oder zumindest Treuhänder engagieren, der sich nach Vorgaben um dieses Vermögen kümmert und für die Bereitstellung der erforderlichen Auszahlungen sorgt. Bei kleineren Anlagesummen wird die Tochter das eher selbst tun oder dem Betreuer/Vormund überlassen, die jeweils auch nach klaren testamentarischen Vorgaben das Vermögen verwalten müssen. Bei größeren Summen lohnt sich ggf. eine Stiftungsform.

Idealerweise würde zur Steueroptimierung frühzeitig eine Reihe von Schenkungen zu planen sein, die jeweils unterhalb der Freigrenzen der Schenkungssteuer an Kinder liegen (400 kEUR in 10 Jahren).

Antwort
von Privatier59, 4

Leider sind die Sachverhaltsangaben zu dünn um diese Frage wirklich eingehend beantworten zu können. Daher kann es nur einige Hinweise geben: Wenn die Tochter so stark behindert ist, dass sie in einer Betreuungseinrichtung untergebracht werden muß, dann entstehen sehr hohe Kosten. Die finanziert das Sozialamt nur, wenn kein eigenes Vermögen vorhanden ist, das geringe Schonvermögen einmal abgesehen. Das wird die Tochter dazu zwingen, ihr Erbe aufzubrauchen und zwar auch mit Kapitalverzehr. Ein Testamentsvollstrecker schützt davor nicht. Wenn etwas schützen kann, dann die Einbringung des Vermögens in eine Stiftung mit Benennung der Tochter als Begünstigter. So etwas ist keine Arbeit für Laiendarsteller. Das bedarf der Beratung durch einen versierten Rechtsanwalt und ist im übrigen auch mit laufenden Kosten verbunden. Rechnen kann sich das eigentlich nur für mittlere bis größere Vermögen.

Antwort
von Primus, 3

Behindertentestament

Unter einem Behindertentestament versteht man in der juristischen Fachliteratur eine letztwillige Verfügung, die insbesondere von Eltern behinderter Kinder abgefasst wird und Sonderregeln in Bezug auf das behinderte Kind enthält.

Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Behindertentestament

Kommentar von GAFIB ,

Ergänzung zum Anlageaspekt: ..."ohne Kapitalverzehr".. -> Dann muss schon sehr viel Kapital vorhanden sein, bitte einfach mittels Link simulieren.

Ansonsten dürfte Kapitalverzehr nötig werden. Da es lebenslang reichen muss, erfordert dies eine (aufgeschobene) Rentenversicherung oder zum Zeitpunkt x dann die Einbringung in eine Sofortrente gegen Einmalbeitrag.

http://www.zinsen-berechnen.de/entnahmeplan.php

Kommentar von Primus ,

Hier spricht der Fachmann.... ;-))

Kommentar von GAFIB ,

;-)

Kommentar von GAFIB ,

Ggf. auch noch eine Risikolebensversicherung auf das Leben der Cousine zugunsten der Tochter.

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