Frage von Imela, 7

Geldanlage bei Prokon für Windkraft, besteht Chance, das Geld zurückzubekommen?

Hallo, meine Bekannte hat bei Prokon in Windkraft investiert, nun ist Insolvenz eingetreten, was meint Ihr besteht die Chance das Geld zurückzubekommen? Danke.

Antwort
von gandalf94305, 6

Es handelt sich raffinierterweise ja um nachrangige Verpflichtungen, d.h. es wird zunächst dafür zu sorgen sein, daß die erstrangigen Darlehen bei Banken bedient werden. Daß die Substanz von Prokon ausreicht, alle Anleger in Genußscheinen mit den Kupons und auch der Rückzahlung der vollen Nominale zu beglücken, wage ich zu bezweifeln. Man sollte davon ausgehen, daß wenn die Zahlung von 8% Kupon bereits ein Problem darstellt, das eine längere Geduldspanne der Anleger erfordert, insbesondere auch die Liquidität auf ein geringes Maß zurückgegangen ist. Die Substanz dürfte bei einer Liquidation nicht mehr also ca. 75% der Nominale an Erlös bringen (manche Projekte wahrscheinlich noch weniger, da es sich um noch nicht abgeschlossene Anlagen handelt). Rechnet man davon noch einen Teil ab, der für die erstrangigen Verpflichtungen erforderlich ist (wie hoch diese sind, sollte man anhand der Geschäftsberichte abschätzen), so dürfte ein Wert von 25-50% herauskommen. Das wären meine wilden Schätzungen... mal sehen, wie die Nachrichtenlage weitergeht.

Antwort
von Franzl0503, 5

Imela:

Am 6.12.2013 erhielt ich von Prokon eine Postwurfsendung, datiert mit "Itzehoe, 2013". Mit dem Sprüchlein "Anders sein reicht nicht, man muss auch besser sein!" bietet Prokon 6 % zuzüglich erfolgsabhängiger Überschussbeteiligung" an.

Kommt genau zur richtigen Zeit. Einer Zeit mit äußerst mickrigen Renditen, wo viele Sparer schon mit der Hälfte zufrieden wären. Und schließlich „ist es Zeit, etwas zu verändern … und das lohnt sich“ so die Prokon-Werbung.

Auch der Kleinanlegers könnte fragen: „Wenn denn Prokon so lukrativ und zuverlässig wirtschaftet, wie sie darzustellen versucht, warum haben sich potentielle fachkundige Kapitalanleger nicht schon längst in großen Umfang mit den Genussscheinen eingedeckt? Und was mag wohl der Grund für die simple Vermarktung sein?“

Kommentar von Candlejack ,

Renditen eines Unternehmens von 6% sind ja nicht grundsätzlich unglaubwürdig, nur weil sie nicht dem Bankenzins entsprechen. Unternehmen erwirtschaften andere Zahlen und Renditen und können das durchaus leisten, es gibt genügend Industrieanleihen.

Ich persönlich mache seit vielen Jahren Anlageberatung und nutze dafür Produkte aus den üblichen Kanälen. Mit Verbreitung von guten Kapitalanlagen per Postwurfsendung hatte ich schon immer Glaubwürdigkeitsprobleme und werde sie immer haben.

Antwort
von INSTWAB, 5

Es sind ja Werte vorhanden und das Geld des Unternehmens stammt zu einem großenTeil aus den Genussscheinen. Obwohl diese Genussscheine nachrangig sind, wird daher vermutlich etwas herauskommen.

Wieviel steht zur Zeit in den Sternen. Da können die Anleger nur abwarten

Antwort
von Privatier59, 2

Niemand kann derzeit eine realistische Schätzung über den Ablauf des Insolvenzverfahrens und die Höhe der Quote abgeben. Eins dürfte lediglich klar sein: Das Geld zurück bekommen ohne Verluste erleiden zu müssen, wird kein Anleger. Ob die Verluste nun bei 50, 80 oder 100% des Kapitals liegen, wird sich erweisen.

Antwort
von freelance, 2
besteht die Chance das Geld zurückzubekommen?

die Chance besteht, aber ich würde nicht mit 100% rechnen, sondern mit deutlich weniger.

Man kann jetzt nicht abschätzen, was aus der Firma wird. Wird sie zerschlagen, bekommt man sehr wenig bis gar nicht zurück. Wird die Firma weitergeführt, dann sind die Aussichten besser.

Nur beginnt gerade im Moment der Insolvenzverwalter seine Arbeit. Und damit ist noch ein grosses Fragezeichen über der Zukunft der Firma und das Schicksal der Genussrechtsinhaber, also der Investoren.

Antwort
von Gaenseliesel, 2

Hallo Imela,

ich denke hiermit ist auch deine Frage beantwortet, lies selbst :

http://www.finanzfrage.net/frage/juristische-schritte-werden-gegen-prokon-eingel...

K.

Antwort
von suedlaender, 2

Natürlich bekommst Du etwas zurück. Dürfte zwischen 5% und 50% liegen. Ich schätze eher die untere Grenze. Es ist nunmal so, daß Prokon höchstwahrscheinlich weiter bestehen wird. Die Gläubiger werden mit einer niedrigen Planquote abgefunden und somit entledigt sich Prokon seiner Schulden und macht weiter wie zuvor. So haben es andere Unternehmen auch gemacht, indem sie sich auf Kosten der Gläubiger saniert haben. Schön, wenn ich das auch dürfte, einfach Schulden abschreiben und weitermachen. Das nennt man Selbstsaniereung. Ich würde mir keine große Hoffnung mehr machen. Das Geld ist weg und alles was noch kommt ist ein Geschenk. Also abschreiben!

Antwort
von Niklaus, 1

Hierzu sollte man wissen, was Genussscheine sind. Genussscheine werden in der Regel nachrangig ausgestaltet. Im Falle einer Insolvenz wird der Genussscheingläubiger erst nach den Forderungen der anderen Fremdkapitalgläubiger bedient. Genussscheine sind auch nicht durch die Einlagensicherung abgesichert. Als Alternative würde ich mir höchstens einen Investmentfonds der in Genussschein investiert kaufen. Da suchen die Fondsmanager die richtigen Genussscheine aus. Mein wichtigster Rat ist nur solche Produkte zu kaufen, die man kennt und verstanden hat.

Antwort
von mig112, 1

Ich frage mich täglich, was die Leute an der aktuellen Aussage sämtlicher Medien:

"Es besteht die hohe Wahrscheinlichkeit des TOTALVERLUSTES!"

nicht kapieren!? Eure Kohle ist weg, futsch, perdú, hinfort und verbrannt!!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community