Frage von Sassina, 17

Geld für Umbauarbeiten erhalten, wie versteuern?

Wir haben beim Umbau unseres Mietshauses geholfen. Die Arbeitszeit wird uns als mietfreie Zeit angerechnet, doch das geht Steuerlich nur den Vermieter an, richtig?

Desweiteren hat er uns doch einen Teil, eine vierstellige Summe, ausbezahlt. Wie geben wir das in der Steuererklärung an?

Vielen Dank

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Sassina,

Schau mal bitte hier:
Steuererklärung Umbauarbeiten

Antwort
von EnnoBecker, 9

Der Mieterlass und die Barzahlung sind Einkünfte aus Leistungem, § 23 Nr. 3. Anlage SO.

Auf der Seite des Vermieters ist derselbe Betrag entweder Erhaltungsaufwand oder nachträgliche HK.

Kommentar von Sassina ,

Erst mal vielen Dank fürs antworten.

ich hab nun "§ 23 Nr. 3. Anlage SO" nachgegoogelt und komme dabei auf "Verwaltungsanweisung zu § 23 Absatz 3 SGB II Einmalige Bedarfe "

oder auf " Entschädigung von Zeugen und Dritten" und andere Sachen.

das kann ja nicht richtig sein. Was bedeutet SO? Wo kann ich das genauer nachlesen?

Wieso ist Mieterlass eine Einkunft? Es ist ja eher eine Ausgabe weniger. Die Miete ist ja eine Einkunft für den Vermieter, aber für uns Mieter ist das eine Ausgabe. Das verstehe ich nicht.

Dass wir diese erhaltene Geldsumme angeben müssen, ist mir klar. Aber ich hab nicht ganz verstanden wo.

Können Sie das bitte genauer formulieren, ich bin ein absoluter Laie, was Steuern anbelangt, möchte mich aber korrekt verhalten

Vielen Dank

Kommentar von Privatier59 ,

Wenn EB das so sagt, wird das stimmen und Deine Einwände wegen der Miete kann ich ohnehin nicht nachvollziehen: Es ist doch wohl egal, ob der Vermieter mit Euch eine Mietreduzierung vereinbart oder Euch das Geld überweist. SO bedeutet im übrigen "Anlage So(nstige Einkünfte)" zur Einkommensteuererklärung und paßt genau. Hier gehts zum download:

http://www.finanztip.de/recht/steuerrecht/steuererklaerung+anlage+so.htm

Kommentar von EnnoBecker ,

Vertippt. Gemeint ist natürlich § 22 Nr. 3. Einkommensteuer wird aber nicht im DGB II behandelt, sondern im Einkommensteuergesetz.

http://www.buzer.de/s1.htm?a=22&g=estg

Wieso ist Mieterlass eine Einkunft? Es ist ja eher eine Ausgabe weniger.

Ebven. Wenn ich 100 Euro Miete zu zahlen habe und der Vermieter schuldet mir 60 Euro, dann gibt es zwei Möglichkeiten:

Ich zahle 100 und bekomme 60.
Ich zahle 40.

Es ist doch wohl logisch, dass es vollkommen wurscht sein muss, wie man es macht, weil beide Varianten auf dasselbe Ergebnis kommen müssen. Oder?

ich bin ein absoluter Laie, was Steuern anbelangt, möchte mich aber korrekt verhalten

Später. Im Moment bin ich etwas beschäftigt, weil ich meiner Frau gerade den Blinddarm operiere. Ich bin zwar ein absoluter Laie, was Medizin anbelangt, aber wir sind privat versichert und Ärzte sind immer so teuer.

Kommentar von Meandor ,

Ersparte private Ausgaben sind steuerpflichtige Einnahmen?

Du denkst ja pro-fiskalischer als Herr Schäuble...

Und selbst bei der vierstelligen Summe würde ich erst wissen wollen, für was genau die gedacht war.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ähm...wer hat denn (private) Ausgaben gespart?

Es fand doch nur eine Verrechnung statt.

Kommentar von Sassina ,

Später. Im Moment bin ich etwas beschäftigt, weil ich meiner Frau gerade den Blinddarm operiere. Ich bin zwar ein absoluter Laie, was Medizin anbelangt, aber wir sind privat versichert und Ärzte sind immer so teuer.

wenn man den Arzt fragt, warum der Blinddarm überhaupt herausoperiert werden muss, dann bekommt man auch eine Erklärung. Nur ein schlechter Arzt würde sagen: "wenn ich das so sage, dann ist das so"

Ich bezweifle ja nicht, dass es so ist. Aber ich würd gern verstehen warum. Wie gesagt, dass ich die Geldsumme angeben muss, das ist mir klar.

Was die freie Miete anbelangt hatte ich bereits die Info, dass die Mietzahlung für den Mieter steuerlich nicht relevant ist. Ich muss meine Miete nicht versteuern, ich kann meine Miete nicht absetzen usw.

Für den Vermieter stellt die Miete ein zusätzliches Einkommen dar. Auch wenn keine Miete bezahlt wird, wegen "Tauschhandel" (Arbeit gegen freies Wohnen) muss er trotzdem die fiktive höhe der Miete in seiner Steuer angeben - als zusätzliches Einkommen.

Wo und warum betrifft uns das jetzt? Das möchte ich schon verstehen. Denn diese Erklärung war mir sehr schlüssig. Nur sicherheitshalber hab ich diese Frage mit dazu gestellt. Und vielleicht war es ja auch besser so, wenn diese Info falsch war.

Aber bitte machen Sie sich nicht lustig, wenn man es verstehen möchte. Denn daran ist nichts auszusetzen!

Kommentar von Meandor ,

Okay, haben jetzt etwas über § 22 Nr. 3 EStG nachgelesen. Ist eine herrliche Abwechslung zu dem 16, 17, 6 Abs. 3 und 6 Abs. 5 Müll.

Du bist der Meinung, dass die Mietminderung das Entgelt für die Umbauarbeit darstellt, dann hätten wir Einkünfte in Höhe der ersparten Miete. Werbungskosten dazu gibt es wohl keine und wir haben auch einen Totalüberschuss über die gesamte Zeit.

Ich tu mir nur bei der vierstelligen Summe schwer, da ich nicht glaube, dass ein Vermieter einfach so Kohle rausrückt. Ich gehe davon aus, dass das ein Ersatz angefallener Kosten ist.

Kommentar von EnnoBecker ,

Freigrenze von 256 Euro plus Härtedingsbums § 46 (3) 410 Euro nicht vergessen.

Du bist der Meinung, dass die Mietminderung das Entgelt für die Umbauarbeit darstellt

Natürlich, was soll es denn sonst sein? Wie ich bereits schrieb und auch P59: Der Vermieter hätte statt dessen ja auch mehr bezahlen können und im Gegenzug die normale Miete nehmen.

Kommentar von Sassina ,

nein, es ist kein Ersatz für angefallene Kosten.

Die Umbaumaßnahmen waren halt doch viel größer als Anfangs gedacht. Da kam eine Menge zusammen. Dem Vermieter war das selber unwohl und wollte uns doch ausbezahlen. Das machte er mal "Zwischendurch". Die ganze Maßnahme dauerte dann doch ein Jahr - Kernsanierung.

Für die ersten Monate Mitarbeit (Abbrucharbeiten) vereinbarten wir eine Staffelmiete in den ersten 4 Jahren. Dann kam die Auszahlung dieser Summe. Dann war das Haus aber noch nicht fertig. Über den Rest vereinbarten wir Mietfreie Zeit. Es sollte eigentlich nie Geld bezahlt werden.

Eher eine Art "Tauschhandel". Nun war mir halt mit dieser Geldzahlung nicht wohl, ich muss es ja schon angeben, sonst wäre das ***arbeit (will das böse Wort nicht nennen).

Im TV sah ich mal, dass eine ältere Frau einen Studenten Mietfrei wohnen ließ, dafür machte er die Treppenreinigung, Einkäufe für sie usw. Sie musste jedoch die fiktive Miete, die sie bei normalen Mietern verlangt hätte, steuerlich angeben. Der Student aber nicht.

Warum verhält es sich bei uns anders? Ist doch auch nur ein "Tauschhandel" oder sehe ich das einfach zu platt?

Bitte nicht gemein werden, ich will mich ja korrekt verhalten. Hab keine Lust auf Ärger mit dem lieben Amt

Kommentar von Meandor ,

Genau der Tausch ist das Problem...

Anstatt Bargeld erhält der Vermieter Deine Arbeitsleistung. Er hat als "Einnahmen in Geldeswert."

Anstatt eine Firma mit dem Umbau beauftragen zu müssen, baut ihr für ihn um und anstatt Bargeld erhaltet ihr eine Mietminderung. Hinzu kommt offenbar, dass ihr nicht nur die Mietminderung erhaltet, sondern auch noch einen Baraufschlag.

Kommentar von EnnoBecker ,

Das begreift die Fragestellerin aber nicht und stänkert statt dessen lieber herum.

Sie erkennt nicht den Unterschied zwischen der geschuldeten und gezahlten Miete und der geschuldeten und nichtgezahlten Miete.

Und ich hab keine Lust.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten