Frage von chris021993, 298

Geld aus Erbschaft-Finanzberater gibt Empfehlung ab.

Habe jetzt Geld aus Erbschaft erhalten. War jetzt beim Finanzmakler. Dieser empfiehlt mir in meinem jungen Alter und langen Anlagehorizont folgendes Fondsportfolio. Über die konkreten Fonds haben wir noch nichts besprochen.
Es geht um knapp 30000€. Ich würde keine Ausgabeaufschläge bezahlen und keine depotkosten. Nur eine einmalige Beratungsgebühr und natürlich die Fondskosten. Folgendes Portfolio schlägt er vor nach vorheriger Analyse. 20% Aktien Global, 15% Aktien EM, 15% Aktien Europa, 10%Aktien Asien Pa ex Japan, 10% Aktien EMEA, 20% Mischfonds Europa defensiv., 10% Renten Global... Was ist davon zu halten? Die Fonds wenn sie dann stehen sollen weiter mit 500 euro bespart werden. Danke

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von cashbrain, 277

Wenn Ihre Familie zufrieden ist mir der Beratung und auch die Rendite stimmt - Warum sollten Sie sich dann davon entfernen? Die Konditionen für Sie sind sehr günstig und der von Ihnen beschrieben Vorgang klingt professionell. Zudem schaut die Zusammenstellung nach einem Plan aus. Jetzt kommt es natürlich noch auf die gewählten Fonds an. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass Ihr Berater dies ordentlich macht.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 210

Über das konkrete Fondsportfolio kann man keine Aussage machen, da dieses ja überhaupt nicht genannt ist. Von der Qualität der Fonds hängt letztendlich die Performance ab.

Sortieren wir mal:

  • 20% Mischfonds defensiv Europa und 10% Renten global macht ca. 25% Renten

  • 5% davon noch Aktien Europa zu den 15% der anderen Position macht 20% Europa

  • 20% Aktien Global (meint wohl Industrieländer, primär Nordamerika, UK und Japan)

  • 10% Aktien AsiaPacific ex Japan meint wahrscheinlich 4% Australien und Südkorea, 4% China, Taiwan, Hongkong und vielleicht 2% Tigerstaaten. Vielleicht aber auch keine nennenswerten Tigerstaaten. Macht also ca. 25% Aktien Global Industrieländer.

  • Zu den 5% Emerging Markets packen wir die 10% EMEA und 15% Aktien Emerging Markets, macht dann wirklich 30% Emerging Markets.

Das klingt schon mal nach einem überlegten Plan, wobei ich allerdings angesichts "jungen Alters" den Rentenanteil mit 25% für zu hoch halte. Hier sollte zugunsten der Europa-Position vielleicht eine Verschiebung von 5% aus dem Mischfonds erfolgen.

Die Position von 30% für Emerging/Frontier Markets ist interessant, das wird jedoch für Volatilität sorgen. Sei darauf vorbereitet. Für einen langen Anlagehorizont ist das ok.

Eine hübsche Allokation schreibt man recht schnell zusammen, da es dafür ja nicht allzu viele Parameter gibt, wenn man den Anleger mal einstufen kann. Spannender und wesentlich für die Performance sind nun die Fonds.

Ich nehme an, daß die Abbwicklung über FFB oder ebase erfolgt,, so daß die laufenden Kosten für Dich sehr gering sein werden.

Antwort
von detlef32, 177

Die Frage von Kosten wurde hier ja schon ausgiebig diskutiert. Ich möchte ein zwei andere Aspekte beleuchten.

  1. Ist das Geld wirklich für einen langfristigen Horizont bestimmt? Wenn der Anleger relativ jung ist und noch dazu 600 Euro spart dann ist das normalerweise nicht für die Altersvorsorge sondern auch für andere Dinge bestimmt. Sowas wie Hausbau, selbstständig machen, andere größere Ausgaben wie Reise oder Ausbildung oder was auch immer. Und dann ist jede stark Aktien orientierte Anlage mit den Möglichkeiten von Verlusten und größeren Schwankungen und die nicht Ausnutzung von Fördermöglichkeiten in Bezug auf Eigenheim nicht sinnvoll.
  2. Und wenn es denn ein Horizont von 10 Jahren oder mehr ist dann frage ich mich warum Hänschen immer schlauer als Hans sein will. Jeden Tag beschäftigen sich hochbezahlte Mischfondsmanager mit der gerade idealen globalen Mischung ihres Fonds. Und gehen von Aktien in Anleihen und umgekehrt und von USA zu China und weiter zu Europa und was auch immer. Und hier wird versucht mit einem Schlag eine relativ kleine Summe auf die Welt und die Anlageklassen aufzuteilen? Und wer macht die Umschichtung in einen halben Jahr wenn sich die Welt gedreht hat? Wenn schon Fonds dann doch einfach 2 max 3 Mischfonds. Sowas wie Carmignac Patrimoine und Ethna Aktiv und gut ist. Das kümmert sich das Fondsmanagement täglich um die richtige Mischung. Ein Finanzberater (auch ein guter) kann sich nicht täglich um die Allokation kümmern und hat auch nicht die Informationen geschweige denn die Zeit.
Antwort
von Rat2010, 156

Wenn er statt der einmaligen Beratungsgebühr einen Teil des Ausgabeaufschlages verlangen würde, würden alle seine Kosten deine Abgeltungsstuer mindern. Die einmalige Beratungsgebühr ist Privatvergnügen.

Komisch ist das, weil er dann später doch von Kickbacks betreut, was für dich steuerlich günsiger ist, als wenn er jedes Jahr oder bei jeder Umschichtung eine Rechnung schickt.

Sonst kann das Portfolio für dich ok sein oder nicht. Ich kenne ja weder dich noch die Fonds.

Kommentar von chris021993 ,

Beratung kostet 50 Euro. Bei Abschluss kommen nochmal 225 Euro. Danach keine weiteren Kosten. Auch nicht bei Tausch und weiterer Betreuung.

Kommentar von Rat2010 ,

Das ist allerdings billig. Das gibt es zwar - wenn du die Kickbacks außen vor lässt - im Internet auch umsonst aber es ist auf den ersten Blick billig.

Habt ihr nicht über Kickbacks geredet? Er oder sein Chef bekommt um die 0,5 % p.a. des Bestandes laufend als Kickback von der Plattform, über die das läuft, vergütet. Kannst ja mal ausrechnen, was bei 30.000 + 6.000/Jahr langfristig rauskommt.

Davon finanzieren sich die, die das umsonst anbieten, ausschließlich. Die besuchen dich allerdings auch nicht und du kannst nur wenn du zufällig einen vor Ort hast, einen besuchen.

Kommentar von chris021993 ,

Erstattung von 70% jeweils zum Jahresende.

Kommentar von Rat2010 ,

Die sind steuerpflichtig aber wie bitte???

Er betreut einen Fall wie dich mit 30 % der Kickbacks? Also so (36.000 * - keine Ahnung 0,6 % * 0,3=) 65 €/Jahr. Und das bei gleichzeitig jederzeitigem Risiko, dass du weil dir die Wertentwicklung nicht gefällt weg bist oder dass er deswegen mit dir vor Gericht ziehen darf und sich einer 20.000 €-Klage gegenübersieht.

Keine Ahnung, wie viel Erfahrung (???) und Ahnung von Fonds er hat aber er ist richtig billig! Billiger als fast alle Discounter.

Kommentar von chris021993 ,

Also er ist schon um die 50. Meine Eltern sind auch dort Kunde bzw bei Ihm und das schon seit 20 Jahren oder so und wohl sehr zufrieden. Er ist rein auf Geldanlage spezialisiert sowie Vorsorgelösungen und vertreibt sich auch durch die niedrigen Kosten und seine Leistungen so durch Empfehlungen. Mein älterer Bruder ist auch schon ein paar Jahre bei ihm. Er hat bislang auch nichts negatives berichtet. Ich bin vom Typ her eher skeptisch und hinterfrage gerne auch im Internet irgendwelche Sachen. Mein Bruder nicht.

Kommentar von Rat2010 ,

Es erklärt vermutlich deine Konditionen, dass deine Eltern seine besten Kunden sind. Der kann auch mit Versicherungen - oder was meinst du mit Vorsorgelösungen - das (für sich gesehen bei den Konditionen) deffizitäre Fondsgeschäft quersubventionieren.

Oder kriegst du dort eine Versicherung und wir schreiben aneinander vorbei?

Ich schreibe von ganz normalen, jederzeit verfügbaren, in einem Depot liegenden Fonds und da kann er - isoliert für dich betrachtet - mit den Konditionen in deinem Fall keinen Gewinn machen. Er zahlt auf der anderen Seite auch nicht drauf. 275 € und 30 % von seiner Bestandsprovision sind auch Geld, nur hat er auch (Depot-, Prüfungs-, Versicherungs- und andere) Kosten und andere müssen ja auch irgendwie davon leben.

Wenn deine Eltern seit 20 Jahren dort zufrieden sind (also auch durch Krisen 2000 bis 2003 und so weiter), ist er wahrscheinlich ganz einfach gut und hat es nicht nötig, an dir etwas zu verdienen. Auf die Streuung kommt es bei deinen Vorgaben so wenig an wie auf die Fondsauswahl. Das wird schon passen.

Kommentar von chris021993 ,

Ne, er macht auch Versicherungen aber es geht um das ganz normale...was sind denn Vorgaben wo es darauf ankommt? Sein Lieblingssatz: Wer streut rutscht nicht aus.

Kommentar von Rat2010 ,

Die Vorgaben sind: ... jungen Alter und langen Anlagehorizont

Dazu noch keine Ahnung vn der Materie, kein gebranntes Kind und ein hoher Sparplan.

Damit kann jeder viel anfangen.

Antwort
von Amicus, 126

Da aus Ihrer Frage weder Ihr Alter noch Ihre persönliche Situation hervorgehen, ist eine Beurteilung Ihrer Frage schwierig. Finanzmakler haben vorwiegend ihre eigenen Provisionen im Auge und nicht die (langfristige) Rendite der Investoren. Es ist daher empfehlenswert, eine unabhängige Stelle wie z.B. die Verbraucherzentrale zu konsultieren. Das kostet zwar einige wenige Euros, aber die zahlen sich langfristig für Sie aus. Lassen Sie sich nicht davon locken und ködern, dass Sie keine Ausgabeaufschläge und Depotkosten zu bezahlen brauchen. Nur unabhängige und somit objektive Berater, die keine Provision von Produktgebern erhalten, klären Sie vollständig über alle Risiken einer Kapitalanlage auf, nicht aber die meisten Finanzberater, da sie von Provisionen leben. Bei einer Investition von € 30.000 ist es allemal wert, sich sich als Laie** unabhängig** beraten zu lassen.

Kommentar von mig112 ,

Lächerliche Quatschantwort!!

Antwort
von schnellereuro, 116

Die Beratungsgebühr kannst du dir sparen und das Depot zusammen stellen, zB (eine von vielen Möglichkeiten) hier: https://www.justetf.com/de/index.html

Antwort
von TBergmann, 112

Ich betreue seit 16 Jahren Aktienfonds-Depots von Kunden und begann vor fast einem Jahr bei den betreuten Depots eine Ausstieg-Strategie zu integrieren. Das bedeutet, die Depots werden im Moment Stück für Stück immer bei Höchstständen verkauft. Daher bin ich der Meinung das es für einen Einstieg nicht der richtige Zeitpunkt ist.

Aktuelle gute Einstiegsmöglichkeiten gibt es bei Projektfinanzierungen bzw. bei Beteiligungen im Immobilienbereich. Wichtig ist es nach einem funktionierenden System vorzugehen und nicht irgend etwas zu kaufen oder sich irgendwo zu beteiligen nur weil es toll klingt.

Bei Interesse kann ich gern weitere Informationen zu diesem Thema geben.

Herzliche Grüße aus Dresden, Thomas Bergmann

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