Frage von crizal, 193

Geld aus Auslandsüberweisung für Autokauf und Steuern

Hallo! Ich wohne seit ca. 8 Jahren in Deutschland als Student und seit einigen Monaten arbeite ich auch nun als Angestelle. Meine Eltern im Ausland würden mir einen Betrag von ca. 40000€ überweisen (für einen Autokauf). Die Überweisung wird mit dem SEPA-Verfahren aus einem schweizerischen Bankkonto betätigt. Die Fragen über die Meldung an der Bundesbank etc. haben sich schon mit Hilfe meiner eigenen Bank geklärt. Nun sind die eventuellen Steuern der offene Punkt. Die allgemeinste Frage wäre, ob dieser Betrag steuerpflichtig ist? Da ich erst seit Sommer 2013 arbeite, habe ich noch keine Steuererklärung gemacht (werde ich es aber in der nächsten Zeit tun). Weiterhin habe ich eine Steueridentifikationsnummer etc. wegen meiner Anstellung als hauptsächlicher Mitarbeiter sowie als Hiwi während meines Studiums. Wie ist dabei die Vorgehensweise? Wenn der Betrag steuerpflichtig ist, was sollte man beachten? Wenn man damit direkt das Auto kauft, zahlt man sowieso die sämtliche Steuern beim Kauf und dann nacher jährlich für das Auto selbst. Aber ist der überwiesene Betrag selbst steuerpflichtig? Für jede Auskunft wäre ich dankbar. MfG!

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Antwort
von Zitterbacke, 193

Momentan sehe ich hier nur die Schenkungssteuer , die bei dir wegen Freibetrag nicht greift . Eine Schenkung gilt nicht als Einkommen . Nur die daraus erzielten Zinsen bei einer Anlage des Geldes . Trifft aber bei dir nicht zu .

https://www.finanzfrage.net/frage/gilt-schenkung-an-kinder-als-ihre-einkuenfte

Da abgeklärt scheint , dass kein Schwarzgeld im Spiel ist solltest du dich freuen .

Gruß Z... .

Kommentar von crizal ,

Ja, wie ich es jetzt auch mitbekommen habe, handelt es sich dabei um eine Schenkung, die so aussieht, dass im Falle der eigenen Kinder bis zu einer Grenze von 400.000€ steuerfrei ist und alle 10 Jahre ausgenutzt werden kann. Ich hätte gerne noch zwei Fragen dazu gestellt, und zwar, ob diese Schenkung auch auf Papier vertraglich geklärt werden muss? Die Meldung an der Deutschen Bundesbank werde ich auch selbst als Empfänger der überweisung übernehmen. Zweitens, ist es mir mit dieser Ausnutzung der Betragsgrenze alle 10 Jahre nicht klar geworden. Geht es dabei um die Summe, also wenn die Eltern jetzt 40.000€, und dann nach z.B. 8 Jahren noch mal so einen Betrag (z.B. für eine Wohnung) senden würden. Wäre dies noch im grünen Bereich? Oder wenn ein mal die Befreiung von einer Schenkung, egal was für einen Betrag, ausgenutzt wird# muss man wieder 10 Jahre warten? Vielen Dank noch mal für alle Auskünfte.

Kommentar von Zitterbacke ,

Ich hätte gerne noch zwei Fragen dazu gestellt, und zwar, ob diese Schenkung auch auf Papier vertraglich geklärt werden muss?

Ich denke schon . Ja , 10 Jahre .

Vielleicht wegen den Erben , die keine Schenkung erhalten haben .

Kommentar von Zitterbacke ,

Nach den 10 Jahren hast du den selben Freibetrag !

Kommentar von crizal ,

Diese Schenkung auf dem Papier vertraglich zu klären könnte einigermaßen problematisch sein, da meine Eltern weder deutsche Staatsbürger sind noch den Wohsitz in Deutschland haben. Oder würde in diesem Fall die Meldung bei der Deutschen Bundesbank bzw. Finanzamt von meiner Seite aus als "Schenkung" reichen?

Antwort
von LittleArrow, 165
Meine Eltern im Ausland würden mir einen Betrag von ca. 40000€ überweisen (für einen Autokauf)

Ist ja ein teures Auto;-) Da diese Überweisung nicht versehentlich passiert, muss sie einen rechtlichen Hintergrund haben, also z. B. ein Darlehn oder eine Schenkung. Diesen Hintergrund mußt Du ja auch bei Deiner Bank für die meldepflichtige Zahlung angeben. Uns nennst Du ihn aber nicht. Warum?

Wenn man damit direkt das Auto kauft, zahlt man sowieso die sämtliche Steuern beim Kauf und dann nacher jährlich für das Auto selbst. Aber ist der überwiesene Betrag selbst steuerpflichtig? Für jede Auskunft wäre ich dankbar.

Ob der überwiesene Betrag steuerpflichtig ist, hängt von der eingangs gefragten Rechtsgrundlage ab.

Aber in Deiner Argumentation "zahlt man sowieso die sämtliche Steuern beim Kauf....." klingt so, als begründeten diese gezahlten Steuern eine Steuerfreiheit des vorgelagerten Geldzuflusses. Denke mal an Deine monatlichen Gehaltszahlungen, die der Lohnsteuer unterliegen. Auch dort wirst Du bei der weiteren Verwendung Deines Nettogehaltes weitere Steuern zahlen. Die betroffenen Steuern sind ganz anderer Art, nämlich Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag beim Gehalt und bei der Verwendung sind es Mehrwertsteuer und später Kfz-Steuer, Mineralölsteuer etc.

Kommentar von crizal ,

Hmm, sowie ich es verstehe, "Autokauf" bei der Meldung an der Deutschen Bundesbank ist nicht genung aussagekräftig. Verstehe schon. Im Endeffekt ist es tatsächlich eine Schenkung. Der Fall ist so, dass die Eltern halt ihrem Sohn im Ausland aus deren eigenem Vermögen einen bestimmten Betrag geben, damit er damit sich ein Auto leistet. Dass dieses Vorgehen rechtlich eine "Schenkung" ist, ist mir etwas Neues. Es gibt keinen bestimmten Grund, warum ich es hier Ihnen nicht genannt habe, außer dass, das mein Wissen über die deutschen Finanzrechtem höchstwahrscheinlich nicht so vertieft wie es bei Ihnen ist. :) (Daher stelle ich meine Fragen auch hier.)

Ihre Argumentation mit Bruttogehalt-Steuern und dann Steuern aus dem Nettogehalt ist eigentlich sehr verständlich geworden. Mehr dazu kann man nicht sagen. :)

Kommentar von LittleArrow ,

Danke für die prompte Beantwortung und Rückmeldung.

Es wird also eine Schenkung, die dann auch im Meldeformular so anzugeben ist. In der Außenwirtschaftsstatistik der BRD wird diese also um € 40.000 reicher:-))

Diese Schenkung ist grundsätzlich steuerpflichtig, aber in Deinem Falle ("Eltern beschenken Kind") gilt seitens jedes Elternteils ein Freibetrag von € 400.000. Damit fällt bei Dir keine Schenkungssteuer an. Man weiß aber nicht, was die Zukunft Dir noch so "bringt", die dann rückwirkend zu betrachten ist. Daher hat der Gesetzgeber vorsorglich dem Beschenkten, also Dir, in § 30 des Erbschafts- und Schenkungsteuergesetzes eine Anzeigepflicht (bei Deinem Finanzamt) verordnet.

Nachlesen (auch der erforderlichen Angaben für diese Schenkungsanzeige nach § 30) unter http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/erbstg_1974/gesamt.pdf

Nochmal zurück zu "den Steuern". Wir haben in der BRD verschiedene Steuerarten, die sehr schön unter dem Stichwort "Steuerarten" bei de.wikipedia.org erklärt sind. Dort findest Du auch, wem die Steuern zufließen.

Kommentar von crizal ,

Gerne. Schön, dass wir uns verstehen.

Mich besorgt nun die eventuelle "Rückwirkungen". Was meinen Sie darunter? Solange ich die Meldung bei der Deutschen Bundesbank sowie die Meldung bei dem Finanzamt als "Schenkung" übernehme, was könnte noch in Zukunft sein?

Sind die beiden Vorgehen (Meldungen) inzwischen voneinander unabhängig und separat laufen? Oder handelt es sich im Grunde genommen um die selbe Angelegenheit?

Es ist dann -Gott sei Dank- keine Erbschaft und eine einfache Schenkung. :)

Kommentar von LittleArrow ,

Die Bankmeldung ist unabhängig von der Meldung an Dein Finanzamt! Beide Meldungen erfolgen getrennt und sind notwendig.

Rückwirkung und Zukunft: Ich denke dabei an weitere Schenkungen, die Du zukünftig erhalten würdest. Alle Schenkungen innerhalb der letzten 10 Jahre werden hinsichtlich der Steuerpflicht und Freibetragsermittlung zusammenaddiert. Von daher wirkt eine weitere Schenkung (einschließlich eines Erbfalls) in der Zukunft auf die bereits erhaltenen Schenkungen in der 10-jährigen Vergangenheit zurück. Der Freibetrag von € 400.000 gilt also für immer die letzten 10 Jahre.

Kommentar von crizal ,

Ok, dass mit diesen 10 Jahren ist es durchaus klar.

Die Meldung an Finanzamt: Muss ich da einfach hingehen, und mich ein einem/einer zuständigen MitarbeiterIn wenden? Ich habe bis jetzt noch keine Steuererklärung gemacht, was ich aber bis die aktuelle Frist (also Mai 2015?) vorhabe. Muss es im Rahmen so einer Steuererklärung gemacht werden? Oder ist es separat davon? Haben die Finanzämte überhaupt meine Daten, ohne dass ich die Steuererklärung gemacht habe?

Und die zusätzliche Frage noch: Müssen meine Eltern überhaupt noch weiteres unternehmen, außer das Geld zu überweisen? Dieser schriftlicher Vertrag zwischen Schenkungs-Partnern macht mir Sorgen, wenn er überhaupt gemacht werden muss. Wie unten noch kommentiert, meine Eltern haben keine rechtlichen/bürokratischen Verbindungen mit Deutschland.

Vielen Dank noch mal!

Kommentar von LittleArrow ,

Du schreibst einen Brief an Dein zuständiges Wohnsitzfinanzamt (erwähnst darin auch Deine eTIN - siehe Lohnsteuerabrechnung 2014 oder frage Deine Gehaltsbuchhaltung). Diese Mitteilung erfolgt natürlich zeitlich unabhängig von Deiner Steuererklärung.

Du brauchst keinen Schenkungsvertrag mit Deinen Eltern. Die müssen auch nichts unternehmen, nur zahlen.

Wenn das Finanzamt noch Fragen hat, wird es Dir schreiben.

Antwort
von billy, 139

Hier nochmal alle wichtigen Fakten zum nachlesen.

http://www.tagesgeld.info/ratgeber/schenkung-von-geld/

Kommentar von crizal ,

Vielen Dank. Die Referenz sieht schon mal hilfreich aus.

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