Frage von villas, 3

Geheirat in juli 2012

Für 2011 hatte ich meine Lebensgefährtin von der Steuer als Außergewöhnliche Belastung "Unthalt für bedürftige Personen" abgesetzt 8004 Euro. Juli 2012 haben wir geheiratet. Sie ist nicht Arbeitstätig. Kann man es weiterhin bzw für 2012 absetzen? Ich habe steuerklasse 3.

Antwort
von Meandor, 3

Nein, die Heirat führt dazu, dass sich der Grundfreibetrag um ziemlich genau den Betrag erhöht, welchen Du vorher hättest absetzen können.

Antwort
von gandalf94305, 3

Es gibt hier zwei Aspekte:

  • Unterhalt für bedürftige Personen/Haushalte: dieser Sachverhalt war bis Juni 2012 gegeben, d.h. es kann anteilig der Betrag für die ersten sechs Monate als außergewöhnliche Belastung angesetzt werden.

  • Splittingtarif: dieser gilt ganzjährig auch schon im Jahr der Heirat.

Ich würde daher eine Zusammenveranlagung durchführen und die außergewöhnlichen Belastungen im 1. Halbjahr absetzen. In 2013 ist das natürlich nicht mehr möglich. Hier gilt nur der Splittingtarif.

Kommentar von EnnoBecker ,

d.h. es kann anteilig der Betrag für die ersten sechs Monate als außergewöhnliche Belastung angesetzt werden.

Leider nein. Die Voraussetzungen für eine Ehegattenveranlagung liegen vor und die Einkommensteuer ist eine Jahressteuer. Es wird also fürs ganze Jahr ehegattenveranlagt.

Kommentar von gandalf94305 ,

Schade aber auch!

Antwort
von baustelle, 3

bei gemeinsamer Steuererklärung 2012 gibts den Splittingtarif-damit kann man nicht zusätzlich für die selbe Person noch Unterhaltsleistungen absetzen. Da bin ich mir recht sicher-aber mal sehen, vielleicht kommt noch Antwort von EnnoBecker, der muß das ganz genau wissen.

Kommentar von EnnoBecker ,

kommt noch Antwort von EnnoBecker

Schon zur Stelle. Heute gab es schon eine Frage zum Thema.

Hier verlinke ich gern wieder auf das BMF-Schreiben vom 7. Juni 2010: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuera...

Gleich mit Randziffer 1 geht es los (Begünstigter Personenkreis). Und siehe, der Ehegatte gehört zum Kreis der begünstighten Personen.

Es ist eigentlich auch logisch und ergibt sich direkt aus dem Gesetzestext, denn Voraussetzung ist (unter anderem), dass der eine (fast) einkommenslos und der andere unterhaltsverpflichtet ist. Und wer, wenn nicht Ehegatten, sind einander unterhaltsverpflichtet?

Der standesrechtliche Status spielt keine Rolle.

Kommentar von Julia23 ,

Hallo Enno, da muss ich jetzt nachfragen: Darf man also auch bei gemeinsamer Veranlagung (Ehegattensplitting) noch zusätzlich den Partner ohne Einkommen als Außergewöhnliche Belastung, Unterhalt für bedürftige Personen, angeben, um so seine zu zahlende Steuer (weiter) zu reduzieren?

Kommentar von Privatier59 ,

...räusper, räusper: Wenn die beiden Glücklichen nun zusammen leben, dann gibt es doch wohl nichts mehr gesondert abzusetzen?

Kommentar von EnnoBecker ,

So ist dass, wenn man nur halb liest. In Rz 1 steht natürlich nur, dass der Unterhaltsberechtigte entweder der Steuerpflichtige oder dessen Ehegatte sein kann.

Man muss nämlich differenzieren. Der Abzug als außergewöhnliche Belastung bei zusammenveranlagten Eheleuten scheitert nämlich an § 26b letzter Halbsatz EStG: "und, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, die Ehegatten sodann gemeinsam als Steuerpflichtiger behandelt."

Das würde dazu führen, dass der "eine" Steuerpflichtige "an sich selbst" Unterhalt zahlt.

So auch hier: NWB Nr. 47 vom 22.11.1999 Seite 4350

Kommentar von Privatier59 ,

wenn man nur halb liest

Als gebührtiger Zyklop lese ich immer nur halb!

http://data.motor-talk.de/data/galleries/0/39/1529/27014866/zyklop-8948308553516...

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich bin entzückt, dass du mit mit Hilfe einer Grafik nahebringen willst, was ein Zyklop ist.

Anscheinend hat man euch nicht die ganze Wahrheit über die Allgemeinbildung im Osten erzählt.

Kommentar von Privatier59 ,

Ich hab immer Löwenthals Geschichten von drüben gehört und bis 1989 fest daran geglaubt, dass die DDR nur im Jenseits existiert!

Kommentar von Meandor ,

Und Bielefeld ist die heimliche Hauptstadt der DDR.

Kommentar von villas ,

Hallo Enno, erstmal vielen dank für das Antworten. Was heißt das auf Deutsch? Also für die Zeit Januar - Juli ( vor der Heirat) kann man es nicht anwenden. Zu der Zeit hatte ich Steuerklasse 1.

Beim Splittingtarif wird das ganze Jahr berechnet???

Kommentar von EnnoBecker ,

Also für die Zeit Januar - Juli ( vor der Heirat) kann man es nicht anwenden

Die Ehegattenveranlagung wird durchgeführt, wenn die Voraussetzungen dafür an einem Tag im Jahr vorgelegen haben.

Deshalb wird hier das ganze Jahr einbezogen.

Antwort
von Privatier59, 3

Kann man es weiterhin bzw für 2012 absetzen?

Was willst Du denn jetzt noch absetzen? Nachdem Du geheiratet hast, hat sie die Finger auf der Kohle und Du bekommst nur noch Taschengeld. Und ganz nebenbei erlaube ich mir mal die Empfehlung an Dich den Begriff "Splittingtarif" zu googeln. Da ist das nämlich schon eingebaut und doppelt gemoppelt gibt es nun mal nicht.

Kommentar von Julia23 ,

Das wäre auch meine Meinung. Aber Enno schreibt was anderes - oder verstehe ich Enno nur falsch?

Kommentar von Privatier59 ,

Darüber grübele ich auch. Es muß doch wohl Geld geflossen sein um was absetzen zu können....

Antwort
von gammoncrack, 3

Glückwunsch nachträglich!

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Kommentar von baustelle ,

ich versteh die Anfrage schon-sei doch nicht so kleinlich

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